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Samstag, 25. Januar 2014

Eine Reise in die Einsamkeit

Mit der linken Hand gezeichnet ;-)
Kennst Du dieses Gefühl von Einsamkeit?

Ein Gefühl von Verlassenheit, völlig allein, nichts und niemand, ungeschützt, ausgeliefert.
Wenn nicht, dann mag es Dir weiterhelfen, Menschen zu verstehen, die davon sprechen. ;-)

Einsamkeit hat erst einmal nichts mit Alleinsein zu tun.
Viele Menschen sind gerne mal allein, brauchen Ruhe.

Einsamkeit ist ein Gefühl unfreiwilligen Alleinseins.
Manchen überkommt es besonders beim Alleinsein, wenn man mehr Zeit hat sich selbst besser wahrzunehmen.

Andere sind gerade dann einsam, wenn sie unter Menschen sind und aktiv bemerken, dass sie sich am falschen Ort mit völlig unpassenden Menschen befinden und eine Sehnsucht nach passenderem Umfeld geboren wird.

Daraus können wir schlussfolgern, dass Einsamkeit vielleicht weder mit Alleinsein, noch mit Gesellschaft direkt zu tun hat, da es sich um gegensätzliche Situationen handelt.


Vielleicht bringt es uns weiter, wenn wir uns fragen: Was unterscheidet das Alleinsein von Einsamkeit?

Was tun Menschen, die sagen, ich muss jetzt allein sein, brauche Zeit für mich?

Sie nehmen sich Zeit für sich. Sie gönnen sich etwas. Sie kümmern sich um sich selbst.
Sie spüren nach, was Ihr Bedürfniss ist. Sei es sich auszuruhen und sich neu aufzuladen.

Einsame Menschen hingegen beklagen sich, dass jemand anders sich um sie kümmern soll.
Einsame Menschen übernehmen nicht die Verantwortung, sich um sich selbst zu kümmern. Sich um ihre Bedürfnisse zu kümmern. Seien sie allein oder seien sie unter Menschen. Wenn sie sich einsam fühlen, ignorieren sie die eigenen Bedürfnisse, lassen keine Taten folgen, die es ermöglichen würden, diese zu erfüllen. Völlig unabhängig davon, ob Menschen da sind (niemand kümmert sich um mich) oder ob sie unter Menschen sind (niemand nimmt Rücksicht auf meine Bedürfnisse).

Sie erwarten, dass die Welt da draußen auf sie zukommt und ihre Bedürfnisse zum einen richtig erkennt und dann auch vollständig stillt.

Wie ein Baby, dass auf das Stillen der Mutter wartet.
Hey, es ist Zeit, erwachsen zu werden und von der Milch abzulassen!


Wie bewältigt man schlussendlich die Einsamkeit?

Indem wir lernen, in uns hinein zu spüren. Uns eingestehen, dass wir Bedürfnisse haben, die ihre Berechtigung haben. Indem wir den Mut aufbringen, Initiative  zu ergreifen, Taten folgen zu lassen, mit denen wir unsere Bedürfnisse befriedigen können.

Indem wir aufhören, uns versuchen von unseren Bedürfnissen abzulenken, aufhören unsere Bedürfnisse zu verdrängen.

Indem wir beginnen die ganze Verantwortung für unser Leben und Schicksal in die Hand zu nehmen.
Andernfalls können wir uns sofort in einen Stein verwandeln. ;-)

Denn Einsamkeit bedeutet letztlich, dass man sich selbst verlassen hat.


Meine heutige Einsamkeit

Heute war ich sehr einsam. Ich überlegte, und prüfte die Möglichkeiten, wen ich anrufen könnte, wohin ich gehen könnte - direkt im Ort wäre später eine Veranstaltung. Doch mein eigentliches Bedürfnis war, wie ich mir eingestand, mich einfach auszuruhen.

Die Angst, das Wochenende nicht zu "nutzen" haderte dagegen.

Doch ich legte ich mich hin, schlief ein und erwachte genau so, dass ich Möglichkeit hatte, der Veranstaltung noch beizuwohnen. Als ich erwachte, war ich nicht mehr einsam. Und ich merkte, dass ich jene Veranstaltung eigentlich gar nicht besuchen wollte. Es war nur ein Konstrukt der Hoffnung, dort meiner Einsamkeit entgegen zu treten. Dort vielleicht jemanden zu treffen, der meine Bedürfnisse befriedigte.

Dabei ging es in erster Linie darum, meine Bedürfnisse zu erkennen und zu erfüllen. Wieder zu mir zu kommen.

1 Kommentar:

  1. Du schreibst mir aus der Seele... Einsamkeit, das Gefühl die Zeit die mir gegeben ist nicht zu nutzen - eine Gedankenspirale die zu keinem Ende führt. Doch im Endeffekt kann man nichts verpassen. Ich war nie alleine, ich habe immer mich selbst. Und wenn ich vor mir selbst flüchten wollte, dann sollte ich mich erst recht mit mir auseinander setzen. Irgendwann kommen wir mit allem wieder ins Lot...

    Viele liebe Grüße

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