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Mittwoch, 6. Februar 2013

Rund um Vitamin B12-Mangel

Mögliche Ursachen

Vitamin B12 ist ein leidiges Thema, wenn es um vegetarische Ernährung geht, insbesondere bei bezüglich Tierprodukten "strengeren" Formen wie dem Veganismus oder gar vegane Rohkost.

Aber auch generell nimmt es eine zunehmend häufigere Rolle bei Diskussionen ein. Die wären u.a. viel Stress, Nachtleben, Vergiftungen, Entzündungen und andere "Stressbelastungen" für den Körper, die erhöhte Mengen an Vitamin B12 verbrauchen.

Da stellen sich Fragen wie, ob man überhaupt das Defizit überhaupt durch Ernährung ausgleichen kann, wenn man die Nacht durchgehend zum Tag macht, keine regelmäßigen Schlafrhythmen einhält.

Oder ein anderer Punkt - ist der Verdauungstrakt denn noch in der Lage, das B12 überhaupt aufzunehmen. Funktioniert die Resorption (Aufnahme) denn überhaupt oder kommt alles wieder ins Klo? Gerade bei den vielen heute angebotenen künstlichen oder verkünstelten Nahrungsmitteln - z.B. scheinbar "natürliche" Backwaren werden meist auch in der kleinen Dorfbäckerei mit fertigen Backmischungen von großen Zulieferern hergestellt - Profit und Einsparung. Und auch in allen anderen scheinbar "natürlichen Lebensmitteln" lauern Stoffe für andere Konsistenz, bessere Haltbarkeit oder zur Vereinfachung des Herstellungsprozesses, die man sich so wohl weniger gern reinziehen würde. ;-)

Oder Allergien mit erhöhtem Verbrauch, sonstige (Autoimmun-)Krankheiten. Ja auch Gluten soll hier böse sein, gerade der immer zunehmendere Rekordgehalt in Weizen, die Darmwände auf seine eigene Weise soweit malträtieren, dass dieser weder B12 noch andere Stoffe gut resorbieren kann.

Und das ist hier ohnehin eine Problematik - die B12-Mangel-Ursachen sind auch Ursache für weitere, andere Mängel.

Symptome

Die Symptome sind vielfältig - wohl auch, weil ein B12-Mangel häufig mit anderen Mängeln zusammen auftreten kann.

Die typischsten sind meiner Ansicht nach zum einen motorische Störungen - wie z.B., dass sich Spazieren/Gehen seltsam anfühlt, man unsicher im Gang wird, als müsste man es erneut lernen. Oder beim Schreiben... das Schriftbild anders... man merkt die Hand funktioniert nicht so geschmeidig. Und ständig eiskalte Gliedmaßen.

Und zum anderen starke Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, wobei mehr Fokus auf der Konzentration liegt. Wenn logische Abfolgen nicht mehr richtig erfasst werden können, beim Kopfrechnen ständig Blödsinn herauskommt oder man ständig Wortfindungsfehler erleidet. Oder ständig(!) vergissst, was man eben machen wollte, wirr da sitzt...

Vorkommen kann das vereinzelt bei jedem mal, wenn es aber zum Alltag wird, länger anhält... dann ist ein B12-Mangel u.a. möglich.

Diagnostik

Diagnostiszieren lässt es sich "ganz einfach" über einen Bluttest.
Zum einem der allgemeine B12-Spiegel - doch der allein sagt wenig aus.
Es gibt noch sogenannte Begleitfaktoren, die, sollte der B12-Wert eher niedrig sein, bestätigen, dass man tatsächlich wenig B12 intus hat. Denn der B12-Wert allein ist nur eine Bestandsaufnahme, wie viel davon zum Zeitpunkt der Blutabnahme sich im Blut befand, nicht wie viel gespeichert ist oder ob der B12-Stoffwechsel gut abläuft.

Zu diesen Begleitfaktoren gehört z.B. das Homocystein, dass auch ich damals auswählte. (Vor 2 Jahren schon). Dabei handelt es sich um ein Zwischenprodukt im Stoffwechsel, das nicht unbedingt in hohen Mengen im Blut vorkommen sollte. Damit es "abgebaut" wird, benötigt der Körper Vitamin B12. Ist davon tatsächlich wenig vorhanden... sammelt sich Homocystein im Blut.

Ist nun der B12-Spiegel eher niedrig, und das Homocystein stärker erhöht oder noch mehr, kann sehr wahrscheinlich von einem B12-Mangel ausgegangen werden.

Weitere Begleitfaktoren ist die Methyl-Malonsäure oder der HoloTC-Spiegel.

Ich hab jedenfalls vor ca. 2 Jahren B12 und Homocystein testen lassen. B12 lag gerade mal knapp über der Grenze meines Labors (210-910 ng/l), bei 261 ng/l. Und Homocystein war über dem Grenzwert (10 µmol/l) - bei 11,9 µmol/l.

