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Sonntag, 1. Juli 2012

Prototyp V im Wettkampf ersterprobt

Prototyp V - Gummi-Platte
Prototyp V des Laufleders war ein größeres Projekt im Vergleich zu den anderen. Nachdem ich nun neues Sohlenmaterial zur Verfügung hatte, wollte ich zugleich auch eine aufwendiger gestaltete, dafür besonders angenehm handzuhabende Befestigung bauen, damit man schnell und einfach richtig geschnürt ist und loslaufen kann. Bei zugleich angenehmen Tragekomfort.

Leider erwies sich meine Konstruktion, die basierend auf dem Prototyp III und erweitert, genial erschien, als Reinfall. Nach nur wenigen Metern rutschte der Fuß nach außen und Laufen war nicht mehr möglich. Auch leichte Umbauten änderten das nicht, und dann bei weiterem Umbau hatte ich die Sohle unwillentlich kaputt gemacht. ;-)

Etwas enttäuscht, habe ich dann aber nach gewisser Pause die Tage der traditionellen Tarahumara-Schnürung mit leichter Abwandlung eine weitere Chance eingeräumt. Diesmal mit einem Kunststoffband, anstatt Schnürsenkel oder Schnürchen und es klappte unerwartet gut. Der Fuß saß fest, ein kurzer Mini-Lauf bezeugte den guten Sitz am Fuß.... und die Lust ihn ausgiebiger zu erproben, war dann natürlich geboren. Denn das Sohlenmaterial ließ auf interessante Ergebnisse hoffen.

Gestern Abend war es dann soweit in Ochsenhausen beim Fürstenwaldlauf, bei dem ich zusammen mit meiner Laufpartnerin Sunny antrat. Die Temperatur war besonders hoch. Bis zum Aufbruch zum Wettkampf maß das Thermometer 45°C in der Sonne, über 30° im Schatten. Gegessen hatte ich an diesem Tag frisch gesammelte Beeren, Kräuter, zusätzlich ein paar kleine Hände voll getrockneter Maulbeeren und dann gab es am frühen Nachmittag drei rohe Nieren vom Reh, sowie Fett vom Rehherz, die mir subjektiv, vielleicht war es aber auch Placebo, im Anschluss ein besonderes Wohl- und Kraftgefühl schenkten, sodass ich mich für den Lauf gewappnet fühlte und die Hitze nicht sonderlich ernst nahm und nur als Vorteil für mich ansah.

Schweiß bildete sich jedoch bereits, als ich nur die Haustür verlassen hatte.

Als wir nach Anmeldung uns noch einliefen, wurde vor dem Start nochmals darum gebeten, Rücksicht auf die eigene Gesundheit zu nehmen. Sunny noch viel glück wünschend, ging es dann los. Ich legte einen schnellen, aber nicht ganz (zu) schnellen Start wie sonst hin und meine Aufmerksamkeit galt sehr den bisher nur in wenigen hundert Metern erprobten Prototypen V, die ich hiermit Gummi-Platte taufe. ;-)

Das Tragegefühl war besonders angenehm. Der Schnürung traute ich wegen der rutschig wirkenden Kunststoffbänder nicht so ganz und hatte daher vorsorgehalber diese noch mit Sicherheitsnadeln zusätzlich gesichert. Die Sohle selbst war mit 8mm die bisher dickste, bietet aber auch eine gewisse Flexibilität und ist vergleichsweise leicht - 80g je "Schuh". ;-)

Ich fühlte mich durchweg ausgeglichen, hatte völlig freie Lungen und litt nie unter Sauerstoffmangel und lief mich nach und nach weiter nach vorne, nachdem ich etwa am Ende des vorderen Viertel gestartet war. Trotz des subjektiv entspannten Laufes hatte ich ein gutes Tempo drauf und holte langsam, aber kontinuierlich bis ca. Kilometer 6 nach und nach weiter auf. Dort auch die weibliche Läuferin, die sich als weibliche Gesamtsiegerin später feiern lassen sollte. Die nahm mein Überholen zum Anlass, ihr Tempo zu erhöhen und wir liefen gleichauf eine Weile, als sie dann aber tatsächlich wieder einen Vorsprung aufbauen konnte. Ohne den gnädig frischen Wald wäre der Lauf wohl kaum schnell machbar gewesen.

An den Versorgungsstationen bei Kilometer 3, 5 und 7,5 spülte ich jeweils den trockenen Mund aus und nahm auch einen kleinen Schluck Wasser zu mir. Sich davon etwas über den Kopf zu leeren erwieß sich als Fehler, da dadurch auch mein Laufshirt an der rechten Schulter benetzt wurde und unangenehm darauf zu kleben begann.

Medaille und Handtuch
für den 2. Platz in
der Altersklasse
Die letzen 2 Kilometer gab ich nochmals etwas mehr Tempo, den letzten Kilometer erhöhte ich nochmals, konnte dabei noch einen weiteren Läufer überholen und wenige hundert Meter vor dem Ziel gelang es mir dann auch wieder die zuvor genannte Dame hinter mir zu lassen. Durch den schnellen Lauf zog sich jedoch merklich der Bauch zusammen, mir wurde nicht direkt übel, aber es war äußerst unangenehm. Ich bekam das Gefühl, ich könnte ungewollt in die Hose machen, dass dann nach Durchlauf der Ziellinie wie das Bauchdrücken gleich wieder verschwunden war.

Ich konnte meinen bisherigen Rekord nicht knacken, aber war mit einer Zeit von 40:58 nahe dran, mit Einberechnung des Starts weiter hinten (keine Transponder) praktisch identisch und endlich mal wieder nach bisher sonst langsamen Ergebnissen flotter unterwegs gewesen. Insgeheim war ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden, die 40er-Marke auf 10 km werde ich dieses Jahr aber auf jeden Fall noch knacken wollen.

In meiner Altersklasse errang ich den 2. von 12. Plätzen und durfte daher neben Urkunde eine Medaille sowie ein rotes Handtuch entgegen nehmen. In der Gesamtwertung belegte ich den 17. von 126 Plätzen.

Die Gummi-Platten saßen bis zum Ende perfekt, es gab ein paar leichte Riebstellen, am linken Fuß leider auch einen stärkeren Hautaufrieb am 2. Zeh.  Aber im Vergleich zu vorigen Riebstellen war das relativ wenig und ist somit ein Fortschritt. Ein vom Aufbau identisches Modell, nur mit anderer Sohle, ist schon fertiggestellt und will als nächstes erprobt werden, um die Laufqualitäten verschiedener Materialien direkt zu vergleichen.

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