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Sonntag, 7. Dezember 2014

Die linke Hand


Es war einmal eine linke Hand, die keiner verstand.
So zog sie sich zurück, und suchte ihr Glück,
In anderen Dingen, wie dem Singen.
Auch im Tanzen suchte es sie, doch fand es nie.

Aber sie gab nicht auf, wollte höher hinauf,
Blieb sehr rege, und ging neue Wege.
Ging bis an die Weltenränder, in fernste Länder.
Selbst dort, war kein anderer Ort.
Gefüllt mit Pein, schlief sie dann ein.

Träumte vom Kriege, und kämpfte sehr viel,
Doch erkannte die Liebe, als einziges Ziel.
Sie erwachte, und lachte.
Und fand im Lieben, endlich ihren Frieden.

10.12.2014 Entwanderer


Das ist übrigens meine dritte(!) Zeichnung bzw. Bild, die ich seit ich lebe, oder allerspätestens nach meinem 7. Lebensjahr, je mit der linken Hand gezeichnet habe. Die Proportionen gelangen auf Anhieb ohne jegliches Hilfsraster. Bis auf eine Winzigkeit am Mittelfinger - der genaue Betrachter erkennt es - war auch keinerlei Radieren notwendig. ;-)

Haha, ich hab das toll hinbekommen und bin stolz auf meine linke Hand. Es freut mich, bei mir selbst dadurch anzukommen.

Samstag, 14. Juni 2014

Auf dem Weg zum Mann: Das Handwerk

Nachdem ich nun viel mit Ernährung zu tun hatte, lernte, wie ich brav meinen Gemüsebrei essen kann, wird es Zeit, erwachsen(er) zu werden. ;-)

Aufgewachsen mit der rechten Hand, obwohl ich Linkshänder war (d.h. praktisch alles mit rechts getan) lebte ich ein Computer-Dasein. Später kam das Naturinteresse hinzu, auch mal Gärtnern. Dann mal Stricken. Irgendwie sehr weiblich.

Aber so richtig handwerken, mal richtig männlich, das wollte nachgeholt werden. :-P

Ein Umzug war Anlass und Inspiration zugleich, hier tief einzusteigen. Denn es muss und mag einiges renoviert werden.

Werkzeuge geordert, Urlaub und los...

Ich habe die Tage zum einen einen guten alten Massivholztisch, vermutlich aus Buche, mit meinem tollen, neuen Schwingschleifer abgeschliffen, danach mit Leinölfirnis und Orangenöl eingeölt und mit Carnaubawachs gewachst. Sieht nicht nur wieder toll aus der Tisch, sondern riecht jetzt auch noch angenehm. 

Dann habe ich einen kleinen Tisch komplett selbst gezimmert und dabei verschieden Techniken angewandt - Schleifen, Schrauben, Dübeln, Sägen.  Damit konnte ich so meine Werkzeuge ausgiebiger mit einem Kleinprojekt testen.

Dafür, dass ich sonst praktisch nie mit Elektrowerkzeugen hantiert hatte, bin ich auf das Ergebnis sehr stolz. Künftig werde ich Möbel aber wohl komplett dübeln. Ich erwäge, mir alle - bzw. viele Möbel selbst zu bauen, evtl. auch gebrauchte Massivmöbel zu restaurieren/umzubauen.

Dank seiner größe kann er sowohl als Tisch wie Stuhl dienen. Aktuell steht er im Eingangsflur, um dort als Ablage zu dienen. Er muss noch geölt und gewachst werden. Die Füße hatte ich bereits vorgeölt, da noch vom anderen Ölen ein Rest übrig blieb und verbraucht werden sollte und wollte.


Sonst war ein Zimmer sehr renovierungsbedürftig und sollte daher mein Expriment-Zimmer für Farben, etc. werden. Letztlich habe ich hier bisher nur meine ersten Tapeten entfernt, die tlw. sehr schwer abging, da mehrlagig. Insbesondere die Ur-Tapete, so nenne ich sie mal, die schon um die 50 Jahre dort hing, war sehr zäh.

Als ich dann testweise eine Kasein-Grundierung auftrug, zeigte sich, dass diese ebenso hervorragend geeignet war, um die bombenfeste Tapetenreste auch noch vollständig zu entfernen.
Beim "normalen" Tapetenentfernen habe ich etwas herumprobiert. Letztlich habe ich die Tapete vertikal in ca. 15-20cm Abständen mit einem Cutter-Messer (auch ugs. Teppichmesser) angeritzt, danach mit einem Wischmop das Wasser, dem ich einen Spritzer Geschirrspülmittel beifügte (reduziert die Oberflächenspannung des Wassers, dann löst es besser die Tapeten ab) auf die Tapeten aufgetragen. Einwirken lassen (was automatisch geschieht, wenn man eine Wand macht und danach wieder nässen. Das ganze je nachdem ca. 3-4 mal wiederholen. Die Tapete löst sich dann tlw. schon von selbst von der Wand. Dann habe ich die geschnittenen Streifen leicht von unten nach oben abziehen können.

Danach habe ich Stellen, an denen der Putz weggebröselt war oder beim Tapetenabzug abbröselte, verspachtelt. Anschließend habe ich die Kaseingrundierung aufgetragen und letzte Tapetenreste entfernt. Die Grundierung ist erst im halben Raum aufgetragen, mehr folgt die Tage.

Mein toller Akkuschlagbohrschrauber hatte auch mit dem Rührquirl keinerlei Probleme um Spachtel und Grundierung anzurühren.

Im Garten habe ich bereits etwas Unkraut aus Blumenbeet und "Baumbeet" entfernt.

Achja, ich hab noch meine ersten Steindübel platziert... und mit dem lieben Akkubohrer auch mühelos in den Stein gebohrt, auch mit abgeschaltener Schlagfunktion funktionierte es bereits sehr gut.

Mit übriger Spachtelmasse habe ich auch noch die vielen alten Dübelöcher, Löcher vielzähliger entfernter Nägel, gefüllt. Die Wohnung war davon regelrecht übersäht, wie man auch über und unter meinem Holzkleider-Aufhang sehen kann. Ja, ich mag das Holz...

Mittwoch, 19. März 2014

Die Kraft der Stille

Die innere Stille gibt Dir die Kraft, mühelos achtsam zu verweilen.
Sie ist die Quelle Deiner (kreativen) Eindrücke.

Der innere Sturm schwächt Dich und lässt Dich erblinden.
Er ist die Quelle Deiner unachtsamen Zerstörung.


Bist Du im Sturm und willst Du zurück zur Stille finden,
sorge für äußere Stille, damit Du den inneren Sturm besser hören kannst.
Dann gehe in den Sturm. Werde Sturm. Werde sanft. Werde Stille.

Samstag, 1. März 2014

Ist es notwendig die Gründe und Ursachen von Emotionen oder Verletzungen herauszufinden?

Ich habe vor nicht all zu langer Zeit im Beitrag Schokolade als Wegweiser über eine Methode berichtet, um stecken gebliebene Emotionen, Blockaden zu lösen, indem wir unsere Aufmerksamkeit darauf richten und die Emotionen so reaktiviere, erleben, durchleben, verarbeiten und so letztlich auflösen.

Gestern fragte mich eine Freundin, ob es denn wichtig sei, den Grund der Emotionen zu erkennen, damit man die Emotionen mit "Verständnis" verarbeiten kann, ob dies nicht gar Voraussetzung dafür sei.

Die Antwort darauf ist eindeutig und einfach: NEIN.

Im Gegenteil, die Suche nach dem Verständnis kann nämlich bestenfalls nur guten Unterhaltungswert bieten, sonst ein reines Ablenkungsmanöver darstellen, einen Grund zu finden, den Schmerz, die Emotionen nicht vollständig zuzulassen, solange man ja noch nicht "alles verstanden" hat. Dieses Problem mag dann auftreten, wenn man glaubt, für das Erleben der Schmerzen einen "guten Grund" zu brauchen. Oder andere Ausreden. Einfach sich (sich selbst an)vertrauen und zulassen... bringt die Lösung.

Es gibt hier nichts zu verstehen. Blockierte Schmerzen haben ihre Wurzel nicht Kopf, nicht in Gründen sondern im Bauch. Gedanken aus dem Kopf, dem grauen Brei in der Birne, können lediglich bestimmte Emotionen und Blockaden anstupsen. Man sagt dazu auch "Knöpfe" drücken. Das ist letztlich nichts anderes, als die Emotionen wieder in Fahrt zu bringen. Wenn dies jedoch geschieht, leiten wir nicht all zu selten "Gegenmaßnahmen" ein - Ablenkungen aller Art. Oder wir steigern uns noch tiefer hinein, machen aus Fliegen Elefanten und speisen mit all diesen Methoden im ungünstigsten Fall die Blockade.

Daher ist es lediglich notwendig, die Schmerzen bzw. Gefühle einfach zuzulassen. Es kann sogar sein, dass man sich als reiner Beobachter erfährt. Da liegt der Körper, weint, wimmert... unscheinbar... oder es laufen lediglich in der Stille die Tränen, der Körper zuckt... es kann sehr subtil in kleinen, kaum bemerkbaren Päckchen ablaufen.

Ja, so einfach ist das. Die größte Herausforderungen für einen jeden dürfte tendenziell jene sein, die Emotionen einfach zuzulassen. Einfach zulassen. Lassen. Man könnte auch sagen, die Emotionen los zu lassen. ;-)

Dienstag, 18. Februar 2014

Game Over - New Game

Wer bis jetzt mein "Game-Over"-Video noch immer nicht gesehen hat, sollte es spätestens jetzt noch nachholen. ;-)

Das alte Spiel ist vorüber. Ein neues beginnt.

Durch intensive Prozesse, die in einigen spirituellen Beiträgen zuletzt auch hier ihren Ausdruck erfuhren, hat sich einiges in mir gelöst.

Ich habe gelernt, innere Verletzungen und Wunden anzusehen. Ich habe gelernt sie zu lösen. Ich habe gelernt zu vergeben, loszulassen.

Ich habe mir eingestanden, misshandelt worden zu sein. Hingeschaut.
Und bemerkt, wie ich mich selbst weiter misshandelte, dieses und andere Spiele fortsetzte.

Es gab eine Zeit, da sah ich vieles klar, sah in anderen Menschen viel Selbstzerstörung und Oberflächlichkeit, Verdrängung, Abwendung. Irgendwann wurde ich nach und nach, schleichend, ohne es direkt zu registrieren auch so langweillig und doof.

Weil die Gedanken allein nutzen nichts. Wissen ist nutzlos. Wenn man es nie anwendet. Es verdirbt. Übrig bleibt nichts. Im Gegenteil, es wird noch weniger. Aus Wissen und Weisheit wird Dummheit und Verwirrung.

Die Welt hat sich verändert. Ich habe mich mehr kennen gelernt. Wieder kennen gelernt?  Oder erstmals so sehr kennen gelernt? Es spielt keine Rolle. Ich bin mir nahe.

Habe entschieden, mich nicht weiter zu verstecken. Masken abgelegt. Mehr zu mir gestanden. Ein neues Fundament in mir aufgebaut.

Heute war ich wie in einem billigen Schöne-Welt-Film. Die neue Innenwelt spiegelt sich tatsächlich total im Außen. Zwar hat mich ein derber Infekt erwischt, das ist der alte Schmerz und Dreck, der ausläuft und ausheilt, aber beim Gang zum Arzt und zurück hatte ich sehr... unglaubliche Begegnungen und Wahrnehmungen, als wäre ich in einem neuen Leben. Ich bin in einem neuen Leben. Ein neues Spiel, mit ganz anderen Leveln.

Neue Umgebung, neue Gegner, neue Rätsel. Geiles Game.

Das alte ist abgespult. Ausgekackt, ausgepisst. Weggeworfen. Verbrannt.

Ich habe das klagende Kind hinter mir gelassen. Der Reife mehr Eintritt gewährt.

GAME OVER!

Der alte Scheiß ist vorbei. Da ist neue Scheiße ggf. ganz OK. ;-)

NEW GAME!

Oh ya Baby, ich  meine es ernst und zeige Zähne! Und ich beiße...





Sonntag, 16. Februar 2014

Würzige Stimmung im Raum verbreiten

Man(n) ist das schön würzig!
Auge und Nase verwöhnt.
Ich hab mir da neulich so ein ... Duftöl-Raum-Erfüller-Dingsbums... eben dieses Keramikgefäß, in das man ein Teelicht stellt und entzündet, und das Duftöl in die Luft "verdampfen" lässt, besorgt.

Heute hatte ich den spontanen Einfall, frischen Knoblauch draufzulegen, um für mal etwas andere Würze zu sorgen.

Das Ergebnis hat meine Nase nach erheblichen Zweifel und reiner Freude am Experiment überraschend mehr als nur überzeugt.
Eine schön würzige Note streichelt meinen Geruchssinn.

Die Knoblauchzehen-Stücke sind dabei sehr knusprig geworden. Wenn ich zuvor das alte Öl rausgeputzt hätte, vielleicht einen Knabber-Versuch wert.


Wer den Geruch von Kräuter-Knoblauch-Baguetts schon liebte, wird hier nur einfach göttlich verwöhnt.

Nachahmung ausdrücklich empfohlen!
Und Pflicht, hier dann davon zu berichten!

Der Weisheit letzter Schluss

Endlich, das neue Film-Studio ist fertig! ;-)



Der Abspann, weil er so schön ist, nochmals separat und markant:

Samstag, 15. Februar 2014

Ich weiß, dass ich nicht(s) weiß - Das Wissen um die Unwissenheit

Der betitelte Spruch dürfte jedem schon häufiger begegnet sein.

Hier möchte ich diesen im Kontext der Spiritualität näher ausführen.

Der in vielen Dingen noch naive, "unwissende" Mensch betritt die Welt mit der Geburt. Spätestens mit dem Eintritt in die Schule - oder generell dem Erlernen des Lesens, bekommt Wissen einen ganz neuen Charakter.

Gefühlt werden viele Konzepte als (letzte) Wahrheit, als Wissen vermittelt, die man "eben weiß".
Nicht selten sind es jedoch nur aktuellste Annahmen, womöglich nur eine von vielen aktuellen Annahmen, worüber sich die entsprechenden Fachleute die Köpfe gegenseitig einschlagen möchten.

Jedoch immer ist Wissen nur eine Annährung an die Wahrheit, ein Versuch, die Wahrheit unter Berücksichtigung möglichst vieler Eigenschaften einer Sache zu beschreiben.
 
Die letzte Wahrheit, das absolute, "richtige" Wissen wird jedoch nie erreicht. Wir sind wie Messinstrumente unserer Realität. Wir können immer tiefer gehen, immer mehr Details miteinschließen, aber es wird immer weiter gehen.

So paradox es klingt, wissen wir dadurch aber, dass wir daher nie etwas wissen können.
Um es noch verwirrender zu gestalten: Woher wollen wir dann aber wissen, dass wir nichts wissen? ;-)

Wahrheiten widersprechen sich immer. Falsches hat immer einen festen Standpunkt.

Nun, wir wissen, dass wir nicht(s) wissen, was bedeutet das für uns?

Wir Menschen neigen dazu, auf Wissen ein Gefühl von Sicherheit, Berechenbarkeit aufzustülpen. Dadurch wird unser Gefühl von Sicherheit von unserem "Wissen" abhängig. Da dieses aber nie endet, werden neue Erfahrungen, neue Unbekannte Situationen immer wieder ein Gefühl von Unsicherheit in uns hervorrufen, und erst, wenn wir dann wieder das dazugehörige "Wissen" angesammelt haben, die Sache berechenbar, völlig nachvollziehbar geworden ist, können wir uns wieder beruhigen.

Das kann bei Menschen dazu führen, neuen Situationen nicht mehr begegnen zu wollen. Dass sie ihr Leben hauptsächlich nur noch innerhalb ihres "Wissens" leben, den Gang raus in die wilde, unbekannte Welt, das wilde Leben nicht mehr freiwillig wagen.

Oder es kann zu einem ständigen Schwanken führen, neue Situationen und Unsicherheit erleben, sich aufklären, die Sache berechenbar machen und in die nächste Unwissenheit stürzen. Ein endloser Kampf bei den unendlich vielen Möglichkeiten (es gibt nie die exakt selben Möglichkeiten zweimal).

Wie können wir dieses Wissen um Unwissenheit für uns gebrauchen? Was hat das mit Spiritualität zu tun?

Wenn uns klar wird, dass wir ohnehin nie wissen können, uns nur der Wahrheit annähern können, nie alles berechenbar sein wird - sollten wir dann überhaupt auf diesem unstabilen Konstrukt irgendetwas aufbauen? Ob unser Gefühl von Sicherheit - oder Selbstwert ("nicht dumm sein")?

Gibt es da nicht vielleicht eine andere Basis, eine stabile Basis, auf der wir unser Gefühl von Sicherheit oder sonstige Regungen in uns aufbauen können?

Hier ist der Punkt, wo wir uns eingestehen können, uns klar machen können, dass wir nicht wissen - und daher vom Wissensdurst loslassen können. Vom Sprungbrett des Wissens springen, in das Unbekannte... mit einer neuen Basis: Vertrauen.

Indem wir dem Leben beginnen zu vertrauen, indem wir lernen zu vertrauen... merken wir, dass Vertrauen etwas stabiles ist. Vertrauen vereint die Sicherheit wie die Unsicherheit, die sich stets abwechseln. Daher ist es instabil, auf einem der beiden etwas aufzubauen. Vertrauen ist immer. Wir vertrauen, dass es passiert. Geben die Kontrolle ab. Lassen uns sein.

Dann steht uns das Leben wieder offen. Dann sind wir "sicher".
Wie beim "Wissen" sind wir uns nämlich ganz "sicher", dass es "Sicherheit" nicht gibt, man sich ihr nur annähern kann, immer wieder, ohne Ankommen. ;-)

Wenn die große Last und der Kampf um das Wissen, um die Sicherheit abgelegt wird, wird in uns wieder Platz frei. Werden wir frei. Können wir vertrauen, und im Vertrauen unseren inneren Impulsen im gleichen Zuge, wie das Vertrauen wächst, folgen.

Aus Vertrauen werden Klarheit und Wahrheit geboren.
Aus Angst und Unsicherheit werden Verwirrung und Lüge geboren.

Uns selbst, und anderen gegenüber.

Je mehr wir vertrauen, je mehr wir unseren Impulsen folgen, desto mehr kommen wir bei uns selbst an.

Kommen wir vielleicht irgendwann ganz bei uns an? Erleuchtung?

Ich weiß es nicht! Aber wir können vertrauen... ;-)

Donnerstag, 6. Februar 2014

Schokolade als Wegweiser

Oder: Wie wir das Verlangen nach Trost und
Ersatzbefriedigungen uns zu Nutze machen.

Mit gerichteter, punktierter Aufmerksamkeit blockierte
Gefühle aufspüren und allein durch deren Beobachtung lösen.

In den letzten Wochen habe ich eine sehr interessante Erfahrung gemacht, die ich schon länger vermutet, aber praktisch kaum umgesetzt hatte.

