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Samstag, 25. Januar 2014

Eine Reise in die Einsamkeit

Mit der linken Hand gezeichnet ;-)
Kennst Du dieses Gefühl von Einsamkeit?

Ein Gefühl von Verlassenheit, völlig allein, nichts und niemand, ungeschützt, ausgeliefert.
Wenn nicht, dann mag es Dir weiterhelfen, Menschen zu verstehen, die davon sprechen. ;-)

Einsamkeit hat erst einmal nichts mit Alleinsein zu tun.
Viele Menschen sind gerne mal allein, brauchen Ruhe.

Einsamkeit ist ein Gefühl unfreiwilligen Alleinseins.
Manchen überkommt es besonders beim Alleinsein, wenn man mehr Zeit hat sich selbst besser wahrzunehmen.

Andere sind gerade dann einsam, wenn sie unter Menschen sind und aktiv bemerken, dass sie sich am falschen Ort mit völlig unpassenden Menschen befinden und eine Sehnsucht nach passenderem Umfeld geboren wird.

Daraus können wir schlussfolgern, dass Einsamkeit vielleicht weder mit Alleinsein, noch mit Gesellschaft direkt zu tun hat, da es sich um gegensätzliche Situationen handelt.


Vielleicht bringt es uns weiter, wenn wir uns fragen: Was unterscheidet das Alleinsein von Einsamkeit?

Was tun Menschen, die sagen, ich muss jetzt allein sein, brauche Zeit für mich?

Sie nehmen sich Zeit für sich. Sie gönnen sich etwas. Sie kümmern sich um sich selbst.
Sie spüren nach, was Ihr Bedürfniss ist. Sei es sich auszuruhen und sich neu aufzuladen.

Einsame Menschen hingegen beklagen sich, dass jemand anders sich um sie kümmern soll.
Einsame Menschen übernehmen nicht die Verantwortung, sich um sich selbst zu kümmern. Sich um ihre Bedürfnisse zu kümmern. Seien sie allein oder seien sie unter Menschen. Wenn sie sich einsam fühlen, ignorieren sie die eigenen Bedürfnisse, lassen keine Taten folgen, die es ermöglichen würden, diese zu erfüllen. Völlig unabhängig davon, ob Menschen da sind (niemand kümmert sich um mich) oder ob sie unter Menschen sind (niemand nimmt Rücksicht auf meine Bedürfnisse).

Sie erwarten, dass die Welt da draußen auf sie zukommt und ihre Bedürfnisse zum einen richtig erkennt und dann auch vollständig stillt.

Wie ein Baby, dass auf das Stillen der Mutter wartet.
Hey, es ist Zeit, erwachsen zu werden und von der Milch abzulassen!


Wie bewältigt man schlussendlich die Einsamkeit?

Indem wir lernen, in uns hinein zu spüren. Uns eingestehen, dass wir Bedürfnisse haben, die ihre Berechtigung haben. Indem wir den Mut aufbringen, Initiative  zu ergreifen, Taten folgen zu lassen, mit denen wir unsere Bedürfnisse befriedigen können.

Indem wir aufhören, uns versuchen von unseren Bedürfnissen abzulenken, aufhören unsere Bedürfnisse zu verdrängen.

Indem wir beginnen die ganze Verantwortung für unser Leben und Schicksal in die Hand zu nehmen.
Andernfalls können wir uns sofort in einen Stein verwandeln. ;-)

Denn Einsamkeit bedeutet letztlich, dass man sich selbst verlassen hat.


Meine heutige Einsamkeit

Heute war ich sehr einsam. Ich überlegte, und prüfte die Möglichkeiten, wen ich anrufen könnte, wohin ich gehen könnte - direkt im Ort wäre später eine Veranstaltung. Doch mein eigentliches Bedürfnis war, wie ich mir eingestand, mich einfach auszuruhen.

Die Angst, das Wochenende nicht zu "nutzen" haderte dagegen.

Doch ich legte ich mich hin, schlief ein und erwachte genau so, dass ich Möglichkeit hatte, der Veranstaltung noch beizuwohnen. Als ich erwachte, war ich nicht mehr einsam. Und ich merkte, dass ich jene Veranstaltung eigentlich gar nicht besuchen wollte. Es war nur ein Konstrukt der Hoffnung, dort meiner Einsamkeit entgegen zu treten. Dort vielleicht jemanden zu treffen, der meine Bedürfnisse befriedigte.

