Navigation HTML

Donnerstag, 3. Januar 2013

Instincto Experiment - Tag 2 und 3

Am zweiten Tag roch die Kassia weiterhin deutlich unangenehm und blieb liegen.

Hunger kam auch gegen Mittag nicht. Erst nach einem Spaziergang mit anderen zwei Rohköstlern - ich hatte noch einen Tag beim Rohkost-Event übernachtet - war klar, dass ich bald aufzubrechen hatte. Dieser Gedanke war mir sehr unangenehm, ich fühlte mich unwohl, wollte gern noch länger bleiben. Und es kam zu einer Mahlzeit, zwischen Hunger und Frust - ich war unruhig, schnupperte an den Apfelbananen, die nun wieder zitronig rochen, verspeiste die erste mit Schale, haute dann aber schlingend noch zwei weitere, sowie eine gewöhnliche Banane hinunter.

Da besann ich mich aber wieder, fand ein Gespräch über meinen Gefühlsmissstand und konnte mich beruhigen, nahm die Möglichkeit an, noch einmal zu nächtigen. Am nächsten Tag war dann auch mein emotionaler Hunger, der sich hier instinktiv gemeldet hatte, aber ich im Essen zu befriedigen suchte, anstatt einfach zu fragen, ob ich noch etwas bleiben könne. Ja am nächsten Tag fühlte es sich an, dass ich wieder aufbrechen wollte. Es war stimmig.

Nicht nur Nahrungsmittelbedürfnisse, auch soziale Bedürfnisse wollen berücksichtigt und befriedigt werden. Andernfalls entstehen auch hier Ungleichgewichte.

Später aß ich noch eine Clementine sowie zwei Erdnusskerne.

Einen noch später probierten Kabeljau, er roch erst gut, schmeckte nur der erste Daumengroße Bissen, den zweiten spukte ich aus und beendete die Mahlzeit, denn er schmeckte nach typisch nicht mehr frischem, stinkendem Fisch. Ab in den Kühlschrank für ein neues Schnuppern am nächsten Abend.

Tag 3 mit Ketose und verhängnisvoller Frucht


Die Nacht zum dritten Tag war sehr ungewöhnlich. Ich  war schon um kurz nach 20 Uhr schlafen gegangen, da mich eine deutliche Müdigkeit einholte - hatte den Tag zuvor im Gästebett eher schlecht geschlafen, da sich mehrfach die Decke wegschob, wodurch mich kalte Luft weckte.

Jedenfalls erwachte ich auch in dieser Nacht wieder, dieses mal aber nicht wegen Kälte, ich war wieder in meinem kaltluftsichereren Schlafsack verkrochen. Ich bemerkte, wie sich, wie auch noch am Folgetag die Bauchmuskulatur, wie auch sonstige Muskulatur Stufenweise völlig entspannte und Leichtigkeit in meinen Körper brachte. Die Bauchatmung setzte deutlich ein, wurde gefühlt dazugeschalten. Das war mir nicht ganz neu, ich hatte es bereits damals bei meinen Ketose-Experimenten bemerkt, dass ab einem Punkt in Ketose die Bauchatmung deutlich hinzukam.

Eine Messung mit Ketostix am nächsten Morgen zeigte auf, dass ich mich eindeutig in Ketose befand. War bei den geringen Nahrungsmengen der Vortage ja auch bereits vermutbar.

Gegen 10 Uhr schmeckten mir 2 Plättchen Kassia, mein Kreislauf fühlte sich sehr schwach an, mir war sehr unwohl und schwindlig, als würde ich im nächsten Moment das Bewusstsein verlieren können, ich döse ein wenig auf dem Sofa. Später lockte eine Mango. Etwa eine halbe Stunde später lockte mich erneut eine Mango. Und nochmals 30 Minuten später erneut. Danach roch keine Mango mehr anziehend sondern sie rochen "grün", unreif, säuerlich. Der Schwindel nimmt ab, der Kreislauf wird besser, ist aber immer noch eher schwach.


Als ich mich in den Garten wagte, um eigentlich nur Holz zu holen, fiel mein Blick auf den Mispelbaum, der noch einige Mispeln trug. Schon war ich dort, die Früchte waren köstlich. Jedoch schien sich keine Sperre einstellen zu wollen, so aß ich und aß ich relativ lange, bis eine unmerkliche, leicht säuerliche Empfindung zu vernehmen war, die man leicht hätte nicht bemerken können. Zugleich gab es ein leichtes Völlegefühl. Es waren aber gewiss um die 20-30 Früchte gewesen. Zu viel meinte ich. Vor allem, nachdem ich ja auch bereits 3 Mangos intus hatte.