Schon vor der Untersuchung hatte ich mich hierrüber schlau gemacht gehabt. Beim Gespräch mit meinem Arzt meinte er, B12 wäre i.O., bei Homocystein hätte ich gar keinen "Mangel" und grinste freundlich. Dass er dabei völligen Blödsinn erzählte, war ihm wohl nicht klar. Damit zeigte er mir jedenfalls, dass Ärzte auch nicht  unbedingt mehr wissen, als interessierte Laien.

Ich überlegte aber dennoch, ob ich nicht Hypochonder bin, die Werte doch nicht so tragisch drunter und drüber sind und ließ die Sache eher wieder versanden - nahm tlw. vorsorglich B12-Präparate (B-Komplex) ein und das war es auch.

Erst 1,5 Jahre später stieß ich bei erneuter Recherche darauf, dass bereits bei Werten von B12 unter 500 ng/l motorische Störungen auftreten können! Bei erneuter Messung war B12 mittlerweile auf 430 ng/l geklettert, Symptome wie oben aufgeführt verfolgten mich schon seit fast einem Jahrzehnt in intensivsten Ausprägungen. Homocystein war jetzt mit 9,4 µmol/l nur knapp unter dem Labor-Grenzwert (wobei ohnehin die Frage besteht, ob diese taugen - Erfahrungsberichte sind für mich überzeugender). Doch Eisen war jetzt unter den Grenzwerten.

So beschloss ich mir hochdosierte, hochwertige B12-Tablette einzunehmen, bei denen Vitamin B12 in einer Form vorliegt, wie sie über die Mundschleimhaut aufgenommen werden kann - da bei evtl. wie oben erwähnten Problemen im Verdauungstrakt sonst ohnehin nichts davon aufgenommen werden würde. Konkret "Vitamin B12 - Dibencozide 10.000 mcg", was einer Menge von 400.000% (!!!) der empfohlenen Verzehrsmenge pro Tag entspricht. Hab mir die Dinger reingehauen, schmeckten sogar fast natürlich mit ihrem Waldbeeraroma... und wirkten schon nach einigen Tagen regelmäßiger Einnahme. Ich lutschte sie schön langsam, ohne sonderlich was zu verschlucken, drückte sie schön unter die Zunge. Mein ständig schwankender Blutdruck war stabiler, normalisierter, das logische Denken im Kopf verlor seine Wirre und mein Schriftbild war wieder flüssiger. 

Behandlung

Medizinische Behandlung sollte meiner Meinung nach nach Möglichkeit nur bei akuten Zuständen erfolgen. Ich entschied mich dazu, und besorgte mir jetzt - nachdem ich mich ausführlich erkundigt hatte - B12-Spritzen. Gibt verschiedene Vor- und Speicherformen von B12 mit tlw. deutlichen Unterschieden. Daher entschied ich mich für Hydroxocobalamin von PASCOE, die einzige ohne Zusatzstoffe, abgesehen von minimalster Salzmenge. Sollte also am Verträglichsten überhaupt sein. Genauer Wortlaut ist "VITAMIN B12-DEPOT-Injektopas® 1500 µg". Gibt noch ein ähnliches mit anderer B12-Variante, also auf diese Bezeichnung ggf. achten. Achja, ich krieg kein Geld dafür. :-P
Aber ich finde das Produkt gehört gelobt und empfohlen, weil eben kein massig anderer Müll in diesem enthalten ist.

Die B12-Varianten unterscheiden sich einmal von Ihrer Wirksamkeit, dann von ihrer Möglichkeit, im Körper gespeichert zu werden und wie gut sie überhaupt aufgenommen werden können. Letzteres hängt auch damit zusammen, wie/wo  man sich die Spritzen gibt.

Ich entschied mich für intramuskulär (in den Muskel), weil dadurch am meisten aufgenommen wird, gut doppelt so viel wie wenn man es sich subkutan (in die Bauchfalte) spritzt. Soll ja schließlich nicht verschwenderisch sein. 

Spritze, Kanülen, B12-Ampulle
und Desinfektionsmittel
So holte ich mir den 10er-Pack, dazu passend 10 Spritzen á 2ml und 20 dazu passende Kanülen. Achja, Hautdesinfektionsmittel noch und Taschentuch - ersteres stand noch im Haushalt zur Verfügung.

Achja, gibt sonst noch andere Formen wie Cyancocobalamin - das kann der Körper aber nicht vernünftig speichern, man benötigt viel mehr Menge für ne Wirkung und ich fand keinerlei sonderlich gute Erfahrungsberichte hierzu. Daher das Hydroxocobalamin, wobei das Methylcobalamin sich sogar noch einen Tick besser anhört, aber ich fand soweit ich mich entsinne kein passendes Präparat, dass nicht mit allerlei Zusätzen versehen wäre oder mich generell ansprechen wollte.

