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Dienstag, 25. Dezember 2012

Kleidung selbst herstellen und bearbeiten - einen Schal stricken, einen Wollpullover verstärken

Zum naturnah ausgerichteten Leben gehören nicht nur hochwertige, unbehandelte Lebensmittel, auch andere Bestandteile des Alltags wollen darauf ausgerichtet sein. Die Kleidung spielt dabei eine starke Rolle der Identifikation. Sie selbst herzustellen, ist etwas ganz besonderes. Also wollte ich den Einstieg in die Welt der Kleiderherstellung wagen.

Bereits im letzten Winter begann ich damit, mir die Kunst des Strickens wieder zu eigen zu machen, die vor vielen Jahren in der Grundschule im Vergleich zum Häkeln doch eher in negativer Erinnerung geblieben war. Ich strickte zu eng oder zu weit, hatte Probleme gleichmäßige Maschen zu machen.

Letzten Winter gab ich dem eine neue Chance, besorgte mir reine Wolle (Eine 50/50 Mischung aus Merino und Angora) und begann meine ersten Versuche. Nach einer Weile hatte ich die Grundlagen heraus, löste das Übungsobjekt noch einmal auf und entschied mich, einen Schal aus ausschließlich rechten Maschen zu fertigen, da ich mit dem abwechselnden hin- und her nicht konsequent war und mir keine zu großere Herausforderung stellen wollte. ;-)

Ein Rechteck stricken sollte nicht so schwer sein. Und die lange einseitige Wiederholung würde mir einen guten, soliden Einstieg bieten, die Technik ins Blut übergehen zu lassen. Oder zumindest etwas ins Blut. Leider gelang es mir nicht, den Schal letzten Winter rechtzeitig fertig zu stellen, die Motivation war als ich mich bereits im letzten Viertel des Strickwerks befand, verflogen, der Schal in Vergessenheit geraten, ein neuer Sommer angebrochen.

Vor wenigen Wochen holte ich ihn wieder hervor, begab mich wieder in den Kampf mit dem Strickwerk. Und bezwang ihn bald. Das Rechteck war geschaffen. Jetzt fehlten nur noch Qasten an den Enden, deren Herstellung motivierende Abwechslung bot. Fertig. Vor dem ersten Schnee. Wenige Tage später, sollte der Schnee fallen. Und heute an Weihnachten uns Frühlingswetter mit Sonne und Temperaturen über 13°C überraschen. Geeignet, mal ein paar Fotos vom Schal zu machen. ;-)


Mein Yakwollen-Pullover vom letzten Jahr bekam am Ellenbogen ein Loch - wohl vor allem vom Aufstützen des Ellenbogens. Von zäher Baumwolle ungewohnt, sind andere Materialien schnell mal durch. Zu "Heilig Abend" in den späteren Stunden entschloss ich mich auch noch diesem Kleidungsstück anzunehmen,  ihm einen Flicken aus Leder zu verpassen - handgenäht - und schon war der Pullover ein Stück mehr ein Teil von mir. Etwas ganz persönliches. Etwas mit Geschichte, meiner Geschichte. Und das Gefühl, etwas


In Zukunft überlege ich, erwäge ich, mir evtl. mal eine Hose zu schneidern. Und weitere Kleidungsstücke. Evtl. auch "nur" bereits vorhandene Kleidung an meine optischen wie praktischen Bedürfnisse und Wünsche anzupassen.

Euch eine kreative Zeit.

Montag, 17. Dezember 2012

Ein hübsch dekorierter Tisch...

Ich habe am Wochenende mal wieder einen größeren Einkauf an allerlei Obst und Gemüse getätigt (Kistenweise). Weil's so toll aussah und duftete, konne ich es mir nicht nehmen, einen Teil davon auf dem Tisch auszulegen und ein Foto davon zu schießen. An Grünzeug Batavia, Postelein - jetzt im Winter zu haben, sozusagen ein Wintersalat, sehr mild und lecker, Petersilie. An Gemüse Kirschtomaten, Gurke, Paprika, Süßkartoffeln, Fenchel. An Obst Kaki, Clementinen, Orangen, Mangos, Papaya, Äpfel, Granatäpfel, Ananas, Quitte, ein Beutel getrockneter Maulbeeren und leckere Demeter-Hühnereier.

Inspiriert hat mich, das gebe ich zu, das relativ neue Rohkostbuch von Jens Hafner, Philosophie des Rohen, wo das Thema Rohkost aus Instincto-Sicht, mit tollem Erfahrungsbericht sowie philosophischer Auseinandersetzung und zu guter Letzt einem Praxis-Teil behandelt wird. Und das ausgesprochen gut. Es gehört in meinen Augen zu den wenigen, überhaupt guten Büchern zum Thema Rohkost. Und warum inspiriert? Ganz grob gesagt: Weil es üblich ist, ein Mindestmaß an Auswahl von Nahrungsmitteln zu haben, von denen dann instinktiv gewählt wird.

Nicht auf dem Bild, aber sehr köstlich - Aldi Süd bietet gerade wie viele Supermärkte Wildfleisch aus Neuseeland an. Doch im Gegensatz zu den anderen, ist der Hirsch, genauer genommen die Hirsch-Steaks bei Aldi Süd - zumindest laut Zutatenliste - nur gesalzen. Das Hirschgulasch konnte mich ja leider nie richtig überzeugen, aber diese Steaks dort sind - ich musste sie ausprobieren - kulinarisch der Hammer, schmelzen wie Butter im Mund dahin... und ich kann nicht genug davon bekommen. Ich werde mir da die Tage noch einen Vorrat zulegen, solange noch welche zu haben sind... ;-)

Was die Qualität angeht - klar, es handelt sich natürlich um Farmwild. Aber ich bin der Ansicht, dass es im Vergleich zu typischen Bio-Fleisch an Qualität als Sieger hervorgeht.

Die preislich ausgezeichneten Reh-Medaillons von Aldi waren überall, wo ich vorbei schaute, restlos ausverkauft - wären womöglich aber auch hinsichtlich harmloser Zutaten interessant gewesen. Die meisten anderen Angebote, die ich in den Läden erspähen konnte, waren leider mit weniger schönen Zutaten wie Glucosesirup, etc... "verunreinigt".

Und ja, ich habe mir jetzt ein ganzes Lamm bestellt, mitsamt Innereien, und höchstwahrscheinlich bekomme ich auch das Gehirn... und ich bin gespannt, wie es dann ggf. beim zweiten Anlauf munden wird. ;-)


Das Laufen ist aktuell leider praktisch eingestellt... ich hatte zuletzt in Sachen Lauf-Technik sehr großzügige Experimente durchgeführt (von denen ich lieber keine Details erwähne ;-)) und meinem linken Knie ein großes Aua zugefügt, dass noch auskuriert werden mag. Im baldigen, neuen Jahr hoffe ich, dann wieder ohne Einschränkung loslaufen zu können. Im Gegenzug versuche ich mit mehr Gymnastik/Körpergewichtübungen den Bewegungsdrang auszugleichen, was mir jedoch nicht ansatzweise gelingt.

Samstag, 24. November 2012

Wieder in Ketose geschnuppert - doch mehr Kraft?

Ich befand mich bis vor wenigen Tagen mal wieder in Ketose für etwa 1,5 Wochen. Da ich mich kulinarisch unzufrieden empfand, aß ich wieder mehr Obst. Zum einen die mürbe und somit essbar gewordenen Mispeln im Garten, zum anderen nutze ich die aktuelle Kaki-Saison und habe darin gerade mein Standard-Obst gefunden.

Nun, wie war die Ketose im Rückblick?


Wie jedes mal, kündigte sie sich mit deutlichem Trockengefühl im Mund an, sodass man sich überhaupt nicht bemühen muss, um 3 Liter Wasser am Tag zu trinken. Es war durchaus so, dass ich nach ein paar Stunden ohne Trinken einfach so gemütlich mal einen Liter Wasser trank, ohne das Gefühl gehabt zu haben, mich zu überfüllen. Es war genau richtig.

Sonst stellte sich eine gewisse Ruhe bei mir ein, die Haut wurde durch das viele tierische Fett besonders zart und weich. Ghee stellte sich als verdächtig negativ heraus, erst als ich diesen dann doch wieder absetzte, ging es mir schlagartig besser - freiere, luftigere Wahrnehmung - oder Nasen(neben)höhlen. ;-)

Unregelmäßig und spontan machte ich meine Gymnastik und merkte, dass ich tatsächlich mehr Ausdauer hatte. Ich bekam auch Lust auf schweres Gewicht und kramte die 12 kg Hantel heraus, mit der ich einarmig jeweils gut 20 gemächliche Wiederholungen mit Arm nach oben Strecken und einziehen schaffte.

Laufen war auch sehr entspannt. Insgeheim ging der Umstieg doch recht gut. Wobei man häufig zu hören bekommt, dass man mindestens mal 4 Wochen durchziehen sollte, um "richtig" in Ketose zu sein.