Später sollte sich wohl zeigen, dass es zu viel war. Die Mispeln sperren, trotz dass sie relativ wilde Früchte sind, bei mir nicht sonderlich. Es stellte sich Unwohlsein ein, ich wurde sehr unruhig, zappelig. Fort war die große, entspannte Harmonie des Morgens. In Ketose befand ich mich nun vermutlich nicht mehr.

Diese Unruhe... unangenehm getrieben. Ich kenne dieses Gefühl nur zu gut, hatte es häufig, chronisch... und Fresserei war hier häufig hilfreich. Ich beherrsche mich und hoffe, diese Überlastung bald überstanden zu haben.

Irgendwann kann ich nicht mehr. Beruhigung muss her. Die Mango riecht nicht mehr säuerlich aber zumindest minimal anziehend. Ich esse eine. Zwei Kakis, die eigentlich nicht riechen, die erste dennoch recht flüssig runtergehend, bei der zweiten merke ich aber schon, dass ich mit dem Verstand kaue. Zum Aussprucken zu schade, bei dieser Unruhe lasse ich das nicht zu. Und denke mir - wenn man mit dem Kopf isst, beißt man sich gern mal versehentlich auf die Zunge - wäre nämlich beinahe passiert... ;-)

Mit etwas Bewegung im Haus - ich jogge den Gang ein paar Minuten hin und her, kann ich die Unruhe etwas besänftigen. Saß und lag den ganzen Tag ja weitgehend. Für Joggen draußen fühle ich mich zu schwach und bin demotiviert, weil es nass und regnerisch ist, umso mehr.

Wenig später gehe ich nochmals hinaus, um ein Foto der Mispeln zu machen. Und wieder... als ich die Mispeln nur schon sehe, ziehen sie mich mangetisch an, ich komme nicht umhin und esse nochmals 4-5 Stück. Lecker! Die Überlastungsvermutung verliert an Stärke, evtl. einfach noch ein Ungleichgewicht der Umstellung oder gar Entgiftung. Vom in letzter Zeit durch eine fast schon fahrlässige Knieverletzung bedingte, weitgehende Sport-Pause abgesehen. Der Zucker mag schließlich verbraucht werden, und Herumsitzen ist nicht unbedingt natürlich, wenn man auf Nahrungssuche sich befindet.

Abend


Ich hatte vorsorglich ein Lammkotelett sowie ein Stück Leber vom Lamm bereits heute Vormittag aufgetaut. Meine Nase ist noch Gerüchen gegenüber geschlossen, ein Bruder hatte die Luft verpestet, ich davon nichts gerochen, er von einem besonders üblen Geruch geredet.

Entsprechend roch ich weder etwas am Fleisch noch an der Leber. Probierte aber vom Lamm an den fetten Stellen, was besonders gut schmeckte und aß etwa ein halbes Kotelett. Danach selbes Spiel an der Leber, von der mir ein paar Bissen besonders gut mundeten, bei leichtem Umschlag des Geschmacks beendete ich die Mahlzeit. Beide hatten interessanterweise einen deutlichen, süßen Obstbeigeschmack, der eigentlich dem von einer Kaki entsprach. Die letzte Obstmahlzeit war jedoch schon Stunden her. Womöglich hatte der Körper die überschüssige Kaki bereits über die Zunge wieder etwas entgiftet und durch das Fett von Kotelett und Leber im Mund bekam es für mich wieder Geschmack. Hatte sonst generell Anfang Dezember im letzten Monat viele Kilogramm Kaki verzehrt. So lecker und flüssig bekam mir Leber glaube ich noch nie in den Mund. War wie Mango essen. Ich muss stets eher überlastet gewesen sein.

Insgeheim fühlt sich der Kreislauf gegen Abend wieder schwächer an. Ich kenne diesen Zustand sonst von meinen Fastenversuchen, die dann aber immer daran scheiterten, dass es gar nicht mehr erträglich war und ich nur noch schwindlig und erschöpft bei totaler Benebelung und Verwirrung herumlag. Hoffe, es bleibt durch die zusätzliche, wenn auch eher beschränkte Kost in einem erträglichen Zustand. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen