Navigation HTML

Samstag, 21. Juli 2012

Wettkampf in Ketose und Prototyp VII

Seit vergangenem Mittwoch bin ich laut Ketostix wieder in Ketose. Ich merke es auch wieder sehr deutlich am trockenen Mundgefühl, verbunden mit großem Durstgefühl. Dadurch erübrigen sich die Ketostix künftig, wenn aufgebraucht, da das körpereigene Signal ein deutlicher Indikator ist.

Ich war zuletzt eher wieder gehäuft heißhungrig gewesen, seit der Ketose änderte sich das. Ich hatte wieder Phasen, in denen mich der Gedanke, etwas zu essen, sehr widerstrebte.

Am Freitag stand ein 10km-Wettkampf an. Bisher hatte ich mich immer über der Schwelle zur Ketose befunden und vor Wettkämpfen nochmals konzentrierter Obst gegessen, weil ich von den Geschichten über Carbo-Loading infiziert war und keinen Bock auf einen totalen Reinfall hatte.

Diese Frage hatte mich hier nun erneut herausgefordert. Und ich gab, mit sehr ungutem Bauchgefühl - der Angst zu versagen - dennoch nach und entschied mich in Ketose anzutreten. Der Wettkampf fand am Abend statt. Am selben Tag gab es rohen Fisch, Garnelen, etwas Butter und ein paar Stückchen Gurke. Ergänzt mit ein paar NEMs (Vitamine und Aminos), die ich seit dem letzten Burn-Out-Rückfall wieder häufiger einnehme.


Prototyp VII sitzt fest am Fuß
und reibt ihn nicht auf
Eine andere Premiere durfte Prototyp VII feiern, den ich bis dato nur in sanften Training bei kurzer Strecke ausprobiert hatte. Anfangs mit großen Zweifeln, die aber abgenommen hatten. Sogar mein Bruder ging damit Joggen, ohne direkt negatives Feedback, was mich bestärkte, sie im Wettkampf zu erproben.


Problematisch wurde die Wetterlage gegen Abend hin. Bevor ich aufbrach, begann es bereits leicht zu regnen. Mir war nicht bekannt, ob meine Laufsandalen für regnerische Witterung geeignet seien. Meine guten, alten Adidas CC Ride hatte ich jedenfalls auch dabei - ich trage sie generell ständig weitgehend im Alltag. Ich entschied mich, auch hier nochmals ein weiteres Risiko einzugehen, und trotz regnerischer Witterung - es war zumindest nur ein leichter, aber konstanter Regen - in Prototyp VII zu laufen.

Mit schickem Laufshirt
macht das Laufen noch mehr
Spaß ; -)
Bei all den neuen Wagnissen - folgt noch ein weiteres.
Ich habe sowohl eine Website, wie Werbe-Laufshirts für LAUFLEDER entworfen, um bereits etwas Werbung für die Schuhe zu machen. Nachdem mich Prototyp VII im Training soweit positiv angeregt hatte, bald eine erste intensivere Testphase mit Testläufern zu wagen, entschied ich mich das Thema nun offizieller werden zu lassen.

Direkt vor dem Start wollte ich die Bindung des Schuhs noch etwas abwandeln - jedoch entpuppte die sich erst elegant erscheinende Idee als nachteilig. Die große Menschentraube war bereits am Start versammelt, als ich mich unter sie mischte, nur wenige Sekunden später gings schon los. Knapp aber pünktlich.

Ich legte einen sehr schnellen Start hin, folgte nah hinter der vordersten Front, zu der sich aber bald ein Abstand aufbaute. Noch saßen die Schuhe fest, doch durch den Regen legte sich ein Wasserfilm zwischen Schuhwerk und Fußsohle. Dadurch ertönten meine Füße wie Quietscheentchen, was aber nerviger war: Die Füße saßen nicht völlig fest am Fuß, mit jedem Schritt rutschte ich etwas mit, was mich irritierte und zugleich demotivierte.

Wegen des hohen Tempos vermutete ich, dass der Körper womöglich aus Protein ein paar kleine Glycogen-Depots in den Muskeln angelegt haben könnte, die mir subjektiv gute Kraft liehen. Dies wurde jedoch im "Laufe" des Laufs nicht bestätigt. Ich hatte durchgehend ein konstantes Energieniveau. Der Wettkampfsgeist war nicht so stark geprägt wie sonst. Ich vergaß mich teilweise im Laufen, wodurch ich wohl auch an Tempo verlor und in Tagträumerei geriet. ;-)

Da ich weit vorn gestartet war, kam es mehr, dass ich überholt wurde, als umgekehrt. Zwei kleine Ansteigungen waren auf der Strecke zu laufen, sonst war sie bis auf ein ca. 100m langes Rasenstück durchweg asphaltiert. Vom quietschenden, rutschenden Schuhwerk ernüchtert, gab ich auf den letzten 2km, als sich von hinten wieder Läufer durch ihr Geräusch bemerkbar machten, mehr Gas. Mir gelang es mit kleineren, schnelleren Schritten mit kaum mehr Anstrengung das Tempo zu steigern. An der letzten Steigung, knapp vor dem Ziel konnte ich zwei Läufer, die mich einige Kilometer zuvor überholt hatten, wieder hinter mir lassen und mit einem letzten Sprint rannte ich ins Ziel. Endlich geschafft. Scheiß quietschen. ;-)

Aber hey: Keine neuen Riebstellen oder dergleichen. Nur eine bereits vor dem Lauf schon bestandene Blase an der Fußsohle wurde wieder geöffnet. Reibtest bestanden. Endlich ein Modell, dass einem nicht die Füße aufritzt. ;-)

Im Ziel angekommen gab's dann mal nach längerer Abstinenz Kohlenhydrate in Form von Apfel und Banane, die ich mir nach kurzer Überlegung doch genehmigte.

Ich vermutete eine Zeit von > 45 Minuten.

Die Ergebnisliste belehrte mich dann aber eines besseren.
Ich hatte meinen alten Rekord um fast genau eine Minute unterboten und damit die für mich bis dato magische Grenze von 40 Minuten geknackt! :-)

Ich war die 10km in 39:45 gelaufen. Belegte damit in der Gesamtplatzierung den 27. von 114 Plätzen, den 5. Platz von 12 in meiner Alterklasse. Und dann, eine große Überraschung bei der Serienwertung der KROSS-Laufserie, an der ich teilnahm. Ich erreichte Platz 3 in meiner Altersklasse über die Serie und durfte mich so einer weiteren Ehrung erfreuen. Angenehme Überraschung. ;-)


Nunja, was hat mich dieser Tag gelehrt?
Ich bin eine persönliche Bestzeit gelaufen.
Was war anders? Ich war seit 2 Tagen bereits in Ketose - oder waren da noch Reserven für 10km übrig?
Und ich lief in meinen neusten Schuhen, die wie keine anderen an den Füßen saßen - aber wetterbedingt für Irritationen sorgten.

Weitere Erfahrungswerte werden mir eine klarere Antwort liefern. Aber wie es erstmal aussieht, könnten Kohlenhydrate auch in Punkto kurze Intensivleistung überbewertet sein.

Muskelkater gab's übrigens typisch wie in Ketose praktisch auch keinen. Nur ein leichtes Ziehen und Spannen in der Wade, wenn man unbedingt was finden wollte. Habe weder vor, noch nach dem Lauf gedehnt. Auch kaltes Beinbad gabs nicht. ;-)

Dienstag, 10. Juli 2012

Der Tag des Burn-Out

Das Morgen-Grauen

Es ist Zeit aufzustehen, Du wachst auf.

Schwer wie an Blei gekettet fühlst Du Dich, willst Dich erheben, doch eine Schwere und Erschöpfung hindert Dich daran. Du schläfst wieder ein. Wachst gefühlte 20 Minuten später wieder auf, willst aufstehen und erneut fällst Du unerwartet wieder in einen Schlaf. Das kann sich bis zum Mittag wiederholen, wo Du es dann endlich schaffst, mit großer Willenskraft, nachdem Du aus den vielen Fehlschlägen weißt, was sich wohl wiederholen würde, Dich aufzurichten. Die Gliedmaßen fühlen sich taub an, kribbeln. Vom Aufstehen wird Dir kurz schwarz vor Augen. Du hast das Gefühl, als würde Dein Herz gleich aufhören können zu schlagen.