Als ich nach Tagen aber dann irgendwie das Gefühl hatte, dass mir was fehlte - Vitamine? - ließ ich meiner Obst-Schlemmerei freien Lauf. Da ich gerade leihweise am 80/10/10 Buch von Graham lese, passte das ohnehin hinein. Wobei ich dieses Buch sehr kritisch lese, da es unverkenntlich nebst wertvollen Anregungen meiner Meinung nach mit fanatischen Idealen verschmolzen scheint, wie sich das leider häufig im veganen Rohkostbereich finden lässt. Der gute Wille mit Realitätsverlust?


Die Idee war, das 80/10/10 ruhig mal auszuprobieren und vielleicht phasenweise in meine Ernährung einzubauen. Die bisherige Essenz die ich persönlich aus dem Buch entnehmen durfte, war, dass pflanzliche Fette schlecht sind, auch Olivenöl. Einzig der Kokosnuss gestehe ich noch positives zu, bleibe aber auch bei Ihr kritisch. Da Graham Fette per se schlecht redet, sind ihm die Wirkungen tierischer Fette natürlich nicht wirklich bekannt, oder er nimmt sie nicht ernst genug.

Jetzt bin ich schon knapp eine Woche drin, dachte, ich mach ruhig auch vegan, solange mich kein rohes Fleisch anspricht, was sich bei der aktuellen Kälte aber schon nach einem Tag änderte, als ich am Bio-Rindfleisch vorbeiging und mir das Wasser im Mund zusammenlief. Gekauft, abends völlig roh verzehrt. Wow. :-)

Der Zuckerstoffwechsel soll ja insgeheim bei intensiven Belastungen mehr Kraft und Leistung bringen, als der Fettstoffwechsel. So auch meine Erwartung, dass eben ersterer der bevorzugte ist, zweiterer dann eher die Notvariante. Jedoch schaffte ich die 20 Hantelwiederholungen nur ein einziges mal mit größter Mühe. Sit Ups schaffe ich gerade mal halb so viel und bekomme Muskelbrennen. Es scheint viel eher (oder überhaupt) Milchsäure in meinen Muskeln gebildet zu werden. Evtl. verlangt mein Körper noch etwas Umstellungszeit. Oder das viele Obst (ca. 1,5kg täglich) übersäuert mich?

Meine bisher sich gehaltene Rekordzeit auf 10 km, nämlich 39:45, bin ich vor wenigen Monaten auch in Ketose gelaufen. Ich bin etwas überrascht. Weil es ja eigentlich anders herum sein sollte.

Ich beobachte erst weiter, bevor ich hier ein Urteil fälle. Gebe dem ganzen also noch etwas Zeit und Variation....

Freitag, 16. November 2012

Wie (gar) briet man in der Steinzeit?

Nachdem ich zuletzt wegen dem Gefühl, an zu wenig Fett ranzukommen Ghee intensiver verzehrt hatte, und anstatt Wasser (oder gar nichts) zum "Braten" verwendet hatte, fühlte ich mich dabei subjektiv weniger wohl (Nase nicht so frei, ...) und habe Ghee daher vorübergehend wieder aus meiner aktuellen Ernährungspalette gestrichen. Mag ihm aber irgendwann wieder einen Versuch geben.

Mir ist es wichtig, auch bei Details darauf zu achten, wie in der Steinzeit wohl vorgegangen wurde, um eine möglichst realitätsgetreue Steinzeitdiät durchzuführen. Ein zu abwegiger Kompromiss kann die ganze Wirkung einschränken oder kippen.

In Fett gebraten wurde, wenn überhaupt, mit Körperfett.

Als hauptsächliche Zubereitungsform - wenn das Fleisch denn nicht roh vertilgt wurde - denke ich an Grillen am Spieß.

Meine Grillpfanne
So brate ich nun wieder ohne zusätzliches Fett - um das zu ermöglichen, verwende ich eine sogenannte Grillpfanne. Sie unterscheidet sich von gewöhnlichen Pfannen darin, dass dort ähnlich einem Grillrost, parallel verlaufende, erhöhte Linien im Pfannenboden eingebracht sind. So kann das Bratgut nicht völlig festbrennen, da Luftspalten zwischen ihm und der Pfanne gegeben sind. So kann man völlig ohne zusätzliches Fett braten. Es ist jedoch noch eine Angewohnheit von mir, dass ich tlw. mit Wasser gare - oder mit ein wenig Wasser zu Beginn und dann das Bratgut nach dem völligen Verdampfen des Wassers angeröstet wird.

Das ist der eine Punkt des Bratens.

Der andere ist, wie stark man das ganze durchgart.

Blutiger als englisch ;-)
Da ich überzeugt bin, dass Feuer nicht immer möglich war und so auch mindestens ein guter Teil auch roh verzehrt wurde, brate ich mein Fleisch (analog Innereien, Fisch, ...) häufig nur außen jeweils ca. 1 Minute an, sodass es innen noch roh und blutig ist und verzehre es dann.

Durchgehend Gares kann ich mir nicht als typisch vorstellen. Insbesondere in der Eiszeit.

Fettere Fleischstücke sind natürlich problemmatischer. Wurden daher generell wohl wenn roh eben nur durchgekaut und ausgespuckt, oder eben nur wenn es sonst keinen Jagderfolg gab, womöglich stärker durchgegart oder man behalf sich eines rasiermesserscharfen Steinmessers zum Zerkleinern.

Besonders deutliche Unterschiede zwischen roh und gekocht/gebraten habe ich bei Eiern bemerkt. Gekochte Eier führen bei mir tendenziell zu Krankheitsgefühlen, wohingegen rohe Eier (da mag ich ohnehin nur das Eigelb - aber auch manchmal vollständig verzehrt) mir richtig gut tun (Hautbild u.a.).

Ich plädiere daher generell für möglichst hohen Rohanteil. Aber so, dass man sich ggf. nicht zwingt oder quält. Man denke an meine Gehirn-Mahlzeit. ;-)

Montag, 12. November 2012

Eindecken für den Winter - u.a. schmackhafte Knochen

Der Winter steht bevor.

Aktuell gibt es daher viele Angebote bei regionalen Bauern und Hirten.
Ein halbes oder ganzes Lamm, ein Paket vom (Weide)rind, Enten, Hähnchen, Gänse...

Wer sich umschaut, kommt jetzt an richtig gute Qualität. Lämmer, die das ganze Jahr geweidet haben, ebenso bei Rindern, insb. typische Weiderinder wie Galloway oder schottisches Hochlandrind.


Ich erwägte, mir ein halbes oder ganzes Lamm zuzulegen und erfragte die Preise.
Als ich mir vor Ort ein Bild von den Lämmern machen wollte, waren diese aber wohl auf einer anderen Weide. Dabei bemerkte ich dagegen schottische Hochlandrinder gleich um die Ecke. Und entschied mich, ein Fleischpaket davon zu bestellen.

Diese bestehen dann für gewöhnlich aus ca. 10 kg, einem Teil Hackfleisch, Gulasch, Suppenfleisch, Braten und Steaks. Knochen bekam ich auf Anfrage noch ein Kilo dazugeschenkt. :-)

Und das sah dann so aus:

Ich hatte bei den Knochen Glück. Es waren Markknochenstücke dabei, aus denen ich das weiche, weiße Knochenmark mit den Fingern direkt roh herauspulen und probieren konnte. Es schmeckte mir besonders gut und erinnerte mich witzigerweise sehr stark an frisch zubereitetem Kartoffelbrei, nur etwas fester, mit feiner salziger Note. Alles Markknochenfett das ich finden konnte, landete in meinem Magen.

Der Bauer wird nächste Woche erneut ein schottisches Hochlandrind schlachten. Ich hab schon wegen Innereien angefragt... Zunge und Leber... und hoffe natürlich auf weitere, schmackhafte Markknochen. Wenn es mehr sind, insbesondere auch wieder Knochen mit weichem Mark, bin ich gerne bereit, dafür auch extra zu bezahlen. Aus den restlichen Knochen bereite ich mir dann ab und wann eine schmackhafte Knochenbrühe zu. Für gewöhnlich mache ich diese in einem kleinen Dampfdrucktopf, befülle diesen lediglich mit Wasser, füge etwas Steinsalz hinzu und dann noch die Knochen.

Die Stücke des Pakets hab ich in möglichst kleine Portionen zerteilt und einzeln eingebeutelt in die Gefriertruhe gepackt (Päckchen je nachdem zwischen 100-300g). So kann ich mir je nach Bedarf entsprechend viel auftauen.

Weil den Fehler, große Brocken einzugefrieren, habe ich schon einmal gemacht. Und auf Sägen habe ich nicht so die Lust. Im Winter wird dann doch lieber ggf. Holz gehackt. (-;

Ich spiele gerade mit dem Gedanken, mir auch noch ein halbes Lamm zuzulegen (ca. 7-9kg).

Denn den Winter mag ich weitgehend in Richtung Ketose verbringen. Denn ich friere nicht so gern. ;-)

Rohes Gehirn zum Abendessen

Lange habe ich auf diese Gelegenheit gewartet, die Tage war es soweit:

Ich hatte die Möglichkeit, ein Gehirn vom Reh zu essen.

Wie das ablief, und welche Probleme dabei auftraten, habe ich per Video festgehalten:


Das Ende des Grauen

Wie vor geraumer Zeit berichtet, hatte ich mit einem Burn-Out zu kämpfen und den starken Verdacht auf Nebennierenüberlastung geäußert. Der konnte jedoch durch entsprechende Tests nicht bekräftigt werden.

Es stellte sich heraus, dass ich einen Eisenmangel entwickelt hatte, sowohl Eisen im Blut wie das Speichereisen Ferritin (der dabei entscheidende Wert) waren deutlich unter den Grenzwerten.

Da ich jedoch viel Eisen in Form von tierischen Produkten zu mir genommen hatte, hat entweder chronischer Stress mehr verbraucht, als nachlieferbar war, oder es lag an Problemen der Resorption, was ich auch eher vermute (wobei Stress die Verdauungsfähigkeit ohnehin herunterfährt und somit auch daran beteiligt gewesen sein dürfte).

Störende Faktoren waren, dass ich in der Zeit zuvor mir täglich selbstgemachten Ziegenjoghurt herstellte und genoß (einen ganzen Liter und mehr). Der andere war ein relativ häufiger Eier-Konsum. Beide sind dafür bekannt, die Aufnahme von Eisen zu hemmen. Da beides praktisch die ganze Zeit über ständig im Verdauungstrakt vorhanden war, spricht vieles dafür. Wobei auch hier der Stress antreibend war, mir ständig diese Joghurt-Mengen hinein zu schaufeln. (-;

Die Hauptursache des Burn-Out an sich war es aber mit Sicherheit nicht, da ich auch schon vor Jahren noch viel schlimmere Zustände erlebt hatte, wo die Eisenwerte alle i.O. waren.

Ich lasse jetzt noch ein paar andere Werte beim Endokrinologen prüfen, um zumindest das wichtigste (Schilddrüse, Nebennierenrinde, ...) überprüfen zu lassen.


Meine recht nüchterne, stärkste Vermutung was die Ursache dahinter angeht, geht wieder auf "Stress" zurück. Besseres Stress-Management kann dabei hilfreich sein. Eine wohl viel zu unbekannte und unterschätzte Stressquelle kann die Tatsache sein, im Alltag, Tagein, Tagaus die eigenen Bedürfnisse zurückzuschrauben und Ihnen nicht die nötige Aufmerksamkeit zu schenken - stattdessen mit Ausreden sogar noch Argumente gegen eigene Bedürfnisse zu finden. Hier setze ich gerade an und bin dadurch angenehm entspannter. Natürlich bewirken bestimmte Nahrungsmittel, Getreide allen voran auch Stress im Körper, weshalb man mit Ernährung hier auch unterstützend eingreifen kann.

Ergebnisse? Die heißhungerartige (Stress-?)Fresserei ist seit Monaten verschwunden. Ich habe ein deutliches Sättigungsgefühl, dass sich nicht gern überschreiten lässt. Und ich erlebe sehr kreative, schöpferische Tage.

Seit ein paar Tagen bin ich wieder in Ketose gekommen - und befinde mich noch in der Umstellungsphase. Weil richtig wohl fühle ich mich damit noch nicht. Wobei andererseits die Nachwirkungen des Burn-Outs ein Grund sein könnten. Mir ist tlw. schwindlig und ich bin müde. Da dies häufig bei Umstellung auf Ketose berichtet wird, warte ich erst mal ein Weilchen ab. Nur bei meinen letzten Ketose-Erfahrungen gab es dieses Problem gar nicht.

Samstag, 21. Juli 2012

Wettkampf in Ketose und Prototyp VII

Seit vergangenem Mittwoch bin ich laut Ketostix wieder in Ketose. Ich merke es auch wieder sehr deutlich am trockenen Mundgefühl, verbunden mit großem Durstgefühl. Dadurch erübrigen sich die Ketostix künftig, wenn aufgebraucht, da das körpereigene Signal ein deutlicher Indikator ist.

Ich war zuletzt eher wieder gehäuft heißhungrig gewesen, seit der Ketose änderte sich das. Ich hatte wieder Phasen, in denen mich der Gedanke, etwas zu essen, sehr widerstrebte.

Am Freitag stand ein 10km-Wettkampf an. Bisher hatte ich mich immer über der Schwelle zur Ketose befunden und vor Wettkämpfen nochmals konzentrierter Obst gegessen, weil ich von den Geschichten über Carbo-Loading infiziert war und keinen Bock auf einen totalen Reinfall hatte.

Diese Frage hatte mich hier nun erneut herausgefordert. Und ich gab, mit sehr ungutem Bauchgefühl - der Angst zu versagen - dennoch nach und entschied mich in Ketose anzutreten. Der Wettkampf fand am Abend statt. Am selben Tag gab es rohen Fisch, Garnelen, etwas Butter und ein paar Stückchen Gurke. Ergänzt mit ein paar NEMs (Vitamine und Aminos), die ich seit dem letzten Burn-Out-Rückfall wieder häufiger einnehme.


Prototyp VII sitzt fest am Fuß
und reibt ihn nicht auf
Eine andere Premiere durfte Prototyp VII feiern, den ich bis dato nur in sanften Training bei kurzer Strecke ausprobiert hatte. Anfangs mit großen Zweifeln, die aber abgenommen hatten. Sogar mein Bruder ging damit Joggen, ohne direkt negatives Feedback, was mich bestärkte, sie im Wettkampf zu erproben.


Problematisch wurde die Wetterlage gegen Abend hin. Bevor ich aufbrach, begann es bereits leicht zu regnen. Mir war nicht bekannt, ob meine Laufsandalen für regnerische Witterung geeignet seien. Meine guten, alten Adidas CC Ride hatte ich jedenfalls auch dabei - ich trage sie generell ständig weitgehend im Alltag. Ich entschied mich, auch hier nochmals ein weiteres Risiko einzugehen, und trotz regnerischer Witterung - es war zumindest nur ein leichter, aber konstanter Regen - in Prototyp VII zu laufen.

Mit schickem Laufshirt
macht das Laufen noch mehr
Spaß ; -)
Bei all den neuen Wagnissen - folgt noch ein weiteres.
Ich habe sowohl eine Website, wie Werbe-Laufshirts für LAUFLEDER entworfen, um bereits etwas Werbung für die Schuhe zu machen. Nachdem mich Prototyp VII im Training soweit positiv angeregt hatte, bald eine erste intensivere Testphase mit Testläufern zu wagen, entschied ich mich das Thema nun offizieller werden zu lassen.

Direkt vor dem Start wollte ich die Bindung des Schuhs noch etwas abwandeln - jedoch entpuppte die sich erst elegant erscheinende Idee als nachteilig. Die große Menschentraube war bereits am Start versammelt, als ich mich unter sie mischte, nur wenige Sekunden später gings schon los. Knapp aber pünktlich.

Ich legte einen sehr schnellen Start hin, folgte nah hinter der vordersten Front, zu der sich aber bald ein Abstand aufbaute. Noch saßen die Schuhe fest, doch durch den Regen legte sich ein Wasserfilm zwischen Schuhwerk und Fußsohle. Dadurch ertönten meine Füße wie Quietscheentchen, was aber nerviger war: Die Füße saßen nicht völlig fest am Fuß, mit jedem Schritt rutschte ich etwas mit, was mich irritierte und zugleich demotivierte.

Wegen des hohen Tempos vermutete ich, dass der Körper womöglich aus Protein ein paar kleine Glycogen-Depots in den Muskeln angelegt haben könnte, die mir subjektiv gute Kraft liehen. Dies wurde jedoch im "Laufe" des Laufs nicht bestätigt. Ich hatte durchgehend ein konstantes Energieniveau. Der Wettkampfsgeist war nicht so stark geprägt wie sonst. Ich vergaß mich teilweise im Laufen, wodurch ich wohl auch an Tempo verlor und in Tagträumerei geriet. ;-)

Da ich weit vorn gestartet war, kam es mehr, dass ich überholt wurde, als umgekehrt. Zwei kleine Ansteigungen waren auf der Strecke zu laufen, sonst war sie bis auf ein ca. 100m langes Rasenstück durchweg asphaltiert. Vom quietschenden, rutschenden Schuhwerk ernüchtert, gab ich auf den letzten 2km, als sich von hinten wieder Läufer durch ihr Geräusch bemerkbar machten, mehr Gas. Mir gelang es mit kleineren, schnelleren Schritten mit kaum mehr Anstrengung das Tempo zu steigern. An der letzten Steigung, knapp vor dem Ziel konnte ich zwei Läufer, die mich einige Kilometer zuvor überholt hatten, wieder hinter mir lassen und mit einem letzten Sprint rannte ich ins Ziel. Endlich geschafft. Scheiß quietschen. ;-)

Aber hey: Keine neuen Riebstellen oder dergleichen. Nur eine bereits vor dem Lauf schon bestandene Blase an der Fußsohle wurde wieder geöffnet. Reibtest bestanden. Endlich ein Modell, dass einem nicht die Füße aufritzt. ;-)

Im Ziel angekommen gab's dann mal nach längerer Abstinenz Kohlenhydrate in Form von Apfel und Banane, die ich mir nach kurzer Überlegung doch genehmigte.

Ich vermutete eine Zeit von > 45 Minuten.

Die Ergebnisliste belehrte mich dann aber eines besseren.
Ich hatte meinen alten Rekord um fast genau eine Minute unterboten und damit die für mich bis dato magische Grenze von 40 Minuten geknackt! :-)

Ich war die 10km in 39:45 gelaufen. Belegte damit in der Gesamtplatzierung den 27. von 114 Plätzen, den 5. Platz von 12 in meiner Alterklasse. Und dann, eine große Überraschung bei der Serienwertung der KROSS-Laufserie, an der ich teilnahm. Ich erreichte Platz 3 in meiner Altersklasse über die Serie und durfte mich so einer weiteren Ehrung erfreuen. Angenehme Überraschung. ;-)


Nunja, was hat mich dieser Tag gelehrt?
Ich bin eine persönliche Bestzeit gelaufen.
Was war anders? Ich war seit 2 Tagen bereits in Ketose - oder waren da noch Reserven für 10km übrig?
Und ich lief in meinen neusten Schuhen, die wie keine anderen an den Füßen saßen - aber wetterbedingt für Irritationen sorgten.

Weitere Erfahrungswerte werden mir eine klarere Antwort liefern. Aber wie es erstmal aussieht, könnten Kohlenhydrate auch in Punkto kurze Intensivleistung überbewertet sein.

Muskelkater gab's übrigens typisch wie in Ketose praktisch auch keinen. Nur ein leichtes Ziehen und Spannen in der Wade, wenn man unbedingt was finden wollte. Habe weder vor, noch nach dem Lauf gedehnt. Auch kaltes Beinbad gabs nicht. ;-)

Dienstag, 10. Juli 2012

Der Tag des Burn-Out

Das Morgen-Grauen

Es ist Zeit aufzustehen, Du wachst auf.

Schwer wie an Blei gekettet fühlst Du Dich, willst Dich erheben, doch eine Schwere und Erschöpfung hindert Dich daran. Du schläfst wieder ein. Wachst gefühlte 20 Minuten später wieder auf, willst aufstehen und erneut fällst Du unerwartet wieder in einen Schlaf. Das kann sich bis zum Mittag wiederholen, wo Du es dann endlich schaffst, mit großer Willenskraft, nachdem Du aus den vielen Fehlschlägen weißt, was sich wohl wiederholen würde, Dich aufzurichten. Die Gliedmaßen fühlen sich taub an, kribbeln. Vom Aufstehen wird Dir kurz schwarz vor Augen. Du hast das Gefühl, als würde Dein Herz gleich aufhören können zu schlagen.

Verwirrt, wie von einem seltsamen Fluch belastet, fühlst Du Dich noch halb im Schlaf.
Willst zwei und zwei zusammenzählen, sieben kommt heraus - Du weißt, dass das nicht stimmen kann, weißt aber auch nicht das richtige Ergebnis. Telefonnummern kannst Du nicht zu Ende denken. Irgendwie das Denken allgemein ist eingeschränkt. Du bist völlig desorientiert, zweifelst daran, dass Du überhaupt wach bist. Alles fühlt sich so irreal an. Dass Du schon den halben Tag gekämpft hast, überhaupt aufzustehen, hast Du bereits wieder vergessen. Du hast das Gefühl, nicht richtig da zu sein.

Das digitale Blutdruckmessgerät erledigt seine Funktion nicht, hat nichts anderes als ERROR zu berichten. Du hast das Gefühl gleich in Ohnmacht zu fallen. Das später durch Fachkraft angelegte analoge Messgerät behauptet einen Wert von 80/50, der zuerst nicht ernst, dann doch sehr ernst genommen wird. Der Ruhepuls liegt trotz vielen Sports bei knapp 80.

Der Kopf schmerzt, die Gelenke tun weh, ja auch die Muskeln. Laufen fühlt sich ungewohnt an, man hat den Eindruck, man müsse es gerade wieder neu erlernen. Auch die Hand, als sie schreiben möchte, verhält sich ungelernt, ungewohnt, schreibt die Buchstaben anders als gewohnt.

Die Hände und Füße sind eiskalt und wollen nicht warm werden. Dabei ist es Sommer.

Also vielleicht doch von irgendeinem Wesen besessen?

Du wirst schwach, legst Dich auf den Boden und bist weg. Weg im Land der Träume, nein, nichtmal Träume. Im Nichts.


Und was soll das nun?

So ähnlich erging es mir gestern, nur etwas abgemildert. Doch so stark erging es mir bereits vor längerer Zeit...

Ein Rückfall ins Burn-Out inmitten der eigentlichen Burn-Out-Erholungsphase.

Viel Stress, insbesondere verursacht wegen privaten Herzangelegenheiten haben mich die letzten Wochen pausenlos belastet und mir keine innere Ruhe mehr gönnen wollen. Dann setzte ich zudem noch meine NEMs ab und aß vermehrt Obst (Blutzucker-Schwankungen erzeugen Stress im Körper.)

Gestern war das Fass wieder über. Meine körperlichen wie geistigen Kräfte geraubt.


Hochdosierte Präparate päppelten mich wieder einen Schritt auf, sodass sich der Blutdruck bessert und der Alltag, wenn auch ohne Stresstoleranz (jedes Telefonläuten kann zur Hölle werden) ein wenig bewältigt werden kann. Es bleibt mir nichts übrig, als möglichst gelassen zu sein - oder sonst wieder erschöpft einzunicken. In einen Schlaf, der keine Erholung gewährt. Weil es keine "echte" Müdigkeit ist, die ihn einfordert.


Wie kommt es zum Burn-Out?

Der Weg zum Burn-Out ist der Weg des chronischen Stresses.
Wenn wir unter Stress stehen, produzieren die Nebennieren bestimmte Hormone (Du hast bestimmt schon mal von Adrenalin gehört ;-)), die uns diesen bewältigen lassen. Ist das Problem bewältigt, tritt Erholung ein - für die Seele, aber auch die Nebenniere kann sich erholen.

Wird das Problem hinausgeschoben oder kann/will nicht gelöst werden, aber man wird weiterhin ständig damit konfrontiert, kann dies zu chronischem Stress ausarten. Probleme dieser Art können aller Art und auch subjektiv völlig unterschiedlich sein. Was den einen umbringt, macht den anderen glücklich. ;-)

Da ich als eher scheues Wesen ständig irgendwelchen sozialen Befürchtungen unterlag, war ich dafür schon von jung an prädestiniert. Erfolgsdruck und Versagensängste in der Schulzeit brachten mich an die Grenze. Im Berufsleben durfte ich sie dann erneut überschreiten.

Der Fluch lastete Jahre auf mir, ohne das die tatsächliche Ursache erkannt wurde. So wurde ich depressiv deklariert, obwohl ich voller Motivation war, etwas zu tun, nur die Kraft unmöglich aufbringen konnte.

Dieses Jahr sollte mich eine stressvolle Zeit wieder niederringen. Ab da war ich sicher, nachdem sich oben erwähntes wieder abgespielt hatte, dass es ein Burn-Out sein müsste. Die Theorien dazu sind aber bis heute alle strittig, gerade die einer Nebennierenschwäche (NNS), die in den USA aufblüht, hierzulande aber weniger Beachtung von offizieller Seite erfährt.


Als ich dann neulich meine vier Weisheitszähne ziehen ließ, da sie mir wortwörtlich Druck machten, durfte ich eine bestätigende Erfahrung machen: Und zwar sollte ich vor der Sitzung eine Stunde zuvor zwei Arzneien einnehmen. Das war zum einen ein Antibiotika, zum anderen Prednisolon, eine Art von Cortisol - das eben sonst in den Nebennieren produziert wird.

Ich war zwar schon längst wieder im Alltag, aber nach der Einnahme und dann auf dem Weg zum Zahnziehen, fühlte ich mich ungewohnt stark im Leben, richtig gut, wie es nur wenige male im Jahr mal der Fall sein kann. Nunja, die Theorie: Die Arznei war das, was die Nebenniere schon seit längerem wohl nicht mehr genügend aus Erschöpfung produzieren kann.

Die Recherche danach im Internet lies mich durchweg zum Thema NNS führen.

Als mich gestern erneut der Schlag traf, konnte ich mit einer noch verbleibenden Tablette, nebst NEMs mich innerhalb weniger Stunden auf ein gewisses Grundniveau aufpäppeln, um dem Alltag zumindest grundlegend begegnen zu können. Das war eine weitere Bestätigung.


Ein Besuch beim Arzt soll folgen. Da NNS weitgehend wie erwähnt hierzulande noch keinen sonderlich seriösen Ruf, denn überhaupt Bekanntheitsgrad genießt, könnte das etwas komplizierter werden.


