Navigation HTML

Mittwoch, 9. Januar 2013

Abbremsen der Askese und emotionale Entgiftung

Gestern machten mich grüne Bananen ungeheuerlich lecker an.

Die Portionen für Genuss waren weiterhin gering, in meinem Bauch machten sich Gefühle breit, die mir zu viel wurden. So aß ich auch noch eine Mango, trotz unangenehm sauren Geschmacks... ich wollte weg von diesen Emotionen in mir, die hochkamen. Das waren zum einen Zwangsgedanken, Paranoia, Ängste... und wie sich in der folgenden Nacht herausstellen sollte, eine Konfrontation mit meiner Vergangenheit.

Nachmittags entschied ich mich deshalb, Rosenkohl mit Karotte und Zwiebel zu kochen. Anders als erwartet, konnte ich immer nur kleine Portionen davon essen, das war gut so. Die starken Emotionen legten sich so gegen Abend und erlaubten mir einen relativ objektiven Rückblick auf meine Gefühle am Vormittag.

Am Abend aß ich dann Trockenfeigen, die restlichen Bananen - alles nicht im himmlischen Genuss, später folgte Lammfleisch, teils roh, teils gekocht.

In der Nacht träumte ich, ich wäre Schüler. Wir hatten Unterricht. In einer Gaststätte, an einem engen Tisch. Es war wohl Geometrie, wir bekamen Blätter auf denen Punkte in einem Gitternetz markiert waren. Es gab überhaupt keine Aufgabenstellung. Es schien, als müsste man die Punkte richtig verbinden, um eine Form zu erhalten. Das tat ich dann auch. Beim gemeinsamen Korrigieren stellte sich heraus, dass ich fast alles falsch gemacht hatte. In Wirklichkeit fehlten überall noch viele andere Punkte, die man "wissen" musste, oder was weiß der Geier was... es war unmöglich, die Aufgabe zu lösen, dennoch war es den anderen möglich. Ich konnte nicht mithalten. Ich war das Gespött. Die anderen machten sich lustig über mich, warum ich denn das Unmögliche nicht schaffe, es wäre doch gar nicht so schwer.

Der Traum gleicht sehr meinen Problemen, die ich früher bezüglich Versagensängsten in den Schulen hatte, obwohl ich durchweg gute Leistungen erbrachte.

Danach suchte ich das WC auf. Ging durch die eine Tür. Die Schüssel war mit kiloweise Sch...... vollgestopft... ich sperrte ab, öffnete das Fenster. Da war noch eine zweite Tür, um hereinzukommen, eine Glastüre. Ich sperrte sie auch ab. Spülte. Mehr weiß ich nicht mehr. Später am Morgen hatte ich dann tatsächlich viel Stuhlgang. ;-)

Die Askese, das genügsame Essen bringt mich emotional in meine Vergangenheit. Heute Morgen habe ich nämlich genau dieses Gefühl in mir, das mich durchdringt. Das, dass ich in meiner Schulzeit damals stets als Begleiter hatte. Und Fresserei war wohl die Strategie, dieses Gefühl unfühlbar zu machen, aus der Welt zu schaffen. Zum Preis der Gesundheit.

Werden die Emotionen auch entgiftet, kann man da durch? Durch dieses Grauen? Einfach so?
Ich wünsche mir gerade Arme, die mich halten, einen lebendigen, warmen Körper, an dem ich mich anlehnen kann. Vielleicht ist das die nötige Zutat, diese Emotionen zu entgiften. Ja, irgendwo bin ich mir da sehr sicher. Ich mache das beste daraus, indem ich mich selbst in den Arm nehme.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen