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Freitag, 4. Januar 2013

Klassiker der Nahrungs-Überlastung: Nichts kaputt gehen lassen wollen oder sich Wohlfühlen "anessen"

Heute roch Kassia fein, ich lutschte ein Plättchen, das dann unerwarteter Weise nach wenigen Minuten im Geschmack umschlug und im Mund  zu brennen begann. Ausgespuckt.

Um die Mittagszeit war ich mit meinem Bruder einkaufen, meine Wasservorräte waren zur Neige gegangen und wollten wieder erneuert werden. Derzeit trinke ich Valvita und Gerolsteiner, jeweils naturell aus der Glasflasche.

Daneben befüllte ich wieder meinen Obst-Bestand mit Kakis, Clementinen, Ananas, Mangos, Granatäpfeln und einer großen Papaya, die schon sehr reif war. Auf der Fahrt erlitt letztere eine Verletzung. Sie war leider fast geruchlos für meine Nase. Ich probierte dennoch davon und sie war beim ersten Bissen tatsächlich himmlisch im Geschmack, das ging noch 2-3 Bissen so weiter, da stellte sich, obwohl mein Magen gewiss noch nicht voll war, ein Völlegefühl im Bauch ein. Ich wollte jedoch noch zumindest die eine angematschte Hälfte fertig essen, sie schmeckte immer noch "gut", wie Obst eben "gut" schmecken kann, wenn man sich sonst gesellschaftlich konventionell ernährt.

Damit erlebte ich eines der klassischen Überlastungsgeschichten. Immerhin war ich soweit, die andere Hälfte abzupacken und in den Kühlschrank zu legen, als sie mir nichtschmeckend noch gar reinzuwürgen. ;-)

Der Bauch fühlte sich kurz danach übervoll an, ich wurde sehr müde und schwindliger und legte mich etwas hin. Beim Schleppen der Wasserkisten war mir schon aufgefallen, dass bei starker Belastung dieser "Fastenschwindel" auftrat, der durch Luft begrenzt scheint - es fühlt sich an, als wäre nicht genug Luft und Energie im Körper vorhanden, Benzin alle. Die Überlastung hat diesen Effekt auch im Ruhezustand aktiviert. Unangenehm.

Später folgte eine Mango, leicht anziehend, angenehm säuerlich-zitronig.
Danach musste ich an Salatblätter denken und aß zwei Blätter Romanasalat.

Noch später bemerkte ich, wie die Litschis göttlich dufteten. So schmeckten sie auch! Nur bei der dritten war die himmlische Phase vorüber, ich spuckte sie wieder aus und beendete die Litschi-Mahlzeit.

Und wieder merkte ich, wie man, wenn man sich unwohl fühlt, mit "Genuss" durch Essen, ein Wohlgefühl schaffen möchte und dieses Unwohlsein fälschlicherweise sogar für Hunger hält. In Situationen, in denen man ohnehin sich gut und wohl fühlt, isst man freiwillig nur solange, bis tatsächlich Genuss dabei ist, da dem künstlichen Versuch, Unwohlsein mit Genuss zu überdecken, jegliche Grundlage entzogen wird.

Tatsächlicher Hunger dagegen ist, wenn die Nase offen ist, alle Gerüche besonders intensiv wahrgenommen werden, das Essen im Mund nur so zerfließt. Vorausgesetzt man hat naturbelassene, unverarbeitete Nahrungsmittel im Rohzustand.

Ich ahne schon, dass der Hunger mein bester Freund werden soll, wenn ich "richtiges" Instincto machen möchte. (Als "falsches" Instincto bezeichne ich jenes, bei dem nur tierische Produkte eingeschlossen werden, jedoch, einfach gesagt, nicht nach Speichelfluss gegessen und bei Umschwenkung des Geschmacks mit dem Essen auch aufgehört wird).

Gegen 17 Uhr machte mich ein kleines Stück rote Zwiebel, der größe einer 2-Euro-Münze an.

Um 20 Uhr gabs die andere Hälfte vom gestrigen Lamm-Kotelett, dann noch etwas Fleisch und Fett von der Lamm-Rippe sowie zwei Bissen von der Lammleber, beim dritten Bissen schlug der Geschmack schon um, ich kaute noch etwas daran und spuckte den Rest aus. Litschis rochen im Anschluss besonders abstoßend säuerlich, brannten beim Riechen fast schon in der Nase.

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