Meine Maßnahmen zur Schonung der Nebennieren

Meine eigenen Maßnahmen sind, mich weiter in Gelassenheit üben, Probleme zeitnah lösen, von Problemen generell möglichst nicht aufregen lassen.

Eine kohlenhydrat-reduzierte Ernährung für möglichst konstante Blutzuckerspiegel, da die Nebenniere andernfalls dabei viel zu arbeiten hat. Mit starker Orientierung an Paläo-Ernährung bin ich da ganz gut dabei. Gerade glutenhaltige Getreide sollen die Nerven besonders stimulieren und sind daher eine der schlimmsten Übel. Obst aber ebenso. Werde mich hier wieder, soweit möglich, auf Beeren beschränken. Totale Ketose ist eine Überlegung wert.

Frühes Schlafengehen. In die Nacht aufbleiben bereitet dem Körper Stress und die Nebenniere darf arbeiten.

Salzsolewasser am Morgen, soll ebenfalls hilfreich sein, da bei schlecht arbeitender Nebenniere der Natirumhaushalt gestört ist und man Salze schneller als üblich wieder los wird.


Nunja, der Sport... meine Leidenschaft das Laufen... muss ich wohl noch weiter zurückdrehen. Kleine, langsame Einheiten sind stresslindernd, förderlich, Leistung und Limit intensiv dagegen erzeugen Stress.
Ich hatte ohnehin schon überlegt, nur noch bis Distanzen von bis zu 10km richtig Gas zu geben, die Grenze wird hier wohl langfristig auf 5km sinken. Lange, dafür entspannte Läufe, gar Halbmarathon oder Marathon könnten dagegen noch von der positiven Wirkung profitieren, wenn sie denn wirklich auch entspannt angegangen werden. An Bestzeiten ist da erstmal weniger zu denken.

Zwei noch anstehende Läufe wollte ich unbedingt noch bewältigen.
Und ich muss sagen, dass ich kaum widerstehen kann. Ein Berglauf und ein Landschaftslauf über jeweils 10km. Ob ich dazu überhaupt bis bald in der Lage bin, ist eine andere Frage. Aber nicht teilnehmen, wäre für mich ein großes Problem, und somit auch Stress. ;-)

Nicht dass ihr meinen Burn-Out unterschätzt, beim ersten mal dauerte es über ein Jahr, bis ich wieder halbwegs im Alltag war. Durch Erfahrungswerte (NEMs, Gelassenheit, Ernährungsoptimierung, ...) einerseits, sich kompensierend anders eingestellte Organe und Einstellungen andererseits, ist es durchaus denkbar, dass ich wieder bald in meinem chronischen Mittelzustand bin. Ich bin es mittlerweile gewohnt, mit dieser Schwäche umzugehen, ihr nicht so viel Wert beizumessen, mich durchzubeißen.


Mal schaun, ob mir der Arzt entlastende Dosen an Hormonen verschreiben kann. Laut meiner Recherche sind hier besonders zu erwähnen: Hydrocortison/Cortisol, DHEA und Pregnenolon.

Sonntag, 8. Juli 2012

Insekten als Nahrungsmittel auf Bestandsprobe

Eine Packung Mehlwürmer
Da ich seit bereits einigen Wochen eine strengere Paläo-Ernährung praktiziere, fehlt mir durch den Wegfall der Milchprodukte meine tierische Hauptfettquelle, die ich hoffte, mit Knochenmark und Hirn evtl. decken zu können, wovon ich aber bisher leider keines besorgen konnte. Eier wollte ich auch eher reduzieren, da in der freien Natur nur im Frühjahr verfügbar.

Schon länger mit dem Gedanken vertraut, habe ich mir nun Insekten besorgt und hinsichtlich Geschmack und Zubereitung ausprobiert. Mit einem positiven Fazit - und künftig einem weiteren Lebensmittel auf meinem Speiseplan. ;-)

Sonntag, 1. Juli 2012

Prototyp V im Wettkampf ersterprobt

Prototyp V - Gummi-Platte
Prototyp V des Laufleders war ein größeres Projekt im Vergleich zu den anderen. Nachdem ich nun neues Sohlenmaterial zur Verfügung hatte, wollte ich zugleich auch eine aufwendiger gestaltete, dafür besonders angenehm handzuhabende Befestigung bauen, damit man schnell und einfach richtig geschnürt ist und loslaufen kann. Bei zugleich angenehmen Tragekomfort.

Leider erwies sich meine Konstruktion, die basierend auf dem Prototyp III und erweitert, genial erschien, als Reinfall. Nach nur wenigen Metern rutschte der Fuß nach außen und Laufen war nicht mehr möglich. Auch leichte Umbauten änderten das nicht, und dann bei weiterem Umbau hatte ich die Sohle unwillentlich kaputt gemacht. ;-)

Etwas enttäuscht, habe ich dann aber nach gewisser Pause die Tage der traditionellen Tarahumara-Schnürung mit leichter Abwandlung eine weitere Chance eingeräumt. Diesmal mit einem Kunststoffband, anstatt Schnürsenkel oder Schnürchen und es klappte unerwartet gut. Der Fuß saß fest, ein kurzer Mini-Lauf bezeugte den guten Sitz am Fuß.... und die Lust ihn ausgiebiger zu erproben, war dann natürlich geboren. Denn das Sohlenmaterial ließ auf interessante Ergebnisse hoffen.

Gestern Abend war es dann soweit in Ochsenhausen beim Fürstenwaldlauf, bei dem ich zusammen mit meiner Laufpartnerin Sunny antrat. Die Temperatur war besonders hoch. Bis zum Aufbruch zum Wettkampf maß das Thermometer 45°C in der Sonne, über 30° im Schatten. Gegessen hatte ich an diesem Tag frisch gesammelte Beeren, Kräuter, zusätzlich ein paar kleine Hände voll getrockneter Maulbeeren und dann gab es am frühen Nachmittag drei rohe Nieren vom Reh, sowie Fett vom Rehherz, die mir subjektiv, vielleicht war es aber auch Placebo, im Anschluss ein besonderes Wohl- und Kraftgefühl schenkten, sodass ich mich für den Lauf gewappnet fühlte und die Hitze nicht sonderlich ernst nahm und nur als Vorteil für mich ansah.

Schweiß bildete sich jedoch bereits, als ich nur die Haustür verlassen hatte.

Als wir nach Anmeldung uns noch einliefen, wurde vor dem Start nochmals darum gebeten, Rücksicht auf die eigene Gesundheit zu nehmen. Sunny noch viel glück wünschend, ging es dann los. Ich legte einen schnellen, aber nicht ganz (zu) schnellen Start wie sonst hin und meine Aufmerksamkeit galt sehr den bisher nur in wenigen hundert Metern erprobten Prototypen V, die ich hiermit Gummi-Platte taufe. ;-)

Das Tragegefühl war besonders angenehm. Der Schnürung traute ich wegen der rutschig wirkenden Kunststoffbänder nicht so ganz und hatte daher vorsorgehalber diese noch mit Sicherheitsnadeln zusätzlich gesichert. Die Sohle selbst war mit 8mm die bisher dickste, bietet aber auch eine gewisse Flexibilität und ist vergleichsweise leicht - 80g je "Schuh". ;-)

Ich fühlte mich durchweg ausgeglichen, hatte völlig freie Lungen und litt nie unter Sauerstoffmangel und lief mich nach und nach weiter nach vorne, nachdem ich etwa am Ende des vorderen Viertel gestartet war. Trotz des subjektiv entspannten Laufes hatte ich ein gutes Tempo drauf und holte langsam, aber kontinuierlich bis ca. Kilometer 6 nach und nach weiter auf. Dort auch die weibliche Läuferin, die sich als weibliche Gesamtsiegerin später feiern lassen sollte. Die nahm mein Überholen zum Anlass, ihr Tempo zu erhöhen und wir liefen gleichauf eine Weile, als sie dann aber tatsächlich wieder einen Vorsprung aufbauen konnte. Ohne den gnädig frischen Wald wäre der Lauf wohl kaum schnell machbar gewesen.

An den Versorgungsstationen bei Kilometer 3, 5 und 7,5 spülte ich jeweils den trockenen Mund aus und nahm auch einen kleinen Schluck Wasser zu mir. Sich davon etwas über den Kopf zu leeren erwieß sich als Fehler, da dadurch auch mein Laufshirt an der rechten Schulter benetzt wurde und unangenehm darauf zu kleben begann.

Medaille und Handtuch
für den 2. Platz in
der Altersklasse
Die letzen 2 Kilometer gab ich nochmals etwas mehr Tempo, den letzten Kilometer erhöhte ich nochmals, konnte dabei noch einen weiteren Läufer überholen und wenige hundert Meter vor dem Ziel gelang es mir dann auch wieder die zuvor genannte Dame hinter mir zu lassen. Durch den schnellen Lauf zog sich jedoch merklich der Bauch zusammen, mir wurde nicht direkt übel, aber es war äußerst unangenehm. Ich bekam das Gefühl, ich könnte ungewollt in die Hose machen, dass dann nach Durchlauf der Ziellinie wie das Bauchdrücken gleich wieder verschwunden war.

