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Freitag, 16. November 2012

Wie (gar) briet man in der Steinzeit?

Nachdem ich zuletzt wegen dem Gefühl, an zu wenig Fett ranzukommen Ghee intensiver verzehrt hatte, und anstatt Wasser (oder gar nichts) zum "Braten" verwendet hatte, fühlte ich mich dabei subjektiv weniger wohl (Nase nicht so frei, ...) und habe Ghee daher vorübergehend wieder aus meiner aktuellen Ernährungspalette gestrichen. Mag ihm aber irgendwann wieder einen Versuch geben.

Mir ist es wichtig, auch bei Details darauf zu achten, wie in der Steinzeit wohl vorgegangen wurde, um eine möglichst realitätsgetreue Steinzeitdiät durchzuführen. Ein zu abwegiger Kompromiss kann die ganze Wirkung einschränken oder kippen.

In Fett gebraten wurde, wenn überhaupt, mit Körperfett.

Als hauptsächliche Zubereitungsform - wenn das Fleisch denn nicht roh vertilgt wurde - denke ich an Grillen am Spieß.

Meine Grillpfanne
So brate ich nun wieder ohne zusätzliches Fett - um das zu ermöglichen, verwende ich eine sogenannte Grillpfanne. Sie unterscheidet sich von gewöhnlichen Pfannen darin, dass dort ähnlich einem Grillrost, parallel verlaufende, erhöhte Linien im Pfannenboden eingebracht sind. So kann das Bratgut nicht völlig festbrennen, da Luftspalten zwischen ihm und der Pfanne gegeben sind. So kann man völlig ohne zusätzliches Fett braten. Es ist jedoch noch eine Angewohnheit von mir, dass ich tlw. mit Wasser gare - oder mit ein wenig Wasser zu Beginn und dann das Bratgut nach dem völligen Verdampfen des Wassers angeröstet wird.

Das ist der eine Punkt des Bratens.

Der andere ist, wie stark man das ganze durchgart.

Blutiger als englisch ;-)
Da ich überzeugt bin, dass Feuer nicht immer möglich war und so auch mindestens ein guter Teil auch roh verzehrt wurde, brate ich mein Fleisch (analog Innereien, Fisch, ...) häufig nur außen jeweils ca. 1 Minute an, sodass es innen noch roh und blutig ist und verzehre es dann.

Durchgehend Gares kann ich mir nicht als typisch vorstellen. Insbesondere in der Eiszeit.

Fettere Fleischstücke sind natürlich problemmatischer. Wurden daher generell wohl wenn roh eben nur durchgekaut und ausgespuckt, oder eben nur wenn es sonst keinen Jagderfolg gab, womöglich stärker durchgegart oder man behalf sich eines rasiermesserscharfen Steinmessers zum Zerkleinern.

Besonders deutliche Unterschiede zwischen roh und gekocht/gebraten habe ich bei Eiern bemerkt. Gekochte Eier führen bei mir tendenziell zu Krankheitsgefühlen, wohingegen rohe Eier (da mag ich ohnehin nur das Eigelb - aber auch manchmal vollständig verzehrt) mir richtig gut tun (Hautbild u.a.).

Ich plädiere daher generell für möglichst hohen Rohanteil. Aber so, dass man sich ggf. nicht zwingt oder quält. Man denke an meine Gehirn-Mahlzeit. ;-)

Kommentare:

  1. Hallöchen!
    In einem Abenteuer-Buch, in dem ein Junge sich in der Wildnis verliert wurde beschrieben, dass der Junge sein Fleisch auch über dem Feuer grillt. Er bemerkte jedoch bald, dass auf diese Weise sehr viel von dem Fett schmolz und ins Feuer tropfte - insbesondere im Winter benötigter er das Fett jedoch dringend. Er ist dann dazu übergegangen es in einem Topf mit Wasser zu kochen um das Fett nicht zu verlieren. Er hatte den Topf aus einem Überlebensset im Hubschrauber, mit dem er abgestürzt war. Ich bevorzuge auch das Kochen in Wasser und trinke es auch anschließend ;) Jetzt kann man sich natürlich fragen, ab wann in Töpfen oder ähnlichem gekocht werden konnte...? Vielleicht auch in einem ausgehölten Stein? Für mich macht es jedenfalls bei fettem Fleisch sehr viel Sinn.
    Grüße vom Silberfischchen

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    1. Hi Silberfischchen!
      Danke für den Tipp, das mit dem ausgehöhlten Stein, hmmm. Ja, die Idee gefällt mir! Weil blöd waren die damals gewiss nicht. ;) Evtl. eine Art Steinwanne. Bestimmte Steine sind immerhin feuerfest. Nur dann in der tiefen Eiszeit, da überlege ich, inwieweit überhaupt Feuer machen möglich war, und wenn, ob es fast immer möglich und üblich war.

      Viele Grüße

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  2. Ich hab zwar keinen speziellen Zubereitungstipp, aber mir sind auch zuerst die Naturvölker in der Wildnis (Papua, Südamerika, ...) eingefallen. Gibt ja einige Bücher von Leuten, die wegen Forschungsarbeiten der Eltern z.B. dort aufgewachsen sind (Dschungelkind o.ä.), da findest du bestimmt auch noch Zubereitungsideen, die eventuell so früher angewandt wurden.

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