Dabei ging es in erster Linie darum, meine Bedürfnisse zu erkennen und zu erfüllen. Wieder zu mir zu kommen.

Mittwoch, 22. Januar 2014

Der Strom des Flusses

Mal warst Du sehr einfach.
Vielleicht vor einigen Jahren.
Vielleicht vor einigen Leben.

Du schwammst mit dem Strom.
Warst Teil der Masse, des Flusses.
Schwammst im großen Hauptstrom.

Warst verbunden mit den anderen.
Nie allein.
Teil der großen Masse.
Und fühltest Dich sehr wohl.


Du machtest Erfahrungen.
Verändertest Dich.
Lerntest dazu.
Wurdest jemand anders.

Du fühltes Dich nicht mehr zugehörig.
Wurdest einsamer.
Schwammst gegen den Strom.
Warst stolz das zu tun.

Trafst andere, die gegen den Strom schwammen.
Ihr wenigen, aber gemeinsam spottetet Ihr,
gegen jene, die mit dem Strom schwammen.
Über jene, wo ihr einst selbst Teil wart.

Ja womöglich hasstest Du nun den Strom.
Beklagst Dich über den Strom.
Protestierst und kämpfst gegen den Strom.
Willst den Strom rückwärts strömen lassen.

Aber Du schafftest es nie.
Nicht mal ansatzweise.
Würdest es nie schaffen.
Unmöglich. Du littest sehr.


Du machtest Erfahrungen.
Verändertest Dich.
Lerntest dazu.
Wurdest jemand anders.

Du hörtest auf, gegen den Strom zu schwimmen.
Hieltest inne.
Schwammst auch nicht mehr mit dem Strom.
Lässt Dich vom Strom tragen, mitfließen.

Bist nicht mehr nur inmitten des Hauptstroms.
Findest Seitenströme, Randströme.
Fließt mal mitten, mal randwärts der Ströme,
mal unten, mal oben. Wie er Dich trägt.

Bist Mittler der Ströme.
Mittler der Schwimmer.
Bist zugleich einsam
und ein jeder ist Dein Freund.

Gehörst überall dazu.
Und nirgendwo.


Du machst ständig Erfahrungen.
Veränderst Dich wie der Fluß.
Lernst fließend dazu.
Formst Dich immer wieder anders.

Du bist jetzt zum Fluss geworden und fließt.

 

Donnerstag, 9. Januar 2014

Rückschulung auf die linke Hand

Im Zug meines Ketose-Experimentes kam es bei mir psychologisch-motorisch gesehen noch zu einer interessanten Veränderung.

Das Thema Linkshändigkeit faszinierte mich schon immer irgendwo.

Ich hatte in den letzten Jahren etwas damit experimentiert, mit der linken Hand etwas zu schreiben, gar meine Unterschrift auf links gewechselt.

Als ich dann im Herbst 2013 auf diesen Hirnigkeitstest stieß, der zumindest in der Lage scheint, tendenziell verwertbare Aussagen zu machen, und bei mir Rechtshirnigkeit  = Linkshänder-Tendenz zeigte, beschäftigte ich mich wieder intensiver mit dem Thema.

Mein letztlicher Zweifel war stets, ob ich denn überhaupt Linkshänder sei, ich wollte früher lediglich die Verbindung der Gehirnhälften etwas stärken und schulen.

So recherchierte ich altes Film- und Fotomaterial aus jüngster Kindheit im Alter von ca. 1-6 Jahren. Und tatsächlich, ich machte sehr vieles mit links. Ob die Schaufel im Sandkasten, das Zeigen mit dem Finger einer Hand - links.

Umgekehrt hatte ich bisher jedoch wohl durch mehr oder weniger unbewusstes Umlernen (Nachahmen) fast alles ausnahmlos mit rechts gemacht.

Die graue Theorie und das Konzept hierzu

Von dieser Tatsache angeregt, las ich einerseits im Internet, andererseits das Buch "Der umgeschulte Linkshänder: Oder der Knoten im Gehirn" mit seinen interessanten Gedanken und Erfahrungsberichten. Das Konzept dahinter lässt sich in etwa so beschreiben:

Jeder Mensch wird mit einer eindeutigen Hirndominanz geboren, so wie jeder mit einem eindeutigen Geschlecht (Die Ausnahmen fallen statistisch gar nicht ins Gewicht). Wird nun aufgrund von Erziehung/Nachahmung/Umschulung die weniger dominante Seite hauptsächlich, insbesondere bei sehr intensiven Tätigkeiten eingesetzt, wird die eine Hirnhälfte über-, die andere unterlastet.