Ich konnte meinen bisherigen Rekord nicht knacken, aber war mit einer Zeit von 40:58 nahe dran, mit Einberechnung des Starts weiter hinten (keine Transponder) praktisch identisch und endlich mal wieder nach bisher sonst langsamen Ergebnissen flotter unterwegs gewesen. Insgeheim war ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden, die 40er-Marke auf 10 km werde ich dieses Jahr aber auf jeden Fall noch knacken wollen.

In meiner Altersklasse errang ich den 2. von 12. Plätzen und durfte daher neben Urkunde eine Medaille sowie ein rotes Handtuch entgegen nehmen. In der Gesamtwertung belegte ich den 17. von 126 Plätzen.

Die Gummi-Platten saßen bis zum Ende perfekt, es gab ein paar leichte Riebstellen, am linken Fuß leider auch einen stärkeren Hautaufrieb am 2. Zeh.  Aber im Vergleich zu vorigen Riebstellen war das relativ wenig und ist somit ein Fortschritt. Ein vom Aufbau identisches Modell, nur mit anderer Sohle, ist schon fertiggestellt und will als nächstes erprobt werden, um die Laufqualitäten verschiedener Materialien direkt zu vergleichen.

Freitag, 29. Juni 2012

Steinzeitliches Frühstück

*mjammi* Walderdbeeren :-)
Die Tage hab ich die Kamera mal mit eingepackt, als ich früh morgens in der Wildnis, äh im Garten auf Nahrungssuche war. ;-)

Seit knapp 2 Wochen mache ich versuchsweise eine strengere Paläo-Ernährung, d.h. meine Nahrung besteht weitgehend aus Kräutern, Beeren, wilden Meerestieren, Innereien, Eier und tlw. Nüssen. Sonstiges Obst oder Gemüse, auch die oft doch genutzte Butter entfällt. Dafür gibt es noch Kokosnuss als Fettlieferant. Falls erhitzt, nutze ich kein pflanzliches Fett sondern dünste kurzzeitig in Wasser an und belasse viel roh.

Fleisch und Innereien bevorzugt von Reh und Hirsch.

Durch die vielen Beeren bin ich aktuell noch nicht in Ketose, aber nahe dran. Langfristig wird es wohl auf einen regelmäßigen Wechsel von Glucose- und Ketose-Stoffwechsel hinauslaufen.


Hab bei der Gelegenheit auch mal meine Video-Schnittkünste etwas erweitert und mehr gewagt.

Gegessen wird natürlich alles mit Händen.


Essen nach Reihenfolge:
Löwenzahn, Gundermann/Gundelrebe, Himbeere, Himmbeerblatt, Brennnessel, Borretsch, Rucola, Pfefferminze, Walderdbeeren, rote Johannisbeeren, Hühnereier, Wildlachs.


Dienstag, 29. Mai 2012

Harte Waden und eingeschlafene Füße

Gestern nahm ich gemeinsam mit meiner Laufpartnerin am 25. Mindelheimer Pfingstlauf teil. 11,3 km über Asphalt, Schotterwege, durch Wald und Wiesen mit ein paar Höhenmetern sollten bewältigt werden. Meine Laufpartnerin entschied sich für die kürzere 5,4er Distanz, da die Beine, insbesondere die Achillessehne ihr schon seit Tagen Probleme bereiteten. Zudem lief sie erstmals einen Wettkampf in ihren neuen FiveFingers.

Durch eine etwas einseitige Ernährung am Tag zuvor auf einer LAN-Party (große Mengen Trockenfeigen und Ziegenmlich), und erstmaligen und hohen Genuss von Grüntee, hatte ich bereits am Morgen über 5 mal Stuhlgang gehabt - und so, das sollte mir während dem Lauf klar werden, jede Menge Mineralien verloren. Zudem wollte ich heute mal nüchtern starten - so gab es morgens nur Wasser zu trinken, um dann um 11 Uhr anzutreten.

Ich fühlte mich soweit am Morgen recht wohl und bastelte an Prototyp V, um damit antreten  zu können. Leider genügte mir die Zeit nicht mehr, ihn rechtzeitig fertig zu stellen, sodass ich mich entschied, in meinen CC Ride zu laufen.

Das Wetter war sonnig und warm. In der Sonne zum Laufen eher zu warm, aber bis zum Start gesellten sich noch einige Wölkchen an den Himmel um die knallende Hitze etwas abzufangen - weit in der Ferne konnte ich sogar ein blitzendes Gewitter erblicken.

Heute startete ich, Lust auf eine neue Bestzeit, ganz vorn, ging mit gutem Tempo voran. Ein mir schon gut Bekannter holte nach nicht langer Zeit auf, ich hängte mich an ihn etwas ran, was ein Stück gut klappte, dann merkte ich aber das meine Beine irgendwie nicht so richtig Power hatten und er zischte davon. In Gedanken überlegte ich schon, ob die kleinere Distanz heute vielleicht doch die bessere Wahl gewesen wäre, aber lief dennoch eifrig weiter.

Dann geschah etwas, was ich so bisher noch nie erlebt hatte. Meine Waden wurden hart. Steinhart. Ich musste an Stahl denken. Mein Tempo verringerte sich gezwungenermaßen auf Spaziergängerniveau, ich humpelte nur noch in kleinen Schritten voran. Ob es sinnvoll ist aufzugeben, fragte ich mich. Und entschied mich, wenn es sein sollte, die restlichen ca. 6km nötigenfalls auch so weiter zu laufen. Am Verpflegungsstand schnappte ich mir einen Becher Mineralwasser, in der Hoffnung, meine Waden würden sich dadurch wieder lockern.

Und das taten sie dann nach einem weiteren Kilometer, wo es auch stückweise schön bergab ging auch allmählich. Ich gewann langsam wieder Tempo und überholte wieder ein paar, die an mir in meinem Trampelzustand mühelos hatten vorbei ziehen können. Doch einige davon sollte ich bis ins Ziel nicht mehr sehen.

Doch meine Füße schliefen ein, wurden taub! Dadurch verlor ich jegliches Feingefühl in den Beinen und drohte umzuknicken. War ich froh, keine üblich stark ausgepolsterten und "stützenden" Laufschuhe zu tragen. So lief ich einfach wie gewohnt meine Vorfuß-Technik, wenn auch mit ungewohntem Bodenkontaktgefühl. Den letzten Kilometer auf Asphalt konnte ich das Tempo nochmals steigern, "der Motor war warm", dabei löste sich dann auch bereits leicht wieder das Taubheitsgefühl. Mit Geschwindigkeit durchlief ich die Ziellinie, eine miserable Laufzeit vermutend, da ich knapp einen Kilometer nur gehumpelt war.

Die Ergebnislisten belehrten mich eines besseren. Ich hatte die 11,3 km in 48:59 gelaufen, was 43:21 auf 10 km entspricht und erreichte damit Platz 42 von 108,  in meiner Altersklasse wurde ich 9. von 13. Nach einigen Bechern Tee im Ziel erwachten auch meine Füße wieder gänzlich.

Schade um die Zeit, aber die Erfahrung mit harter Wade, Humpeln und eingeschlafenen Füßen war für mich ein wertvolles Erlebnis, dem ich künftig vorbeugend besser entgegen wirken möchte. ;-)

Nüchtern empfand ich nicht soo toll. Ein Apfel am Morgen wäre subjektiv sinnvoll gewesen.

Und dann am Abend, ja wer hätte es gedacht, ist Prototyp V fertig geworden. Neues Sohlenmaterial, neues Befestigungssystem - der erste Probelauf folgt, und Wettkampf sowieso.

Mittwoch, 23. Mai 2012

Trekken in der Pfalz

Am vergangenen, verlängerten Wochenende war ich mit ebenso abenteuerlich eingestimmter Begleitung in der Pfalz zum Trekken unterwegs. Vier Tage wild durch die Natur - es war ein wunderschönes, gewagtes Erlebnis. Ein GPS-Gerät hat sich an diesen Tagen mehrfach bewährt. ;-)

Einen ausführlichen Bericht und Bilder findet ihr hier.

Mittwoch, 9. Mai 2012

Persönliche Bestzeit im Prototyp III

Da sind sie, die Gummi-Latschen
Prototyp III
Vom tollen Lauferlebnis mit Prototyp II angetrieben, sollte es nicht lange dauern, bis ich mir Bastelmaterial bestellte, um mich daran zu machen, Prototyp III, die "Gummi-Latsche" zu entwerfen.



Diesmal war mehr Bastelarbeit angesagt. Ich besorgte mir 6mm dicken, sehr flexiblen Gummi, schnitt mir daraus zwei Sohlen aus und überlegte, wie ich eine viel einfachere Schnürung bzw. Halterung bauen könnte, die auch schnell angezogen ist. Diesmal war der Schneider und Schuster in mir gefragt, mit Ideen, Näharbeit und Geduld ans Werk zu gehen.