Und zwar geht es darum, wenn man sich in weniger ausgeglichenen Zeiten (die doch regelmäßig auftreten) zu Ersatz-Befriedigungen, zu Trost-Naschereien aller Art greifen.

Die Vielen essen dann Schokolade. Manche in rauen Mengen. Oder andere Süßigkeiten. Andere essen nicht unbedingt süß, stopfen sich den Magen mit allerlei Gerichten aber wie Weltmeister. Wiederrum andere beglücken sich mit einem Bier, vielen Tropfen Wein, Alkohl anderer Art bis hin zu Gras und anderen stärkeren Drogen.

Warum tun wir das? Was ist der Auslöser?

Der Auslöser ist stets ein unwohles Gefühl, meist im Bauch, Nacken, oder der Brust. Geradezu automatisch verführt es uns dazu, zu unseren individuellen Tröstungs-Maßnahmen zu greifen.

Diese Gefühle sind unangenehm. Sehr unangenehm.
Und daher klar: Man will sie loswerden!

Die entsprechende Objekte des Trostes führen Glücksgefühle herbei und/oder überdecken die unwohlen Gefühle. Und je nach individueller Ausprägung können das ein paar Rippchen Schokolade, ganze Tafeln oder Mahlzeiten für 2-3 Personen sein. Manche Menschen können gar nicht damit aufhören, ständig etwas in sich hineinzustopfen, bis der Magen vielfach gefüllt ist und eine Dröhnung einsetzt, welche die unangenehmen Gefühle vorübergehend verdrängt.

Was ist daran problematisch?

Da sind nun also Gefühle, die verdeckt, von denen davon gelaufen wird.

Durch die erwähnten Strategien wird ein Auflösen der Gefühle gebremst bist ganz gestoppt und auf Dauer können sich so mehr negative Gefühle ansammeln, als verarbeitet werden. Der Kreislauf wird intensiver und intensiver.

Abgesehen davon führen diese Strategien auch dazu, dass sie am Körper zehren, sich Blockaden festigen, das Energie-Niveau dauerhaft eingeschränkt und so das eigene Potential im Keim sicher, aber langsam untergraben wird.

Wie können wir dagegen vorgehen?

Indem wir aufhören, von unseren Gefühlen davon zu laufen. Indem wir schauen, was da eigentlich da ist und begreifen. Indem wir uns unseren Gefühlen, Teil von uns, uns selbst stellen.

Im Laufe der Experimente hat sich bei mir eine Methode herauskristallisiert, die bei mir sehr gut funktioniert hat und die ich euch mitteilen möchte.

Ist man zu Hause, häufig treten solche Gefühle insbesondere am Abend auf, wenn man mit sich selbst mehr konfrontiert ist.

Wir nehmen also das Verlangen nach unseren Tröstereien, Drogen... Schokolade als Signal, um an uns zu arbeiten.

Es bietet sich an, sich entspannt hinzulegen. Ich mache mir dazu eine Wärmflasche, die ich mir auf den Bauch im Bereich des Solarplexus lege.

Vorteilhaft ist, dass man sehr gemütlich liegt, nicht friert, sich sensorisch wohl fühlt.

Und dann schließen wir die Augen, atmen langsam tief durch und lenken unsere Aufmerksamkeit in unseren Körper.

Wir spüren hinein und bemerken, dass Disharmonie im Körper herrscht.
Wir lokalisieren die Stelle des Störgefühls im Körper mit unserer Aufmerksamkeit. Wenn wir sie gefunden haben, richten wir unsere Aufmerksamkeit punktgenau auf diese Stelle und verweilen dort.

Dabei löst sich nach und nach das Gefühl, jetzt kann es vorkommen, dass die unwohle Stelle zu wandern beginnt. Wir richten unsere Aufmerksamkeit immer an den Punkt, wo am meisten disharmonischer "Druck" gespürt wird.

Immer wieder kann es passieren, dass dort das Unwohlgefühl verschwindet, die mit Aufmerksamkeit punktierte Stelle sich plötzlich entspannt und der Körper weicher wird.

Die dort duch Verpannung eingeschlossenen Gefühle werden bewusst gemacht, gespürt und verarbeitet. Stück für Stück.

Wenn wir dann keine Disharmonie mehr spüren, oder nicht mehr weiterkommen, oder keine Lust mehr haben, beenden wir die Aufmerksamkeits-Sitzung.

Ihr werdet staunen, je nach erfolgter Verarbeitung kann es sein, dass das Verlangen nach den Tröstern merklich schwächer oder ganz verschwunden ist.

Wer müde ist, sollte noch ein ca. 30-minütiges Nickerchen anschließen.

Was bringt uns das? Wie geht es weiter?

Nach und nach können so alte Wunden, Trauer, Traumata wieder aktiviert und verarbeitet werden.
Die steckenbleibende Trösterei findet ihr Ende, die Dinge werden abgeschlossen.

Das Energie-Niveau des Körpers wird nach jedem mal erhöht. Wir werden wieder freier. Sind weniger Sklave unserer Verlangen nach Trost von außen, der nur Schein und Trug ist.

Im Alltag drückt sich das durch mehr Ausgeglichenheit, innerer Ruhe und Stärke, Mitgefühl und Lebensfreude aus.

Und wenn mich es während der Arbeit erwischt?

Die Übung kann man prinzipiell immer machen, wenn etwas hochkommt. Nach etwas Übung kann man sie nebenbei machen, es ist nicht immer notwendig, ideale Voraussetzungen zu haben.

Auch im Alltag ist es leicht, aufkommende Gefühle mit Aufmerksamkeit genau zu lokalisieren und aufzulösen. Wir spüren hinein, richten unser Gespür dorthin und lösen auf. Perfekt muss es nie sein.

Ich nenne diese Vorgehensweise die Entwanderer-Meditation. ;-)

Viel Erfolg beim Auflösen von alten, unverarbeiteten Emotionen.
Manchmal kann es heftiger werden, aber die Methode funktioniert auch dann genauso.

Ich wünsche euch viel Freiheit.

Samstag, 25. Januar 2014

Eine Reise in die Einsamkeit

Mit der linken Hand gezeichnet ;-)
Kennst Du dieses Gefühl von Einsamkeit?

Ein Gefühl von Verlassenheit, völlig allein, nichts und niemand, ungeschützt, ausgeliefert.
Wenn nicht, dann mag es Dir weiterhelfen, Menschen zu verstehen, die davon sprechen. ;-)

Einsamkeit hat erst einmal nichts mit Alleinsein zu tun.
Viele Menschen sind gerne mal allein, brauchen Ruhe.

Einsamkeit ist ein Gefühl unfreiwilligen Alleinseins.
Manchen überkommt es besonders beim Alleinsein, wenn man mehr Zeit hat sich selbst besser wahrzunehmen.

Andere sind gerade dann einsam, wenn sie unter Menschen sind und aktiv bemerken, dass sie sich am falschen Ort mit völlig unpassenden Menschen befinden und eine Sehnsucht nach passenderem Umfeld geboren wird.

Daraus können wir schlussfolgern, dass Einsamkeit vielleicht weder mit Alleinsein, noch mit Gesellschaft direkt zu tun hat, da es sich um gegensätzliche Situationen handelt.


Vielleicht bringt es uns weiter, wenn wir uns fragen: Was unterscheidet das Alleinsein von Einsamkeit?

Was tun Menschen, die sagen, ich muss jetzt allein sein, brauche Zeit für mich?

Sie nehmen sich Zeit für sich. Sie gönnen sich etwas. Sie kümmern sich um sich selbst.
Sie spüren nach, was Ihr Bedürfniss ist. Sei es sich auszuruhen und sich neu aufzuladen.

Einsame Menschen hingegen beklagen sich, dass jemand anders sich um sie kümmern soll.
Einsame Menschen übernehmen nicht die Verantwortung, sich um sich selbst zu kümmern. Sich um ihre Bedürfnisse zu kümmern. Seien sie allein oder seien sie unter Menschen. Wenn sie sich einsam fühlen, ignorieren sie die eigenen Bedürfnisse, lassen keine Taten folgen, die es ermöglichen würden, diese zu erfüllen. Völlig unabhängig davon, ob Menschen da sind (niemand kümmert sich um mich) oder ob sie unter Menschen sind (niemand nimmt Rücksicht auf meine Bedürfnisse).

Sie erwarten, dass die Welt da draußen auf sie zukommt und ihre Bedürfnisse zum einen richtig erkennt und dann auch vollständig stillt.

Wie ein Baby, dass auf das Stillen der Mutter wartet.
Hey, es ist Zeit, erwachsen zu werden und von der Milch abzulassen!


Wie bewältigt man schlussendlich die Einsamkeit?

Indem wir lernen, in uns hinein zu spüren. Uns eingestehen, dass wir Bedürfnisse haben, die ihre Berechtigung haben. Indem wir den Mut aufbringen, Initiative  zu ergreifen, Taten folgen zu lassen, mit denen wir unsere Bedürfnisse befriedigen können.

Indem wir aufhören, uns versuchen von unseren Bedürfnissen abzulenken, aufhören unsere Bedürfnisse zu verdrängen.

Indem wir beginnen die ganze Verantwortung für unser Leben und Schicksal in die Hand zu nehmen.
Andernfalls können wir uns sofort in einen Stein verwandeln. ;-)

Denn Einsamkeit bedeutet letztlich, dass man sich selbst verlassen hat.


Meine heutige Einsamkeit

Heute war ich sehr einsam. Ich überlegte, und prüfte die Möglichkeiten, wen ich anrufen könnte, wohin ich gehen könnte - direkt im Ort wäre später eine Veranstaltung. Doch mein eigentliches Bedürfnis war, wie ich mir eingestand, mich einfach auszuruhen.

Die Angst, das Wochenende nicht zu "nutzen" haderte dagegen.

Doch ich legte ich mich hin, schlief ein und erwachte genau so, dass ich Möglichkeit hatte, der Veranstaltung noch beizuwohnen. Als ich erwachte, war ich nicht mehr einsam. Und ich merkte, dass ich jene Veranstaltung eigentlich gar nicht besuchen wollte. Es war nur ein Konstrukt der Hoffnung, dort meiner Einsamkeit entgegen zu treten. Dort vielleicht jemanden zu treffen, der meine Bedürfnisse befriedigte.

Dabei ging es in erster Linie darum, meine Bedürfnisse zu erkennen und zu erfüllen. Wieder zu mir zu kommen.

Mittwoch, 22. Januar 2014

Der Strom des Flusses

Mal warst Du sehr einfach.
Vielleicht vor einigen Jahren.
Vielleicht vor einigen Leben.

Du schwammst mit dem Strom.
Warst Teil der Masse, des Flusses.
Schwammst im großen Hauptstrom.

Warst verbunden mit den anderen.
Nie allein.
Teil der großen Masse.
Und fühltest Dich sehr wohl.


Du machtest Erfahrungen.
Verändertest Dich.
Lerntest dazu.
Wurdest jemand anders.

Du fühltes Dich nicht mehr zugehörig.
Wurdest einsamer.
Schwammst gegen den Strom.
Warst stolz das zu tun.

Trafst andere, die gegen den Strom schwammen.
Ihr wenigen, aber gemeinsam spottetet Ihr,
gegen jene, die mit dem Strom schwammen.
Über jene, wo ihr einst selbst Teil wart.

Ja womöglich hasstest Du nun den Strom.
Beklagst Dich über den Strom.
Protestierst und kämpfst gegen den Strom.
Willst den Strom rückwärts strömen lassen.

Aber Du schafftest es nie.
Nicht mal ansatzweise.
Würdest es nie schaffen.
Unmöglich. Du littest sehr.


Du machtest Erfahrungen.
Verändertest Dich.
Lerntest dazu.
Wurdest jemand anders.

Du hörtest auf, gegen den Strom zu schwimmen.
Hieltest inne.
Schwammst auch nicht mehr mit dem Strom.
Lässt Dich vom Strom tragen, mitfließen.

Bist nicht mehr nur inmitten des Hauptstroms.
Findest Seitenströme, Randströme.
Fließt mal mitten, mal randwärts der Ströme,
mal unten, mal oben. Wie er Dich trägt.

Bist Mittler der Ströme.
Mittler der Schwimmer.
Bist zugleich einsam
und ein jeder ist Dein Freund.

Gehörst überall dazu.
Und nirgendwo.


Du machst ständig Erfahrungen.
Veränderst Dich wie der Fluß.
Lernst fließend dazu.
Formst Dich immer wieder anders.

Du bist jetzt zum Fluss geworden und fließt.

 

Donnerstag, 9. Januar 2014

Rückschulung auf die linke Hand

Im Zug meines Ketose-Experimentes kam es bei mir psychologisch-motorisch gesehen noch zu einer interessanten Veränderung.

Das Thema Linkshändigkeit faszinierte mich schon immer irgendwo.

Ich hatte in den letzten Jahren etwas damit experimentiert, mit der linken Hand etwas zu schreiben, gar meine Unterschrift auf links gewechselt.

Als ich dann im Herbst 2013 auf diesen Hirnigkeitstest stieß, der zumindest in der Lage scheint, tendenziell verwertbare Aussagen zu machen, und bei mir Rechtshirnigkeit  = Linkshänder-Tendenz zeigte, beschäftigte ich mich wieder intensiver mit dem Thema.

Mein letztlicher Zweifel war stets, ob ich denn überhaupt Linkshänder sei, ich wollte früher lediglich die Verbindung der Gehirnhälften etwas stärken und schulen.

So recherchierte ich altes Film- und Fotomaterial aus jüngster Kindheit im Alter von ca. 1-6 Jahren. Und tatsächlich, ich machte sehr vieles mit links. Ob die Schaufel im Sandkasten, das Zeigen mit dem Finger einer Hand - links.

Umgekehrt hatte ich bisher jedoch wohl durch mehr oder weniger unbewusstes Umlernen (Nachahmen) fast alles ausnahmlos mit rechts gemacht.

Die graue Theorie und das Konzept hierzu

Von dieser Tatsache angeregt, las ich einerseits im Internet, andererseits das Buch "Der umgeschulte Linkshänder: Oder der Knoten im Gehirn" mit seinen interessanten Gedanken und Erfahrungsberichten. Das Konzept dahinter lässt sich in etwa so beschreiben:

Jeder Mensch wird mit einer eindeutigen Hirndominanz geboren, so wie jeder mit einem eindeutigen Geschlecht (Die Ausnahmen fallen statistisch gar nicht ins Gewicht). Wird nun aufgrund von Erziehung/Nachahmung/Umschulung die weniger dominante Seite hauptsächlich, insbesondere bei sehr intensiven Tätigkeiten eingesetzt, wird die eine Hirnhälfte über-, die andere unterlastet.

Das kann sich dann so äußern, dass Menschen sich ständig überfordert fühlen, obwohl sie es eigentlich nicht sind. Getrieben, gestresst. Das Gefühl haben, immer 150% oder mehr Prozent geben zu müssen und nicht anders zu können, wobei andere die Dinge so locker nehmen.

Ein eigener Einwurf: Psychologisch gesehen ist man nicht bei seiner Seite, nicht bei sich selbst. Man ist auf die andere Seite umgekünselt, nicht authentisch, geschauspielert - und das ist mit erheblichen, zusätzlichen Energieaufwand verbunden.

Von möglichen Verstärkungen von inneren Stresszuständen, mangelndem Selbstwertgefühl (man ist schließlich nicht sich selbst bzw. seiner Seite und in sich verankert) bis hin zu Gedächtnisstörungen u.a. ADS/ADHS oder Legasthenie, bis hin  zu größten Selbstzweifeln bis Depressionen ist die Rede. Nicht immer unbedingt als alleiniger Auslöser, aber dann immerhin als womöglich nicht zu vernachlässigendem Verstärker.

Möglichkeiten der Umschulung auf die nicht-dominante Hand

Das Problem betrifft natürlich sowohl Linkshänder, die mit rechts hantieren, als umgekehrt Rechtshänder, die mit links überwiegend hantieren.

Gerade das Schreiben spielt dabei eine Schlüsselrolle, weil hier viele Faktoren konzentriert zusammenspielen. Zum einen die Feinmotorik durch das Schreiben, dann die dabei bildliche Vorstellung und das Gedächtnis eng im Vorgang verbunden.

Zum einen werden manche Schüler bewusst umgelernt, aufgefordert diese Hand zu nehmen. Es kann aber auch sehr unbewusst ablaufen. Z.B. sind viele Gegenstände des Alltags für Rechtshänder ausgelegt - oder werden entsprechend vorbereitet. Wenn die Eltern selbst rechtshändisch unterwegs sind, werden diese dem Kind das Besteck ohne sonderliches Nachdenken häufig eben für einen Rechtshänder gedacht hinlegen oder dem jungen Menschen ohnehin in die rechte Hand drücken.

Eine andere Möglichkeit ist auch die schlichte Nachahmung. "Mama und Papa halten es so in Händen, dann will ich das auch so richtig machen."

Früher, als das Thema weniger erforscht war und man Linkshändigkeit schlicht als eine unübliche Gewohnheit ansah, sah man nichts schlimmes darin, zum Guten des Kindes es auf die rechte Seite zu trimmen. Nach der aktuellen Forschung ist dies jedoch sehr kritisch zu betrachten.

Die eigene Rückschulung

Die hohe Kunst linkshändiger Feinmotorik beim Schreiben
edler Worte bis hin zu ganzen Sätzen. Gar Spiegelung ist möglich!
Mir den möglichen negativen Auswirkungen an mir und den möglichen Chancen einer Umschulung bewusst, entschied ich mich für eine intensive, allumfassende Umschulung. Gerade da ich mich als sicherer Linkshänder identifiziert hatte (es gibt Einrichtungen die im Zweifelsfall mit Gerätschaft hier nachprüfen können) und einige der Symptome wie dem inneren Stress wieder erkannte. Der legte sich zwar im Zuge meines Ketose-Experimentes auch, aber die eigentliche Ursache war hier womöglich wo anders zu suchen und Ketose nur eine Möglichkeit, aus dem ganzen Debakel Druck zu nehmen.

Was stellte ich um? Vorweg das Schreiben. Anfangs war es für die Muskulatur der Feinmotorik anstrengend, nach einigen Sätzen spürte ich bereits, wie sich in den Sehnen Muskelkater, etc. zeigte. Doch ich blieb dran, bis ich täglich bis ca. 1 Stunde dem Schreiben widmete - spiegelverkehrt, weil angenehmer, und auch "normal" herum.

Daneben schnitt ich mit dem Messer mit links, stellte meine Computer-Maus auf die linke Seite und vertauschte die Tasten.

Dann besuche ich neuerdings einen Tischtennisverein, um mit links ganz neu anzufangen.

Selbstverständlich bohre ich nun mit dem linken Finger in der Nase und im Ohr oder kratze mich mit links am Kopf.

Sogar auf der Toilette wird nun mit links abgewischt, wie es in arabischen und asiatischen Ländern generell üblich ist - wenn dort auch oft ohne Papier.

Wo wir gerade bei der Toilette sind... generell das Besteck verwende ich umgekehrt, neben dem schneidenen Messer, die stechende Gabel.

Fortschritte

Die Geschwindigkeit kommt noch nicht an die rechte Hand heran, jedoch ist mein Schriftbild mit links bereits schöner als mit rechts, hat Persönlichkeit. Ein Ende des Geschmieres mit der falschen Hand.

Habe auch ein paar Buchstaben neu erfunden, d.h. ich schreibe sie anders als zuvor. Wenn das nicht ein Beweis dafür ist, dass die Kreativität und das Potential des Hirns hier wieder geweckt wird. ;-)

Ich war der Ansicht, dass es leichter sei, gleich alles umzustellen, wenn auch die erste Mühe größer wäre. Denn ein ständiges hin- und herwechseln der Seiten und Hirne stellte ich mir doch eher problematischer vor.

Bemerkte Auswirkungen

Ich bilde mir ein
  • wachsendes Selbstvertrauen
  • (Wieder-)Erwachen meiner kreativen Seite, ich bemerke, wie ich häufiger (wieder) bildlich denke
  • schöneres Schriftbild
  • entspannteres Leben, ich muss keine 150% oder 200% mehr geben
  • Spaß am Schreiben mit der Hand
Vieles geht viel häufiger tatsächlich wie umschrieben... mit links... :-)

Erwähnt werden muss, dass dies im Zuge meines Ketose-Experiments stattfand und dieses hier womöglich auch Auswirkungen hatte.

Ich wage zu behaupten, dass ich durch das mehr an Energie dank Ketose auch an dieses Problem erst herankam, sich beides letztlich schön ergänzte und ich aber durch die Rückschulung ein großes Maß stabiler in mir selbst ruhen kann.

Was noch wenig vorkam, aber mehr werden wird, ist das Malen mit links. :-)

Die Scheren blieben rechts, da sie trotz ausgeschriebener zusätzlicher linkstauglichkeit nur bedingt wirklich dafür geeignet sind. Vielleicht kommen langfrigist noch Linkshänderscheren zu meinem Equipment dazu.

Sonntag, 5. Januar 2014

Ketose-Experiment Resümee

Es ist nun bald schon ein halbes Jahr vergangen, als ich mit meinem Ketose-Experiment ein neues Mal starten sollte. Die KH-Restriktion schwankte nach eigener Lust, mal praktisch No-Carb bis Low-Carb.

Bestandteile

Insgeheim bestand die Ernährung vorwiegend aus folgenden Komponenten:
  • weitgehend gekochte Gemüse
  • Kokosmilch/Öl
  • Blattsalate
  • Fleisch, Innereien
  • Fisch
  • geringe Mengen Obst
  • Eier nur sehr selten gelegentlich
Diese bestanden bei Fleisch und Innereien immer aus Bio- oder guter regionaler Weideware oder Lamm von überall. Salate und Gemüse ebenso weitgehend Bio.

Kokosmilch (aus Dosen) stets ausschließlich solche, die nur aus Kokosnuss und Wasser bestand.

Strikt gemieden habe ich:
  • jegliche Milch(produkte) und Produkte, die Milch in jeglicher Form enthalten
  • jegliche glutenhaltigen Getreide
  • Mais
Reis war bei sozialem Anlass vereinzelt mal vorgekommen, ebenso bei sozialem Anlass dabei waren mal Hülsenfrüchte. Andere Getreide oder Pseudo-Getreide kamen gar nicht in Frage oder Betracht.

Mandeln und Mandelmus fand phasenweise immer wieder mal Verwendung.

Nüsse (Kokosnüsse zähle ich nicht dazu ;-)) habe ich bis auf wenige Versuche in der Anfangszeit oder mal Pistazien bei Anlass überhaupt keine gegessen.

Verwendung und Zubereitung

Anfangs legte ich viel Gewicht auf Kokosprodukte, nebst Kokosmilch waren das Kokosfett, Creamed Coconut.
Creamed Coconut konnte ich nach anfänglichem Genuss nie wieder in großen Mengen sonderlich schmackhaft einsetzen.

Kokosfett und Kokosmilch waren immer wieder phasenweise stärker und weniger vertreten.

Die Gemüse habe ich stets nur in Wasser bzw. direkt in Kokosmilch gedünstet, je nach Laune mit etwas Salz. Dabei handelte es sich je nach Lust (durchaus auch mal gemischt) um Rosenkohl, Broccoli, Blumenkohl, Karotten, vereinzelt mal etwas Süßkartoffel oder Kartoffel. In Gesellschaft war dann auch mal Reis dabei.

Selten mal Rotkohl oder Sauerkraut.

Häufig habe ich inmitten des Gemüses auch gleich das Fleisch oder den Fisch mitreingepackt und mitgedünstet. Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine Tendenz hin zu deutlich mehr Fisch und deutlich weniger Fleisch.

Fleisch und Innereien waren in dieser Phase überwiegend vom Rind und Lamm. Es gab vereinzelt mal Geflügel. Einmal probierte ich nochmals (Bioland-)Schwein, als ich von diesem einen schön fetten Bauch ausliegen sah, musste mich davon aber dann Stunden später übergeben. Schwein taugt mir einfach nicht.

Beim Fisch waren überwiegend Wildlachs und Lachs im Spiel. Häufig TK-Ware. Vereinzelt Schellfisch, nur einmalig Kabeljau oder Seelachs. Ab und wann Hering. Räucherware habe ich bis auf wenige Ausnahmen gemieden. Gegen Ende, wo der Fischanteil stieg, machte ich einige Forellenzuchten in der Umgebung aus. Deren Qualität war so beeindruckend, dass ich viel davon pur roh aß.

Fleisch aß ich praktisch nur in Form von Rinderhack roh, oft mit in den Blatt-Salat gemischt. Gern dann mal mit Eigelb.

Eier aß ich nur selten, da sie mir sonst kein Wohlgefühl brachten.

In der Anfangszeit aß ich noch relativ viel Knochenmark, da die Quelle jedoch wegbrach, hatte sich das dann gelegt.

Ich habe praktisch nie in Fett gebraten oder gegrillt. Stets in Wasser oder Kokosmilch gedünstet, wenn nicht roh.

Salate bereitete ich überwiegend aus Romana zu, vereinzelt Eisberg und Endivien oder Pflücksalat, oder selten mal ein bisschen Rucola.


Beim Dressing griff ich ggf. zu Olivenöl, einem Spritzer pasteurisierter (Bio)Zitrone, manchmal ein Schuss Leinöl und/oder Fischlebertran dazu. Gegen Ende öfters mal mit Senf oder Tamari verfeinert.

Zusätzlich gern mal mit Paprika angereichert. Tomaten habe ich nach anfänglichem Versuch komplett gestrichen. Gurke taugte ebenfalls nur selten als Beilage.