Das kann sich dann so äußern, dass Menschen sich ständig überfordert fühlen, obwohl sie es eigentlich nicht sind. Getrieben, gestresst. Das Gefühl haben, immer 150% oder mehr Prozent geben zu müssen und nicht anders zu können, wobei andere die Dinge so locker nehmen.

Ein eigener Einwurf: Psychologisch gesehen ist man nicht bei seiner Seite, nicht bei sich selbst. Man ist auf die andere Seite umgekünselt, nicht authentisch, geschauspielert - und das ist mit erheblichen, zusätzlichen Energieaufwand verbunden.

Von möglichen Verstärkungen von inneren Stresszuständen, mangelndem Selbstwertgefühl (man ist schließlich nicht sich selbst bzw. seiner Seite und in sich verankert) bis hin zu Gedächtnisstörungen u.a. ADS/ADHS oder Legasthenie, bis hin  zu größten Selbstzweifeln bis Depressionen ist die Rede. Nicht immer unbedingt als alleiniger Auslöser, aber dann immerhin als womöglich nicht zu vernachlässigendem Verstärker.

Möglichkeiten der Umschulung auf die nicht-dominante Hand

Das Problem betrifft natürlich sowohl Linkshänder, die mit rechts hantieren, als umgekehrt Rechtshänder, die mit links überwiegend hantieren.

Gerade das Schreiben spielt dabei eine Schlüsselrolle, weil hier viele Faktoren konzentriert zusammenspielen. Zum einen die Feinmotorik durch das Schreiben, dann die dabei bildliche Vorstellung und das Gedächtnis eng im Vorgang verbunden.

Zum einen werden manche Schüler bewusst umgelernt, aufgefordert diese Hand zu nehmen. Es kann aber auch sehr unbewusst ablaufen. Z.B. sind viele Gegenstände des Alltags für Rechtshänder ausgelegt - oder werden entsprechend vorbereitet. Wenn die Eltern selbst rechtshändisch unterwegs sind, werden diese dem Kind das Besteck ohne sonderliches Nachdenken häufig eben für einen Rechtshänder gedacht hinlegen oder dem jungen Menschen ohnehin in die rechte Hand drücken.

Eine andere Möglichkeit ist auch die schlichte Nachahmung. "Mama und Papa halten es so in Händen, dann will ich das auch so richtig machen."

Früher, als das Thema weniger erforscht war und man Linkshändigkeit schlicht als eine unübliche Gewohnheit ansah, sah man nichts schlimmes darin, zum Guten des Kindes es auf die rechte Seite zu trimmen. Nach der aktuellen Forschung ist dies jedoch sehr kritisch zu betrachten.

Die eigene Rückschulung

Die hohe Kunst linkshändiger Feinmotorik beim Schreiben
edler Worte bis hin zu ganzen Sätzen. Gar Spiegelung ist möglich!
Mir den möglichen negativen Auswirkungen an mir und den möglichen Chancen einer Umschulung bewusst, entschied ich mich für eine intensive, allumfassende Umschulung. Gerade da ich mich als sicherer Linkshänder identifiziert hatte (es gibt Einrichtungen die im Zweifelsfall mit Gerätschaft hier nachprüfen können) und einige der Symptome wie dem inneren Stress wieder erkannte. Der legte sich zwar im Zuge meines Ketose-Experimentes auch, aber die eigentliche Ursache war hier womöglich wo anders zu suchen und Ketose nur eine Möglichkeit, aus dem ganzen Debakel Druck zu nehmen.

Was stellte ich um? Vorweg das Schreiben. Anfangs war es für die Muskulatur der Feinmotorik anstrengend, nach einigen Sätzen spürte ich bereits, wie sich in den Sehnen Muskelkater, etc. zeigte. Doch ich blieb dran, bis ich täglich bis ca. 1 Stunde dem Schreiben widmete - spiegelverkehrt, weil angenehmer, und auch "normal" herum.

Daneben schnitt ich mit dem Messer mit links, stellte meine Computer-Maus auf die linke Seite und vertauschte die Tasten.

Dann besuche ich neuerdings einen Tischtennisverein, um mit links ganz neu anzufangen.

Selbstverständlich bohre ich nun mit dem linken Finger in der Nase und im Ohr oder kratze mich mit links am Kopf.

Sogar auf der Toilette wird nun mit links abgewischt, wie es in arabischen und asiatischen Ländern generell üblich ist - wenn dort auch oft ohne Papier.