Eine Vorversion entpuppte sich als optische Beleidigung, die ohnehin nach einem Probelauf zeigte, dass sie sich nicht so recht am Fuß halten wollte. Die starke Flexibilität der Sohle schien nachteilig. Nach einem Umbau war die Sohle noch minimalistischer und brachte nur stolze 60 g auf die Waage.

Mit besonders wenig Schnürung
Zeit blieb nur für eine kleine Testrunde (vielleicht 1km) auf Asphalt, Schotter und Waldboden, die ich als "interessant" empfand. Trotz wenig Halterungsmaterial saß die Sohle dicht am Fuß. Diesmal waren weder Schnüre noch Gummischnur dafür zuständig, die Sohle am Fuß zu halten, sondern ein straffes Polyester-Band, in das ich nur an einer Stelle ein Stück Gummiband eingearbeitet hatte, damit man leichter (oder überhaupt ;-)) in den Schuh schlüpfen kann.

Ein Wettkampf folgte in Gundelfingen, zur intensiven Erprobung auf allen typischen Untergründen über 10km. Bemitleidende Augen fanden sich am Startplatz, als sie mein Schuhwerk erblickten und wollten mir nicht so recht abkaufen, dass ich damit meine Freude hätte. Ändern sollte sich das während und nach dem Lauf. Ich startete in etwa in der Mitte, angetreten waren 104 Läuferinnen und Läufer. Das Wetter schien ideal zum Laufen: trocken, leicht bewölkt und ein frischer, sanfter Wind rundeten das Klima bei gut über 10°C ab.

Ein wenig Profil ist nicht zu viel ;-)
Ein Stück Asphalt, dann gings Waldeinwärts, und, oh Schreck, frisch gestreuter, harter, großkörniger Schotterweg. Anfangs lief es sich trotz der Gummi-Latschen ganz gut darauf, als es sich aber länger hinzog, machte ich mir langsam schon etwas Sorgen wegen meiner Fußwurzelknochen. ;-)

Ob durch leichten Schmerz angetrieben, oder eher zufällig, entdeckte ich durch minimale Änderung des Laufen eine Technik, wie ich mit den Sohlen nicht mehr so sehr das Gefühl hatte zu laufen, sondern über den Boden gleichmäßig zu gleiten. Und das wohl sehr schnell. Wie der Wind zog ich immer wieder an Läufern vorbei, die sich darüber wunderten, von einem "Flip-Flop"-Träger überholt zu werden. Irgendwann hefteten sich dann aber auch zwei überholte recht gut an mich an. Nach spätestens 2/3 des Laufes setzte meine tiefe Bauchatmung ein... und ich musste unbedingt kacken, pardon... aufs Klo. Ob ich dadurch schneller wurde?

Kurz vor Zieleinlauf war ich überrascht, dass ich noch richtig(!) sprinten konnte und so nochmal eben bei ein paar Läufern vor der Ziellinie vorbei schoss. Ich vermutete eine Zeit bei vielleicht 43 Minuten.

Die Tatsachen waren gnädiger. Mit 40:44 lief ich meine persönliche Bestzeit über "echte" 10km und belegte den 19. von 104 Plätzen, den 3. von 11 in meiner Altersklasse und heimste so sogar erstmals einen Platzierungspreis ein: Eine Flasche Wein, die nun im Regal steht und darauf wartet, irgendwann gesoffen, äh, genossen zu werden.

Die neue Halterung hatte die Sohle stets angenehm fest aber nicht drückend am Fuß gehalten. Jedoch war der Vortrieb nur durch den Zehentrenner gehalten, wodurch sich dort die ganze Haut abgerieben hatte. Mir schwant schon, wie ich eine verbesserte Halterung bauen könnte, mit einer nicht ganz so flexiblen Sohle. Material ist bestellt und trifft hoffentlich bald ein... zuvor gab es noch einen Lauf in einem spontanen Materialtest in Prototyp IV, dem Motorradreifen, der weniger gut ausfiel.

Dienstag, 8. Mai 2012

Schneller, blutiger Lauf

Da war nun das Laufleder geboren, die Ersteindrücke bis auf scheinbare Schnürungsprobleme positiv, aber ich hatte sogesehen keine Vernünftige Grundlage, um einschätzen zu können, wie toll es nun denn tatsächlich war. Die Lust, weitere Materialien zu testen, war geboren.

Prototyp II klebt förmlich am Fuß
Sogar mit ordentlich Profil ;-)
Als sich bei den Hausschuhen meines Bruder die Sohlen, ähnlich wie die typischen Birkenstocksohlen, nur etwas weicher, lösten, nahm ich das zum Anlass die Schuhe zu "schlachten", indem ich die Sohlen unten mit einem Messer ablöste, diesmal testweise mit einer dicken, elastischen Schnur einschnürte und mir sogleich lustvoll um die Füße band. Prototyp 2 war geboren. Die Sohlen waren ein Stück zu lang, ich sah das aber nicht als Behinderung an, was sich später jedoch anders herausstellen sollte.

Die Enden lies ich dran, da
bisher der Fuß auf der Sohle
erfahrungsgemäß während des
Laufens gerne mal leicht
verrutschten kann
Und nicht viel später konnte ich es kaum erwarten, damit einen ersten Lauf zu wagen, ein Lauf in die April-Nacht hinein. Über Feldweg, Schotter und Stein fühlte ich mich merklich besser aufgehoben als in den Ledersohlen, die Sohlen saßen bombenfest an den Füßen und ich flog nur so dahin. Letzteres mag auch an der guten Tagesform gelegen haben, ich hatte jedenfalls das Gefühl mühlelos in rekordverdächtigem Tempo meine Hausstrecke zu laufen. Wie verrückt schoss ich über den Boden hinweg, doch da, bei einem Übergang von Feldweg zu Asphalt blieb mir irgendwie die Sohle vorn und/oder der Zeh hängen un ein kurzer, fester Schmerz durchzog meinen linken Zeh.

Die Verletzung als gering einschätzend, lief ich ohne anzuhalten weiter, genoss den weiteren Lauf und kam begeistert wieder zu Hause an. Der Zeh sah übler aus, als es tatsächlich war, aber das Foto musste sein. ;-)
Wer schön sein will, äh, wer
einen neuen Laufschuh
entwickeln möchte, muss
leiden

Bereits nach diesem ersten Lauf war die Sohle stark an die Fußform angepasst. Das Material war sehr biegsam, ich auch mit heftigem Tempo gelaufen. Jedoch blieb ein Kiesel inmitten der Sohle stecken und hatte sich fast durchgebohrt.

Nach nur zwei weiteren Läufen später sollte sich jedoch herausstellen, dass die Sohlen durchgelaufen waren. Am Hauptverschleißpunkt am Fußballen war nur noch eine Papierdünne Schicht übrig geblieben. Prototyp II war somit schon wieder gestorben, hatte mir aber gezeigt, dass es noch deutlich angenehmer zu laufen geht, als mit dem Laufleder. Und so wurde die Lust und Neugier nach neuen Materialtests besonders groß... ein weiterer Prototyp sollte bald folgen...

Erste Schritte zum selbstgefertigten Laufschuh

Als ich im Sommer 2011 mit dem Laufen begann, wollte ich möglichst natürlich, d.h. Barfuß unterwegs sein. So wagte ich mich mit nackten Füßen nach draußen zum Lauf auf Asphalt. Der erste Kilometer war sehr interessant, leichtes Pieksen da und dort, aber insgeheim schien es zu funktionieren. Nach dem zweiten Kilometer änderte sich das aber zunehmends und die bisher zarte Fußsohle war rundum mit einem Brandgefühl erfüllt. Den Rückweg trat ich daher "etwas" langsamer an... Hauptsache ankommen. ;-)

Danach machte ich mich an die intensivere Recherche bezüglich Barfußlaufen und stieß auch auf sogenannte "Barfußschuhe" wie den Nike Free. Den probierte ich dann im Laden auch an, hatte aber den Eindruck, dass dieser Schuh nicht lange halten würde und klapperte weitere Schuhläden ab, bis ich im Adidas CC Ride einen meinen Füßen besonders zuträglichen Barfußschuh fand. Während der Recherche stieß ich auch auf "Huaraches", selbstgebastelte Minimalschuhe, denen ich damals aber keine Beachtung schenkte.

Das sollte sich ändern, als ich ab November 2011 nur noch Barfuß im Haus unterwegs war und vereinzelt eine kleine Barfußrunde im Gelände lief, unabhängig von den Temperaturen, naja fast: solange 0°C nicht unterschritten wurde. Als ich immer mehr auch teilweise auf Geröll und Schotter spazierte, war der Gedanke geboren, Socken mit aufgenähter Ledersohle anzufertigen, um auch darauf "Barfuß" laufen zu können.