Verwirrt, wie von einem seltsamen Fluch belastet, fühlst Du Dich noch halb im Schlaf.
Willst zwei und zwei zusammenzählen, sieben kommt heraus - Du weißt, dass das nicht stimmen kann, weißt aber auch nicht das richtige Ergebnis. Telefonnummern kannst Du nicht zu Ende denken. Irgendwie das Denken allgemein ist eingeschränkt. Du bist völlig desorientiert, zweifelst daran, dass Du überhaupt wach bist. Alles fühlt sich so irreal an. Dass Du schon den halben Tag gekämpft hast, überhaupt aufzustehen, hast Du bereits wieder vergessen. Du hast das Gefühl, nicht richtig da zu sein.

Das digitale Blutdruckmessgerät erledigt seine Funktion nicht, hat nichts anderes als ERROR zu berichten. Du hast das Gefühl gleich in Ohnmacht zu fallen. Das später durch Fachkraft angelegte analoge Messgerät behauptet einen Wert von 80/50, der zuerst nicht ernst, dann doch sehr ernst genommen wird. Der Ruhepuls liegt trotz vielen Sports bei knapp 80.

Der Kopf schmerzt, die Gelenke tun weh, ja auch die Muskeln. Laufen fühlt sich ungewohnt an, man hat den Eindruck, man müsse es gerade wieder neu erlernen. Auch die Hand, als sie schreiben möchte, verhält sich ungelernt, ungewohnt, schreibt die Buchstaben anders als gewohnt.

Die Hände und Füße sind eiskalt und wollen nicht warm werden. Dabei ist es Sommer.

Also vielleicht doch von irgendeinem Wesen besessen?

Du wirst schwach, legst Dich auf den Boden und bist weg. Weg im Land der Träume, nein, nichtmal Träume. Im Nichts.


Und was soll das nun?

So ähnlich erging es mir gestern, nur etwas abgemildert. Doch so stark erging es mir bereits vor längerer Zeit...

Ein Rückfall ins Burn-Out inmitten der eigentlichen Burn-Out-Erholungsphase.

Viel Stress, insbesondere verursacht wegen privaten Herzangelegenheiten haben mich die letzten Wochen pausenlos belastet und mir keine innere Ruhe mehr gönnen wollen. Dann setzte ich zudem noch meine NEMs ab und aß vermehrt Obst (Blutzucker-Schwankungen erzeugen Stress im Körper.)

Gestern war das Fass wieder über. Meine körperlichen wie geistigen Kräfte geraubt.


Hochdosierte Präparate päppelten mich wieder einen Schritt auf, sodass sich der Blutdruck bessert und der Alltag, wenn auch ohne Stresstoleranz (jedes Telefonläuten kann zur Hölle werden) ein wenig bewältigt werden kann. Es bleibt mir nichts übrig, als möglichst gelassen zu sein - oder sonst wieder erschöpft einzunicken. In einen Schlaf, der keine Erholung gewährt. Weil es keine "echte" Müdigkeit ist, die ihn einfordert.


Wie kommt es zum Burn-Out?

Der Weg zum Burn-Out ist der Weg des chronischen Stresses.
Wenn wir unter Stress stehen, produzieren die Nebennieren bestimmte Hormone (Du hast bestimmt schon mal von Adrenalin gehört ;-)), die uns diesen bewältigen lassen. Ist das Problem bewältigt, tritt Erholung ein - für die Seele, aber auch die Nebenniere kann sich erholen.

Wird das Problem hinausgeschoben oder kann/will nicht gelöst werden, aber man wird weiterhin ständig damit konfrontiert, kann dies zu chronischem Stress ausarten. Probleme dieser Art können aller Art und auch subjektiv völlig unterschiedlich sein. Was den einen umbringt, macht den anderen glücklich. ;-)

Da ich als eher scheues Wesen ständig irgendwelchen sozialen Befürchtungen unterlag, war ich dafür schon von jung an prädestiniert. Erfolgsdruck und Versagensängste in der Schulzeit brachten mich an die Grenze. Im Berufsleben durfte ich sie dann erneut überschreiten.

Der Fluch lastete Jahre auf mir, ohne das die tatsächliche Ursache erkannt wurde. So wurde ich depressiv deklariert, obwohl ich voller Motivation war, etwas zu tun, nur die Kraft unmöglich aufbringen konnte.

Dieses Jahr sollte mich eine stressvolle Zeit wieder niederringen. Ab da war ich sicher, nachdem sich oben erwähntes wieder abgespielt hatte, dass es ein Burn-Out sein müsste. Die Theorien dazu sind aber bis heute alle strittig, gerade die einer Nebennierenschwäche (NNS), die in den USA aufblüht, hierzulande aber weniger Beachtung von offizieller Seite erfährt.


Als ich dann neulich meine vier Weisheitszähne ziehen ließ, da sie mir wortwörtlich Druck machten, durfte ich eine bestätigende Erfahrung machen: Und zwar sollte ich vor der Sitzung eine Stunde zuvor zwei Arzneien einnehmen. Das war zum einen ein Antibiotika, zum anderen Prednisolon, eine Art von Cortisol - das eben sonst in den Nebennieren produziert wird.

Ich war zwar schon längst wieder im Alltag, aber nach der Einnahme und dann auf dem Weg zum Zahnziehen, fühlte ich mich ungewohnt stark im Leben, richtig gut, wie es nur wenige male im Jahr mal der Fall sein kann. Nunja, die Theorie: Die Arznei war das, was die Nebenniere schon seit längerem wohl nicht mehr genügend aus Erschöpfung produzieren kann.

Die Recherche danach im Internet lies mich durchweg zum Thema NNS führen.

Als mich gestern erneut der Schlag traf, konnte ich mit einer noch verbleibenden Tablette, nebst NEMs mich innerhalb weniger Stunden auf ein gewisses Grundniveau aufpäppeln, um dem Alltag zumindest grundlegend begegnen zu können. Das war eine weitere Bestätigung.


Ein Besuch beim Arzt soll folgen. Da NNS weitgehend wie erwähnt hierzulande noch keinen sonderlich seriösen Ruf, denn überhaupt Bekanntheitsgrad genießt, könnte das etwas komplizierter werden.


Meine Maßnahmen zur Schonung der Nebennieren

Meine eigenen Maßnahmen sind, mich weiter in Gelassenheit üben, Probleme zeitnah lösen, von Problemen generell möglichst nicht aufregen lassen.

Eine kohlenhydrat-reduzierte Ernährung für möglichst konstante Blutzuckerspiegel, da die Nebenniere andernfalls dabei viel zu arbeiten hat. Mit starker Orientierung an Paläo-Ernährung bin ich da ganz gut dabei. Gerade glutenhaltige Getreide sollen die Nerven besonders stimulieren und sind daher eine der schlimmsten Übel. Obst aber ebenso. Werde mich hier wieder, soweit möglich, auf Beeren beschränken. Totale Ketose ist eine Überlegung wert.

Frühes Schlafengehen. In die Nacht aufbleiben bereitet dem Körper Stress und die Nebenniere darf arbeiten.

Salzsolewasser am Morgen, soll ebenfalls hilfreich sein, da bei schlecht arbeitender Nebenniere der Natirumhaushalt gestört ist und man Salze schneller als üblich wieder los wird.


Nunja, der Sport... meine Leidenschaft das Laufen... muss ich wohl noch weiter zurückdrehen. Kleine, langsame Einheiten sind stresslindernd, förderlich, Leistung und Limit intensiv dagegen erzeugen Stress.
Ich hatte ohnehin schon überlegt, nur noch bis Distanzen von bis zu 10km richtig Gas zu geben, die Grenze wird hier wohl langfristig auf 5km sinken. Lange, dafür entspannte Läufe, gar Halbmarathon oder Marathon könnten dagegen noch von der positiven Wirkung profitieren, wenn sie denn wirklich auch entspannt angegangen werden. An Bestzeiten ist da erstmal weniger zu denken.