In manchen Zeiten aß ich gehäuft Avocados.

An Obst gab es unregelmäßig mal eine Hand voll Heidelbeeren.
Im Winter bei Saison die ein oder andere Kaki.

Ketose-Status

Ich befand mich seit August 2013 in Ketose. Es gab auch wenige Tage, wo ich mit den KH über 100g am Tag kam, diese waren mich jedoch, wie ich mit Ketostix testete, nicht aus der Ketose - ich betrieb auch entsprechend Laufsport um diese gleich zu verbrauchen.

Erstmalig aus der Ketose fiel ich dann nach 3 Monaten in der (Vor-)Weihnachtszeit, als ich mir mit Marzipan und Edelbitterschokolade weihnachtlichen Genuss verschafft habe.

Aus diesem KH-Hoch kam ich erst wieder gegen Neujahr in Schritten - und musste auch - weil es mir gesundheitlich mit den KH wieder schlechter ging, es an mir zehrte.

Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel nahm ich vor dem Experiment bereits immer wieder ein und auch weiterhin: Magnesium , Calcium, Zink , B-Vitamine/Folsäure , vereinzelt Eisen . Im Winter habe ich diesmal erstmalig auch auf Vitamin D3 zurück gegriffen.

Auswirkungen

Die positiven Auswirkungen in und mit der Ketose, bzw. oben beschriebener Diät, waren vielseitig. Ich denke nicht, das Ketose allein hier ausschlaggebend war, sondern auch der Ausschluss von Milch- und Gluten-/Mais-Lebensmitteln eine markante Rolle gespielt haben dürften.
  • Meine sonst immer wieder mal zu Trockenheit neigende Haut wurde sehr weich und zart, geschmeidig
  • Schuppenbildung korellierte mit KH-Anteil, schon früher bemerkte ich, dass hier bei mir die Gluten-Getreide besonders "mitwirkten"
  • Die Haare sind wie von selbst gepflegt, fetten nicht mehr so stark, analog zu den Schuppen
  • Stabile geistige Klarheit, Verbesserung des Gedächtnisses und der Konzentrationsfähigkeit (komplexes Denken), keine Durchhänger
  • Ich schlafe abends einfach ein, wenn ich schlafen mag
  • Mehr innere Ruhe, das Gefühl nicht (mehr) so getrieben zu sein
  • Gewichtszunahme - ich neigte eher zu Auszehrung, endlich baut mein Körper etwas auf
  • "Geschlechtsreife" - habe den Eindruck, mehr Mann geworden zu sein - mein Bart wächst kräftiger, meine Stimme scheint mir etwas kräftiger und tiefer. Und mein kleiner Freund macht mühelos gern "harte Arbeit"
Negative Auswirkungen habe ich eigentlich keine verspürt, manchmal erschien mir jedoch mein Motor nicht richtig anzuspringen, hier lag jedoch wohl meist ein Eiweiß-Defizit vor, wenn ich mich zu sehr auf Fette konzenztrierte, da ich von der Eiweißüberlastungs-Phobie angesteckt worden war.

Eigene Einschätzung von Low-Carb/Ketose und dem Experiment an sich

Aufgrund der gemachten Erfahrung, strebe ich weiter an, Getreide (Ausnahme Reis selten) und Milchfrei zu bleiben. Das ist vor Low-Carb die für mich subjektiv wichtigste Ernährungsbasis geworden, fast ebenso wichtig jedoch ein Geringhalten an Kohlenhydraten.

Mein Gefühl war stets, dass, wenn Kohlenhydrate gegessen wurden, diese auch entsprechend mit körperlicher Betätigung verbraucht werden sollten, andernfalls stellte sich tendenziell ein Unwohlfühlsein ein.

Vom Ansatz Fett, fett, fett um jeden Preis bin ich abgekommen. Subjektiv darf auch Eiweiß einen guten Anteil ausmachen. Jedoch habe ich mich von saurem Obst praktisch ganz verabschiedet, die dürften nur in geringen Mengen, Anlässen da und dort unerwähnenswert vorkommen.

Ich hatte glücklicherweise nie das Gefühl, mich einzuschränken, sondern mir etwas Gutes zu tun. Das ist der wichtigste Faktor, um eine Ernährung langfristig durchführen zu können. Dadurch, dass ich mir nur Milch und Getreide (bis auf Reis) als Grenze setzte (OK, Geschmacksverstärker und Süßstoffe wie Aspartam & Co sind auch auf der schwarzen Liste), alles andere theoretisch denkbar blieb, musste ich mir auch keinen zu großen Kopf mehr machen, solange die gute Basis stabil hielt. Ich merkte eben, das mir Tomaten nicht gut taten, ebenso Lauch nicht gut tat... ich ließ es weg... und vermisste es dann auch gar nicht. Tomate wurde durch gelegentlich Paprika ersetzt, die besser ging, statt Zwiebel gab es Senf, Tamari und zuletzt probierte ich auch Fischsoße.

Mir gelang es zu vergessen, dass ich eigentlich ein Experiment treibe, Ernährung gelangte bezüglich Aufmerksamkeit in den Hintergrund und ich widmete mich anderen Dingen. Von der neuen Kraft angetrieben, zog ich im November um, begann anderswo ein neues Leben, entdecke mich neu. Daneben machte ich eine eigens initierte Rückschulung zum Linkshänder - die hier womöglich auch unbekannt viel angenehmes beigetragen hat.

Völlig beiseite ist die Ernährung nicht, mich führt sie, vom inneren Gefühl geleitet hin zu mehr Fisch, gerade die superfrischen, rohen (Lachs-)Forellen direkt vom regionalen Züchter haben es mir angetan.

Es ist nicht Aufgabe, eine Ernährungsphilosophie "richtig" umzusetzen, sondern, Deine eigene, spaßige, gangbare Ernährung durch Ausprobieren, Beobachten zu gestalten, und sich im Einklang mit Dir zu wandeln, anzupassen... und selbstverständlich werden zu lassen. Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, der Mut zu Weiterentwicklung und Veränderung, der Blick nach vorne, sind hiervon von Nöten.

Wer meiner Ernährungsweise dennoch einen Namen verpassen möchte... dem mögen folgende Stichwörter dienen: Paläo, frei von Milch und Getreide, deutliche Low-Carb-Tendenz, Gemüse-Basis, Obst-vermeidend, Kokosmilch, Fisch bevorzugend, Blattsalate, Säurearm, Locker, Spaßig.