Zur Umsetzung kam es nie, die "Huaraches" im Internet erregten jedoch nunmehr meine Aufmerksamkeit. Erst durch ein paar motivierende, antreibende Worte einer Freundin wagte ich dann endlich, mein handwerkliches Geschick herauszufordern.

Der Prototyp I
Dickes Rindleder wurde bestellt und daraus inspiriert von den vielen Variationen von "Huaraches" eine eigene Variante hergestellt. Der erste Lauf war begeisternd... Barfußlaufen, nur kein böses Pieksen mehr, wenn ich auf Steinen unterwegs war. Dass ich damit aber von guten Langstreckenschuhen, die auch auf längeren Schotterstrecken geeignet sind, noch weit entfernt war, war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst.
Prototyp I im
Wettkampf erprobt
Später sollte sich sonst noch herausstellen, dass bei nasser Witterung sich das Leder mit Wasser aufsaugt und schwer wird. An der Schnürung tüftelte ich viel herum, sie schien anfangs die größte Herausforderung zu sein. Und dann ging es auch auf einen Wettkampf über 10km, wo die Schnürung sich als zu lose herausstellte und ab einigen Kilometern die Schuhe nicht mehr fest genug an den Fußsohlen saßen und dadurch beim Laufen auf den Boden klatschten, sodass ich mich nicht vollständig auf das Laufen einlassen konnte. Immerhin kam ich noch mit 45 Minuten ins Ziel und die Zuschauer waren von meinen "Schuhen" begeistert. Im Ziel stellte ich auch fest, dass es ein paar kleine Aufriebstellen gegeben hatte, die sich aber in kleinen Grenzen hielten.

Der erste Prototyp sollte als Namensgeber für meine hergestellten "Laufschuhe" dienen: Laufleder. Weitere Prototypen und blutige Erlebnisse sollten folgen. Mehr dazu in Bälde.

Sonntag, 29. April 2012

Laufen in Autoreifen? In Motorradreifen!

Die Lauf-Saison hat längst wieder ihre besonders aktive Phase erreicht.

Und auch ich laufe wieder regelmäßig 2-3mal die Woche meine jeweils 4-8 km, mal nur Asphalt, mal gemischt. Noch sehr selten - zuletzt schon lange nicht mehr - auch mal 12 oder 14 km.

Seit diesem Jahr erprobe ich - angespornt durch Lotti, auch tätig zu werden - verschiedene Materialien auf Ihre Tauglichkeit als Laufsohlen. Heute gings mit Prototyp 4 an den Start, den ich gestern relativ spontan angefertigt hatte und gerade noch heute Morgen vor dem Lauf die Schnürung nochmals änderte.


Als Material dienten Motorradreifen, die nicht mehr in Gebrauch waren, aber noch gut Profil hatten. Hierzu erntfernte ich zuerst die inneren Ringe, die aus mehreren Drähten gebildet werden - und schwupps hatte der Reifen keinerlei sonderliche Stabilität mehr. Ich war überrascht, wie Weich so ein Reifen ist - und er eben durch die Spannung der Innenringe seine Festigkeit ausstrahlt.

Zur Schnürung wollte ich nun erstmals Lederriemen verwenden. Diese stellten sich aber in diesem Falle als besonders unangenehm heraus, allein damit angezogen war das Gefühl am Fuß sehr unangenehm. So entschied ich mich, auf flache, geflochtete Schnürsenkel aus Baumwolle zu setzen. Ein kurzer Probelauf auf einem Kilometer verlief sehr positiv. Steine, auch großer Schotter waren überhaupt kein Problem. Die Dicke des Reifengummi betrug etwa 8mm. Ich fühlte mich besonders gut geschützt und war vom Laufgefühl sehr positiv angetan.


Heute ging es dann frühmorgens um 10 Uhr an den Start. Frühstück gab es keines, ich kämpfte mich gegen 8 Uhr aus dem Schlafgemach - kein guter Tag, dachte ich. Hatte mir gestern Abend aber, von der Tarahumara-Propaganda beeinflusst noch eine Iskiate hergestellt und im Kühlschrank einziehen lasse. Man nehme hierzu einfach einen Esslöffel Chiasamen, gutes Wasser, wenige Spritzer Zitrone und verrühre das ganze mit einem Teelöffel, der zuvor in Honig getunkt wurde. Geschmacklich empfinde ich dieses "natürliche Power-Gel" sehr lecker. Ja erfrischend... aber sonst habe ich nichts bemerkt.

Eilig mit dem Motorrad gings dann ins nicht allzu weit entfernte Reinstetten zum 10km-Hauptlauf.
Wie üblich habe ich mich dann gleich vor Ort, da ich ein Spontanteilnehmer bin, nachgemeldet und sodann in die Umkleide-Kabine begeben um mein noch kaum erprobtes Schuhwerk anzuziehen.

Einige freudige und interessierte Blicke mit amüsantem Wortwechsel gab es bereits dort und weitere sollten nach dem Lauf folgen.

Der Zeiger der Kabinenuhr stand schon kurz vor 10 Uhr. Wertsachen verstaut und an den Startplatz. Dort schnürte ich nochmals etwas um, reihte mich recht weit vorne ein und schon fiel der Startschuss. Mit gutem Tempo lief ich der ersten schnellen Traube hinterher, nachdem ich ein paar vereinzelte Läufer noch überholt hatte. Und meinte auch, das gut halten zu können. Dem sollte aber nicht so sein. Nach wenigen Kilometern merkte ich, dass meine Waden nicht so gut dabei waren. Doch ein viel größeres Problem zeigte sich. Die Reifenschuhe waren einfach verdammt schwer und hingen mittlerweile wie Blei an den Füßen. Das war mir bei meiner kleinen Testrunde leider überhaupt nicht aufgefallen. Ich bekam die Füße nicht mehr richtig hoch, wie Kötze schleiften sie über dem Boden. Vereinzelt huschten so immer wieder Läufer von hinten an mir vorbei.

Ich selbst überlegte in Gedanken, ob ich die Schuhe abwerfen, und Barfuß mein Glück versuchen könnte. Da ich aber ohnehin schon offene Füße hatte, nahm ich von dem Gedanken wieder Abstand. Mein Ziel war, so gut wie möglich, mit den Reifen die Ziellinie zu überqueren. Der Lauf ging über 3 Runden, jetzt war ich bereits in der letzten. In Gedanken versunken lief ich recht gemütlich dahin, als mich dann eine hübsche Frau überholte und nochmal einen Ehrgeiz in mir weckte. ;-)

Ich zog nochmal an, überholte besagte Frau und noch weitere 3 Läufer, doch das Blei an den Füßen wurde wieder schwerer. Mein Tempo ließ nach, überholte Läufer huschten wieder an mir vorbei. Noch weniger als 1km. Ich hielt, was möglich war, die hübsche Frau blieb irgendwo hinter mir und ich durchsprang die Ziellinie in 45:03 - gefühlt hätten es auch noch mehr sein können. Und entledigte mich als erstes meinen Schuhen, bevor ich mich um etwas zu Trinken kümmern sollte. Viele Riebstellen, Blasen, Blutblasen... zum Glück hatte das während dem Lauf (noch?) nicht weh getan. Anschließend aß ich am Zielstand eifrig von den Bananen und trank vom Isowasser.

Ich war froh, mit den Reifen das Ziel noch erreicht zu haben, ohne großere Übel. Eine leichte Enttäuschung war zwar schon gegeben, aber gelernt habe ich für die Zukunft: Schuhe vor dem Lauf abwiegen. ;-)

Das habe ich nun nach dem Lauf getan, und festgestellt, dass mein voriger Prototyp gerade mal ein fünftel der Reifenschuhe wog. ;-)


Sonntag, 15. April 2012

Die Wiedergeburt des Blogs

Durch ein Missgeschick habe ich neulich meinen ehemaligen Blog regelrecht vernichtet (genaugenommen die Datenbank gelöscht). Als mir das klar wurde, musste ich erst einmal dicke grinsen. ;-)

Es sind zwar dadurch einige sehr wertvolle Beiträge verloren gegangen, aber andererseits fühlt es sich für mich subjektiv aufgeräumt an, ist wieder Raum für Neues vorhanden. Zudem hatte ich ohnehin das Template etwas vermurkst gehabt (u.a. eine Mischung aus Deutsch und Englisch, u.a.).
Das ist jetzt bereinigt.

Ich entschied mich, nachdem ich zuletzt selbst bei einigen Blogs Mitleser war, mal Blogspot auszuprobieren, anstatt erneut ein eigen installiertes Wordpress zu verwenden. Und ich muss sagen, mir gefällt es richtig gut, so geb ich dem eine Chance. Praktisch finde ich u.a. das Blog-Netzwerk, sodaß man sich bei anderen Blogs als Mitglied/Leser anmelden kann und bei Kommentaren direkt als Blogschreiber auftritt. Über Umwege ist das zwar einigermaßen auch via externem Blog möglich, aber mit ein paar Einschränkungen.

Nun denn, ein Hoch auf den neuen Blog und neue Beiträge. ;-)

Bis in Bälde

Euer Entwanderer