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Mittwoch, 9. Mai 2012

Persönliche Bestzeit im Prototyp III

Da sind sie, die Gummi-Latschen
Prototyp III
Vom tollen Lauferlebnis mit Prototyp II angetrieben, sollte es nicht lange dauern, bis ich mir Bastelmaterial bestellte, um mich daran zu machen, Prototyp III, die "Gummi-Latsche" zu entwerfen.



Diesmal war mehr Bastelarbeit angesagt. Ich besorgte mir 6mm dicken, sehr flexiblen Gummi, schnitt mir daraus zwei Sohlen aus und überlegte, wie ich eine viel einfachere Schnürung bzw. Halterung bauen könnte, die auch schnell angezogen ist. Diesmal war der Schneider und Schuster in mir gefragt, mit Ideen, Näharbeit und Geduld ans Werk zu gehen.

Eine Vorversion entpuppte sich als optische Beleidigung, die ohnehin nach einem Probelauf zeigte, dass sie sich nicht so recht am Fuß halten wollte. Die starke Flexibilität der Sohle schien nachteilig. Nach einem Umbau war die Sohle noch minimalistischer und brachte nur stolze 60 g auf die Waage.

Mit besonders wenig Schnürung
Zeit blieb nur für eine kleine Testrunde (vielleicht 1km) auf Asphalt, Schotter und Waldboden, die ich als "interessant" empfand. Trotz wenig Halterungsmaterial saß die Sohle dicht am Fuß. Diesmal waren weder Schnüre noch Gummischnur dafür zuständig, die Sohle am Fuß zu halten, sondern ein straffes Polyester-Band, in das ich nur an einer Stelle ein Stück Gummiband eingearbeitet hatte, damit man leichter (oder überhaupt ;-)) in den Schuh schlüpfen kann.

Ein Wettkampf folgte in Gundelfingen, zur intensiven Erprobung auf allen typischen Untergründen über 10km. Bemitleidende Augen fanden sich am Startplatz, als sie mein Schuhwerk erblickten und wollten mir nicht so recht abkaufen, dass ich damit meine Freude hätte. Ändern sollte sich das während und nach dem Lauf. Ich startete in etwa in der Mitte, angetreten waren 104 Läuferinnen und Läufer. Das Wetter schien ideal zum Laufen: trocken, leicht bewölkt und ein frischer, sanfter Wind rundeten das Klima bei gut über 10°C ab.

Ein wenig Profil ist nicht zu viel ;-)
Ein Stück Asphalt, dann gings Waldeinwärts, und, oh Schreck, frisch gestreuter, harter, großkörniger Schotterweg. Anfangs lief es sich trotz der Gummi-Latschen ganz gut darauf, als es sich aber länger hinzog, machte ich mir langsam schon etwas Sorgen wegen meiner Fußwurzelknochen. ;-)

Ob durch leichten Schmerz angetrieben, oder eher zufällig, entdeckte ich durch minimale Änderung des Laufen eine Technik, wie ich mit den Sohlen nicht mehr so sehr das Gefühl hatte zu laufen, sondern über den Boden gleichmäßig zu gleiten. Und das wohl sehr schnell. Wie der Wind zog ich immer wieder an Läufern vorbei, die sich darüber wunderten, von einem "Flip-Flop"-Träger überholt zu werden. Irgendwann hefteten sich dann aber auch zwei überholte recht gut an mich an. Nach spätestens 2/3 des Laufes setzte meine tiefe Bauchatmung ein... und ich musste unbedingt kacken, pardon... aufs Klo. Ob ich dadurch schneller wurde?

Kurz vor Zieleinlauf war ich überrascht, dass ich noch richtig(!) sprinten konnte und so nochmal eben bei ein paar Läufern vor der Ziellinie vorbei schoss. Ich vermutete eine Zeit bei vielleicht 43 Minuten.

Die Tatsachen waren gnädiger. Mit 40:44 lief ich meine persönliche Bestzeit über "echte" 10km und belegte den 19. von 104 Plätzen, den 3. von 11 in meiner Altersklasse und heimste so sogar erstmals einen Platzierungspreis ein: Eine Flasche Wein, die nun im Regal steht und darauf wartet, irgendwann gesoffen, äh, genossen zu werden.

Die neue Halterung hatte die Sohle stets angenehm fest aber nicht drückend am Fuß gehalten. Jedoch war der Vortrieb nur durch den Zehentrenner gehalten, wodurch sich dort die ganze Haut abgerieben hatte. Mir schwant schon, wie ich eine verbesserte Halterung bauen könnte, mit einer nicht ganz so flexiblen Sohle. Material ist bestellt und trifft hoffentlich bald ein... zuvor gab es noch einen Lauf in einem spontanen Materialtest in Prototyp IV, dem Motorradreifen, der weniger gut ausfiel.

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