Zwei noch anstehende Läufe wollte ich unbedingt noch bewältigen.
Und ich muss sagen, dass ich kaum widerstehen kann. Ein Berglauf und ein Landschaftslauf über jeweils 10km. Ob ich dazu überhaupt bis bald in der Lage bin, ist eine andere Frage. Aber nicht teilnehmen, wäre für mich ein großes Problem, und somit auch Stress. ;-)

Nicht dass ihr meinen Burn-Out unterschätzt, beim ersten mal dauerte es über ein Jahr, bis ich wieder halbwegs im Alltag war. Durch Erfahrungswerte (NEMs, Gelassenheit, Ernährungsoptimierung, ...) einerseits, sich kompensierend anders eingestellte Organe und Einstellungen andererseits, ist es durchaus denkbar, dass ich wieder bald in meinem chronischen Mittelzustand bin. Ich bin es mittlerweile gewohnt, mit dieser Schwäche umzugehen, ihr nicht so viel Wert beizumessen, mich durchzubeißen.


Mal schaun, ob mir der Arzt entlastende Dosen an Hormonen verschreiben kann. Laut meiner Recherche sind hier besonders zu erwähnen: Hydrocortison/Cortisol, DHEA und Pregnenolon.

Sonntag, 8. Juli 2012

Insekten als Nahrungsmittel auf Bestandsprobe

Eine Packung Mehlwürmer
Da ich seit bereits einigen Wochen eine strengere Paläo-Ernährung praktiziere, fehlt mir durch den Wegfall der Milchprodukte meine tierische Hauptfettquelle, die ich hoffte, mit Knochenmark und Hirn evtl. decken zu können, wovon ich aber bisher leider keines besorgen konnte. Eier wollte ich auch eher reduzieren, da in der freien Natur nur im Frühjahr verfügbar.

Schon länger mit dem Gedanken vertraut, habe ich mir nun Insekten besorgt und hinsichtlich Geschmack und Zubereitung ausprobiert. Mit einem positiven Fazit - und künftig einem weiteren Lebensmittel auf meinem Speiseplan. ;-)

Sonntag, 1. Juli 2012

Prototyp V im Wettkampf ersterprobt

Prototyp V - Gummi-Platte
Prototyp V des Laufleders war ein größeres Projekt im Vergleich zu den anderen. Nachdem ich nun neues Sohlenmaterial zur Verfügung hatte, wollte ich zugleich auch eine aufwendiger gestaltete, dafür besonders angenehm handzuhabende Befestigung bauen, damit man schnell und einfach richtig geschnürt ist und loslaufen kann. Bei zugleich angenehmen Tragekomfort.

Leider erwies sich meine Konstruktion, die basierend auf dem Prototyp III und erweitert, genial erschien, als Reinfall. Nach nur wenigen Metern rutschte der Fuß nach außen und Laufen war nicht mehr möglich. Auch leichte Umbauten änderten das nicht, und dann bei weiterem Umbau hatte ich die Sohle unwillentlich kaputt gemacht. ;-)

Etwas enttäuscht, habe ich dann aber nach gewisser Pause die Tage der traditionellen Tarahumara-Schnürung mit leichter Abwandlung eine weitere Chance eingeräumt. Diesmal mit einem Kunststoffband, anstatt Schnürsenkel oder Schnürchen und es klappte unerwartet gut. Der Fuß saß fest, ein kurzer Mini-Lauf bezeugte den guten Sitz am Fuß.... und die Lust ihn ausgiebiger zu erproben, war dann natürlich geboren. Denn das Sohlenmaterial ließ auf interessante Ergebnisse hoffen.

Gestern Abend war es dann soweit in Ochsenhausen beim Fürstenwaldlauf, bei dem ich zusammen mit meiner Laufpartnerin Sunny antrat. Die Temperatur war besonders hoch. Bis zum Aufbruch zum Wettkampf maß das Thermometer 45°C in der Sonne, über 30° im Schatten. Gegessen hatte ich an diesem Tag frisch gesammelte Beeren, Kräuter, zusätzlich ein paar kleine Hände voll getrockneter Maulbeeren und dann gab es am frühen Nachmittag drei rohe Nieren vom Reh, sowie Fett vom Rehherz, die mir subjektiv, vielleicht war es aber auch Placebo, im Anschluss ein besonderes Wohl- und Kraftgefühl schenkten, sodass ich mich für den Lauf gewappnet fühlte und die Hitze nicht sonderlich ernst nahm und nur als Vorteil für mich ansah.