Da ein Mitglied im Haushalt einer pflegetechnischen Arbeit nachgeht, wo Spritzen Alltag sind, hatte ich auch meinen persönlichen Spritzer. Pieks. Aua. In den Po-Muskel. An der richtigen Stelle.

Beim erstem mal bekam ich innerhalb der folgenden Stunden ein angenehmes Hitzegefühl, das Frösteln in Händen und Füßen nahm merklich ab. War schon komisch, wenn dieses Zeugs in den Muskel gespritzt wird. Fast jedes mal am Anfang ein großes Geschrei... für mich... aber es ging immer schnell und eigentlich schmerzlos... nur in Gedanken malte ich mir übles aus...  da diese Spritze immerhin ca. 3cm(!) in den Muskel gestochen wird.

Und dann wöchentlich immer wieder ein Spritzchen.

Nunja... die Wärme blieb soweit, die motorischen Störungen waren erst mal weg. Die Logik-Abbrüche im Kopf auch. Aber die Vergesslichkeit blieb bestehen. Das Gedächtnis scheint eben noch von anderen Mängeln geplagt zu werden - Mangel oder Zink... oder einem noch nicht entdeckten Nährstoff, wer weiß...

B12 ist jedoch meiner Ansicht nach der kritischste überhaupt, wegen schlimmstenfalls nicht umkehrbaren Schäden.

Als die Hälfte gespritzt war, machte ich unbeabsichtigt eine Pause, meinte, ist jetzt sowieso genug, doch die Symptome wollten mich dann nach Wochen doch nochmal einholen. Spritze. Besser. Der Mangel muss tatsächlich akut sein, wenn diese Mengen schon wieder verbraucht gewesen sein sollten. Immerhin war ich gut 10 Jahre akut im Mangel, da dürften u.a. auch einige Reparaturprozesse in Gang gesetzt worden sein. Aber womöglich schlummert(e) da noch eine chronische Entzündung irgendwo im Körper....


Nunja, wie sonst vorbeugen?
Wie nun getan, habe ich beschlossen, konsequente, Instincto inspirierte Rohkost durchzuführen. Mit strengerem Paläo (keinerlei Milchkram, keinerlei Getreide, auch keinen Reis oder Buchweizen oder anderen Unsinn - ist sonst ja asiatisch und nicht Paläo ;-)) hat man sonst eine Light-Variante davon, die im Vergleich zur Normalkost eine andere Welt darstellt.

Denn problematisch sind eben Faktoren wie (unbekannte) Unverträglichkeiten oder eben generell ein sehr unnatürliches Darmmileu durch menschenungerechte Ernährung.


Mit Nahrungsergänzungsmitteln ständig da und dort auszugleichen ist meiner Meinung nach nur vielleicht in Akutsituationen sinnvoll, auf Dauer keine Lösung, weil wer weiß, welche sonstigen Mängel noch vorliegen.... und nimmt man Nährstoff X hochdosiert ein, hemmt es die Aufnahme oder Verstoffwechslung von Stoff Y usf... es kann nach kurzer Besserung, wennn chronisch konsumiert im noch größeren Desaster enden - fast unausweichlich. Wir wissen nämlich nicht, wie/was/wo unser Körper hier letztendlich braucht. Er soll es selbst entscheiden, und diese Möglichkeit bieten wir ihm, wenn wir ihm das geben, was er von Natur aus fordert, wozu er gemacht ist. Die ihm zugedachte, unverfälschte, natürliche Nahrung und Lebensweise.

Bei mir war das Problem ja auch, dass ich trotz tierischer Produkte, nur langsam den B12-Spiegel anheben konnte, er womöglich immer wieder kippte. Entweder war der Verbrauch aufgrund unbekannter Erkrankung/Belastung ohnehin nicht zu decken, und/oder der Darm nicht in Ordnung und so gar nicht in der Lage, es vernünftig aufzunehmen.

Davon abgesehen, wenn z.B. ein Organ im Körper dabei ist, abzukacken... warum nicht das Organ heilen, anstatt mit den Ergänzungen die Symptome evtl. vorübergehend zu mildern und dann mit nem kaputten Organ dazustehen, ... ach... ich liebe meine Rohkostpraxis.


Achja, die Geschichten von ungewaschenen Wildkräutern und ihren B12-Mikroorganismen bitte nicht so ernst nehmen. Da mag was an B12 drauf sein... doch die Mengen sind so gering... die mögen vielleicht, vielleicht reichen, wenn man überhaupt keinen Stress hat, nicht vorhat, jemals Kinder zeugen zu können und in völliger Freiheit als Menschentier in der Natur lebt. Und nicht einmal dann ist gesagt, dass es reicht. Soweit meine Meinung zu dieser so häufig herum geisternder Meinung.

Fazit

Nicht nur die Vitamine in Ordnung bringen - sondern die Ernährung... die Lebensweise... ja, das ganze Leben in natürliche Ordnung bringen! Dann stimmt es mit dem Leben auch wieder. ;-)