Wo wir gerade bei der Toilette sind... generell das Besteck verwende ich umgekehrt, neben dem schneidenen Messer, die stechende Gabel.

Fortschritte

Die Geschwindigkeit kommt noch nicht an die rechte Hand heran, jedoch ist mein Schriftbild mit links bereits schöner als mit rechts, hat Persönlichkeit. Ein Ende des Geschmieres mit der falschen Hand.

Habe auch ein paar Buchstaben neu erfunden, d.h. ich schreibe sie anders als zuvor. Wenn das nicht ein Beweis dafür ist, dass die Kreativität und das Potential des Hirns hier wieder geweckt wird. ;-)

Ich war der Ansicht, dass es leichter sei, gleich alles umzustellen, wenn auch die erste Mühe größer wäre. Denn ein ständiges hin- und herwechseln der Seiten und Hirne stellte ich mir doch eher problematischer vor.

Bemerkte Auswirkungen

Ich bilde mir ein
  • wachsendes Selbstvertrauen
  • (Wieder-)Erwachen meiner kreativen Seite, ich bemerke, wie ich häufiger (wieder) bildlich denke
  • schöneres Schriftbild
  • entspannteres Leben, ich muss keine 150% oder 200% mehr geben
  • Spaß am Schreiben mit der Hand
Vieles geht viel häufiger tatsächlich wie umschrieben... mit links... :-)

Erwähnt werden muss, dass dies im Zuge meines Ketose-Experiments stattfand und dieses hier womöglich auch Auswirkungen hatte.

Ich wage zu behaupten, dass ich durch das mehr an Energie dank Ketose auch an dieses Problem erst herankam, sich beides letztlich schön ergänzte und ich aber durch die Rückschulung ein großes Maß stabiler in mir selbst ruhen kann.

Was noch wenig vorkam, aber mehr werden wird, ist das Malen mit links. :-)

Die Scheren blieben rechts, da sie trotz ausgeschriebener zusätzlicher linkstauglichkeit nur bedingt wirklich dafür geeignet sind. Vielleicht kommen langfrigist noch Linkshänderscheren zu meinem Equipment dazu.

Sonntag, 5. Januar 2014

Ketose-Experiment Resümee

Es ist nun bald schon ein halbes Jahr vergangen, als ich mit meinem Ketose-Experiment ein neues Mal starten sollte. Die KH-Restriktion schwankte nach eigener Lust, mal praktisch No-Carb bis Low-Carb.

Bestandteile

Insgeheim bestand die Ernährung vorwiegend aus folgenden Komponenten:
  • weitgehend gekochte Gemüse
  • Kokosmilch/Öl
  • Blattsalate
  • Fleisch, Innereien
  • Fisch
  • geringe Mengen Obst
  • Eier nur sehr selten gelegentlich
Diese bestanden bei Fleisch und Innereien immer aus Bio- oder guter regionaler Weideware oder Lamm von überall. Salate und Gemüse ebenso weitgehend Bio.

Kokosmilch (aus Dosen) stets ausschließlich solche, die nur aus Kokosnuss und Wasser bestand.

Strikt gemieden habe ich:
  • jegliche Milch(produkte) und Produkte, die Milch in jeglicher Form enthalten
  • jegliche glutenhaltigen Getreide
  • Mais
Reis war bei sozialem Anlass vereinzelt mal vorgekommen, ebenso bei sozialem Anlass dabei waren mal Hülsenfrüchte. Andere Getreide oder Pseudo-Getreide kamen gar nicht in Frage oder Betracht.

Mandeln und Mandelmus fand phasenweise immer wieder mal Verwendung.

Nüsse (Kokosnüsse zähle ich nicht dazu ;-)) habe ich bis auf wenige Versuche in der Anfangszeit oder mal Pistazien bei Anlass überhaupt keine gegessen.

Verwendung und Zubereitung

Anfangs legte ich viel Gewicht auf Kokosprodukte, nebst Kokosmilch waren das Kokosfett, Creamed Coconut.
Creamed Coconut konnte ich nach anfänglichem Genuss nie wieder in großen Mengen sonderlich schmackhaft einsetzen.

Kokosfett und Kokosmilch waren immer wieder phasenweise stärker und weniger vertreten.

Die Gemüse habe ich stets nur in Wasser bzw. direkt in Kokosmilch gedünstet, je nach Laune mit etwas Salz. Dabei handelte es sich je nach Lust (durchaus auch mal gemischt) um Rosenkohl, Broccoli, Blumenkohl, Karotten, vereinzelt mal etwas Süßkartoffel oder Kartoffel. In Gesellschaft war dann auch mal Reis dabei.

Selten mal Rotkohl oder Sauerkraut.

Häufig habe ich inmitten des Gemüses auch gleich das Fleisch oder den Fisch mitreingepackt und mitgedünstet. Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine Tendenz hin zu deutlich mehr Fisch und deutlich weniger Fleisch.

Fleisch und Innereien waren in dieser Phase überwiegend vom Rind und Lamm. Es gab vereinzelt mal Geflügel. Einmal probierte ich nochmals (Bioland-)Schwein, als ich von diesem einen schön fetten Bauch ausliegen sah, musste mich davon aber dann Stunden später übergeben. Schwein taugt mir einfach nicht.

Beim Fisch waren überwiegend Wildlachs und Lachs im Spiel. Häufig TK-Ware. Vereinzelt Schellfisch, nur einmalig Kabeljau oder Seelachs. Ab und wann Hering. Räucherware habe ich bis auf wenige Ausnahmen gemieden. Gegen Ende, wo der Fischanteil stieg, machte ich einige Forellenzuchten in der Umgebung aus. Deren Qualität war so beeindruckend, dass ich viel davon pur roh aß.

Fleisch aß ich praktisch nur in Form von Rinderhack roh, oft mit in den Blatt-Salat gemischt. Gern dann mal mit Eigelb.

Eier aß ich nur selten, da sie mir sonst kein Wohlgefühl brachten.

In der Anfangszeit aß ich noch relativ viel Knochenmark, da die Quelle jedoch wegbrach, hatte sich das dann gelegt.

Ich habe praktisch nie in Fett gebraten oder gegrillt. Stets in Wasser oder Kokosmilch gedünstet, wenn nicht roh.

Salate bereitete ich überwiegend aus Romana zu, vereinzelt Eisberg und Endivien oder Pflücksalat, oder selten mal ein bisschen Rucola.


Beim Dressing griff ich ggf. zu Olivenöl, einem Spritzer pasteurisierter (Bio)Zitrone, manchmal ein Schuss Leinöl und/oder Fischlebertran dazu. Gegen Ende öfters mal mit Senf oder Tamari verfeinert.

Zusätzlich gern mal mit Paprika angereichert. Tomaten habe ich nach anfänglichem Versuch komplett gestrichen. Gurke taugte ebenfalls nur selten als Beilage.

In manchen Zeiten aß ich gehäuft Avocados.

An Obst gab es unregelmäßig mal eine Hand voll Heidelbeeren.
Im Winter bei Saison die ein oder andere Kaki.

Ketose-Status

Ich befand mich seit August 2013 in Ketose. Es gab auch wenige Tage, wo ich mit den KH über 100g am Tag kam, diese waren mich jedoch, wie ich mit Ketostix testete, nicht aus der Ketose - ich betrieb auch entsprechend Laufsport um diese gleich zu verbrauchen.

Erstmalig aus der Ketose fiel ich dann nach 3 Monaten in der (Vor-)Weihnachtszeit, als ich mir mit Marzipan und Edelbitterschokolade weihnachtlichen Genuss verschafft habe.

Aus diesem KH-Hoch kam ich erst wieder gegen Neujahr in Schritten - und musste auch - weil es mir gesundheitlich mit den KH wieder schlechter ging, es an mir zehrte.

Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel nahm ich vor dem Experiment bereits immer wieder ein und auch weiterhin: Magnesium , Calcium, Zink , B-Vitamine/Folsäure , vereinzelt Eisen . Im Winter habe ich diesmal erstmalig auch auf Vitamin D3 zurück gegriffen.

Auswirkungen

Die positiven Auswirkungen in und mit der Ketose, bzw. oben beschriebener Diät, waren vielseitig. Ich denke nicht, das Ketose allein hier ausschlaggebend war, sondern auch der Ausschluss von Milch- und Gluten-/Mais-Lebensmitteln eine markante Rolle gespielt haben dürften.
  • Meine sonst immer wieder mal zu Trockenheit neigende Haut wurde sehr weich und zart, geschmeidig
  • Schuppenbildung korellierte mit KH-Anteil, schon früher bemerkte ich, dass hier bei mir die Gluten-Getreide besonders "mitwirkten"
  • Die Haare sind wie von selbst gepflegt, fetten nicht mehr so stark, analog zu den Schuppen
  • Stabile geistige Klarheit, Verbesserung des Gedächtnisses und der Konzentrationsfähigkeit (komplexes Denken), keine Durchhänger
  • Ich schlafe abends einfach ein, wenn ich schlafen mag
  • Mehr innere Ruhe, das Gefühl nicht (mehr) so getrieben zu sein
  • Gewichtszunahme - ich neigte eher zu Auszehrung, endlich baut mein Körper etwas auf
  • "Geschlechtsreife" - habe den Eindruck, mehr Mann geworden zu sein - mein Bart wächst kräftiger, meine Stimme scheint mir etwas kräftiger und tiefer. Und mein kleiner Freund macht mühelos gern "harte Arbeit"
Negative Auswirkungen habe ich eigentlich keine verspürt, manchmal erschien mir jedoch mein Motor nicht richtig anzuspringen, hier lag jedoch wohl meist ein Eiweiß-Defizit vor, wenn ich mich zu sehr auf Fette konzenztrierte, da ich von der Eiweißüberlastungs-Phobie angesteckt worden war.

Eigene Einschätzung von Low-Carb/Ketose und dem Experiment an sich

Aufgrund der gemachten Erfahrung, strebe ich weiter an, Getreide (Ausnahme Reis selten) und Milchfrei zu bleiben. Das ist vor Low-Carb die für mich subjektiv wichtigste Ernährungsbasis geworden, fast ebenso wichtig jedoch ein Geringhalten an Kohlenhydraten.

Mein Gefühl war stets, dass, wenn Kohlenhydrate gegessen wurden, diese auch entsprechend mit körperlicher Betätigung verbraucht werden sollten, andernfalls stellte sich tendenziell ein Unwohlfühlsein ein.

Vom Ansatz Fett, fett, fett um jeden Preis bin ich abgekommen. Subjektiv darf auch Eiweiß einen guten Anteil ausmachen. Jedoch habe ich mich von saurem Obst praktisch ganz verabschiedet, die dürften nur in geringen Mengen, Anlässen da und dort unerwähnenswert vorkommen.

Ich hatte glücklicherweise nie das Gefühl, mich einzuschränken, sondern mir etwas Gutes zu tun. Das ist der wichtigste Faktor, um eine Ernährung langfristig durchführen zu können. Dadurch, dass ich mir nur Milch und Getreide (bis auf Reis) als Grenze setzte (OK, Geschmacksverstärker und Süßstoffe wie Aspartam & Co sind auch auf der schwarzen Liste), alles andere theoretisch denkbar blieb, musste ich mir auch keinen zu großen Kopf mehr machen, solange die gute Basis stabil hielt. Ich merkte eben, das mir Tomaten nicht gut taten, ebenso Lauch nicht gut tat... ich ließ es weg... und vermisste es dann auch gar nicht. Tomate wurde durch gelegentlich Paprika ersetzt, die besser ging, statt Zwiebel gab es Senf, Tamari und zuletzt probierte ich auch Fischsoße.

Mir gelang es zu vergessen, dass ich eigentlich ein Experiment treibe, Ernährung gelangte bezüglich Aufmerksamkeit in den Hintergrund und ich widmete mich anderen Dingen. Von der neuen Kraft angetrieben, zog ich im November um, begann anderswo ein neues Leben, entdecke mich neu. Daneben machte ich eine eigens initierte Rückschulung zum Linkshänder - die hier womöglich auch unbekannt viel angenehmes beigetragen hat.

Völlig beiseite ist die Ernährung nicht, mich führt sie, vom inneren Gefühl geleitet hin zu mehr Fisch, gerade die superfrischen, rohen (Lachs-)Forellen direkt vom regionalen Züchter haben es mir angetan.

Es ist nicht Aufgabe, eine Ernährungsphilosophie "richtig" umzusetzen, sondern, Deine eigene, spaßige, gangbare Ernährung durch Ausprobieren, Beobachten zu gestalten, und sich im Einklang mit Dir zu wandeln, anzupassen... und selbstverständlich werden zu lassen. Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, der Mut zu Weiterentwicklung und Veränderung, der Blick nach vorne, sind hiervon von Nöten.

Wer meiner Ernährungsweise dennoch einen Namen verpassen möchte... dem mögen folgende Stichwörter dienen: Paläo, frei von Milch und Getreide, deutliche Low-Carb-Tendenz, Gemüse-Basis, Obst-vermeidend, Kokosmilch, Fisch bevorzugend, Blattsalate, Säurearm, Locker, Spaßig.