Schweiß bildete sich jedoch bereits, als ich nur die Haustür verlassen hatte.

Als wir nach Anmeldung uns noch einliefen, wurde vor dem Start nochmals darum gebeten, Rücksicht auf die eigene Gesundheit zu nehmen. Sunny noch viel glück wünschend, ging es dann los. Ich legte einen schnellen, aber nicht ganz (zu) schnellen Start wie sonst hin und meine Aufmerksamkeit galt sehr den bisher nur in wenigen hundert Metern erprobten Prototypen V, die ich hiermit Gummi-Platte taufe. ;-)

Das Tragegefühl war besonders angenehm. Der Schnürung traute ich wegen der rutschig wirkenden Kunststoffbänder nicht so ganz und hatte daher vorsorgehalber diese noch mit Sicherheitsnadeln zusätzlich gesichert. Die Sohle selbst war mit 8mm die bisher dickste, bietet aber auch eine gewisse Flexibilität und ist vergleichsweise leicht - 80g je "Schuh". ;-)

Ich fühlte mich durchweg ausgeglichen, hatte völlig freie Lungen und litt nie unter Sauerstoffmangel und lief mich nach und nach weiter nach vorne, nachdem ich etwa am Ende des vorderen Viertel gestartet war. Trotz des subjektiv entspannten Laufes hatte ich ein gutes Tempo drauf und holte langsam, aber kontinuierlich bis ca. Kilometer 6 nach und nach weiter auf. Dort auch die weibliche Läuferin, die sich als weibliche Gesamtsiegerin später feiern lassen sollte. Die nahm mein Überholen zum Anlass, ihr Tempo zu erhöhen und wir liefen gleichauf eine Weile, als sie dann aber tatsächlich wieder einen Vorsprung aufbauen konnte. Ohne den gnädig frischen Wald wäre der Lauf wohl kaum schnell machbar gewesen.

An den Versorgungsstationen bei Kilometer 3, 5 und 7,5 spülte ich jeweils den trockenen Mund aus und nahm auch einen kleinen Schluck Wasser zu mir. Sich davon etwas über den Kopf zu leeren erwieß sich als Fehler, da dadurch auch mein Laufshirt an der rechten Schulter benetzt wurde und unangenehm darauf zu kleben begann.

Medaille und Handtuch
für den 2. Platz in
der Altersklasse
Die letzen 2 Kilometer gab ich nochmals etwas mehr Tempo, den letzten Kilometer erhöhte ich nochmals, konnte dabei noch einen weiteren Läufer überholen und wenige hundert Meter vor dem Ziel gelang es mir dann auch wieder die zuvor genannte Dame hinter mir zu lassen. Durch den schnellen Lauf zog sich jedoch merklich der Bauch zusammen, mir wurde nicht direkt übel, aber es war äußerst unangenehm. Ich bekam das Gefühl, ich könnte ungewollt in die Hose machen, dass dann nach Durchlauf der Ziellinie wie das Bauchdrücken gleich wieder verschwunden war.

Ich konnte meinen bisherigen Rekord nicht knacken, aber war mit einer Zeit von 40:58 nahe dran, mit Einberechnung des Starts weiter hinten (keine Transponder) praktisch identisch und endlich mal wieder nach bisher sonst langsamen Ergebnissen flotter unterwegs gewesen. Insgeheim war ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden, die 40er-Marke auf 10 km werde ich dieses Jahr aber auf jeden Fall noch knacken wollen.

In meiner Altersklasse errang ich den 2. von 12. Plätzen und durfte daher neben Urkunde eine Medaille sowie ein rotes Handtuch entgegen nehmen. In der Gesamtwertung belegte ich den 17. von 126 Plätzen.

Die Gummi-Platten saßen bis zum Ende perfekt, es gab ein paar leichte Riebstellen, am linken Fuß leider auch einen stärkeren Hautaufrieb am 2. Zeh.  Aber im Vergleich zu vorigen Riebstellen war das relativ wenig und ist somit ein Fortschritt. Ein vom Aufbau identisches Modell, nur mit anderer Sohle, ist schon fertiggestellt und will als nächstes erprobt werden, um die Laufqualitäten verschiedener Materialien direkt zu vergleichen.