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Donnerstag, 3. Januar 2013

Instincto Experiment - Tag 1

Rohkost fand um 2006 seinen Weg in meine praktische Ernährung, Instincto war mir sehr früh bereits bekannt und die Literatur hierzu von Burger sprach mich sehr an. An der konsequent praktischen Umsetzung mangelte es aber, so ernährte ich mich zwar von der gesamten Palette, aber ohne aktives Schnüffeln, bevorzugen. Gegessen wurde mit dem Kopf. Wechselhaft dann auch Gemüse gedünstet oder kurz scharf Angegrilltes. Denn bei den Versuchen, Instincto wie beschrieben zu praktizieren, war es bisher immer so, dass die sogenannte Sättigungs-Sperre sich häufig bereits beim zweiten Bissen zeigte, wenn ich zu mir ehrlich war, aber ich nicht nichts essen wollte. Vor allem auch deshalb, weil ich dann sehr schnell fror, kalte Gliedmaßen bekam und mich in diese Kälte nicht begeben wollte.

Zu Neujahr wagte ich nun, von Jens Hafners Rohkostbuch wieder dazu angeregt, erneut einen instinktiven Einstieg, mit etwas mehr Geduld, nur essen, wenn es wirklich magisch gut riecht und schmeckt.

Eines fiel mir dabei nochmals sehr deutlich auf, manches Nahrungsmittel riecht unangenehm, faulig, vieles riecht "gut", aber was viele nicht beachten... obwohl einiges gut riecht, angenehm riecht, man es sich im Gegensatz zu Motoröl vorstellen könnte, als Raumduft zu verwenden, riecht es nicht gut genug, dass ich es mir unbedingt, geradezu magisch in den Mund stecken möchte.

Hier war ich nun mal seit Neujahr konsequent zu  mir.

Ohne Frühstück und kleines (Nach)mittagsessen


Und so begann mein neujährlicher Einstieg in Instincto am ersten morgen mit Wasser, gegen 10 Uhr roch ich an frisch gelieferter Kassia, die mir ein Stück mehr als nur angenehm roch und lutschte etwa fünf Schreibchen, wonach der Geruch und Geschmack mir keinen völligen entspannten Spaß mehr machten, es nicht mehr leicht, wie von selbst geschah, dass ich mir mehr einverleibte. Der Geruch war unangenehm geworden. Wenige Stunden später durfte ich die angenehm, sanft abführende Wirkung spüren. Ich hatte den Eindruck, dass sehr viel heruaskam, deutlich mehr als ich den Tage zuvor gegessen hatte - wo ich mich bei einem Rohkost-Potluck-Silvester eher bescheiden am Nahrungsangebot beteiligt hatte, wo mir stark wie nie auffiel, welche Welten zwischen Mono-Rohkost und Rohkostküche bezüglich Verträglichkeit und Wohlbefinden liegen. Mein Magen beschwerte sich jedenfalls deutlichst mit einem Zwicken.

Dann ging es ans Beschnuppern meiner sehr mageren Auswahl. Ich hatte nicht das Empfinden, direkt hungrig zu sein, aber durfte bemerken, dass ich dazu neigte, etwas essen zu wollen, wenn ich mich generell unwohl fühlte. So als sollte der unwohle Zustand mit einem Genuss ins neutrale Gemüt ausgeglichen oder ins positive gebracht werden wollen. Ich war ehrlich zu mir was den Hunger betraf.

Die magere Auswahl bestand aus Apfelbananen, Grenadillen, Avocado, Wakame-Trockenalgen nebst Kassia und Erdnüssen von Orkos, nebst gewöhnlichen Bio-Handelsbananen, konventionellen Litschis und Boksop-Äpfeln aus dem Garten.

Die Litschis rochen angenehm, aber hatten eine ganz dezente säuerliche Note im Geruch, der etwas unangenehmes hatte, das verhinderte, dass ich WIRKLICH Lust darauf bekam. Die Äpfel hatten gar keinen Geruch für mich, Erdnüsse ebenso wenig, die Handelsbanane roch "grün", die Grenadillen unauffällig und die Apfelbananen stanken eher leicht faulig, waren hochreif und bereits gut zur Hälfte schwarzschalig.

Ich trank nur Wasser und wollte später wieder riechen. Am Nachmittag war es dann soweit. Die Gerüche hatten sich kaum verändert, bis auf die der Apfelbananen, diese rochen nun tatsächlich nicht mehr faulig, sondern verströmten einen feinen, zitronigen Geruch, die mich zum ersten Mahl des Tages einluden. Ich entschied mich, sie mit Schale zu kosten, die mir auf Anhieb nicht negativ auffiel. Das Essen "floss" in mich hinein. Das Kauen war sehr behaglich, machte Spaß. Kein Wunsch nach Schlingen oder dergleichen. Harmonisch, entspannt, unverkrampftes essen. Eins werden mit dem Geschmack. Ja, das war echter Hunger!

Dennoch war er nicht groß, die zweite Apfelbanane hatte bereits eine unangenehme Schale, geschält floss sie auch noch herunter, dann war der angenehm zitronige Geruch verschwunden, die folgende Banane hätte ich gewiss, wie häufig, mit dem Kopf und dem Verstand wie eine Maschine zerkauen und schlucken müssen, anstatt dem Körper sie wie von selbst zerfließen zu lassen, ohne mich bewusst am Kauvorgang beteiligen zu müssen und einfach Geschmack zu sein.

Eine nun ebenso zum Essen dezent anziehende Grenadille floss herunter. Die Mittagsmahlzeit war beendet.

Abendessen


Tagsüber hatte ich mich körperlich kaum ertüchtigt, nur zwei etwa halbstündige Spaziergang an der frischen Luft forderten minimale Anstrengung.

Das Abendessen fiel noch geringfügiger als das Essen am Nachmittag aus, gerade mal die Biobanane und eine Litschi war angenehm.

Wasser trank ich über den Tag immer wieder, etwa 1,5 Liter.

Nicht so wild, wenn es so wenig Nahrung an diesem Tag war, bin wohl noch mit Nahrung überlastet, ein leichtes Fasten wäre nur gut, dachte ich mir.

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