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Sonntag, 5. Januar 2014

Ketose-Experiment Resümee

Es ist nun bald schon ein halbes Jahr vergangen, als ich mit meinem Ketose-Experiment ein neues Mal starten sollte. Die KH-Restriktion schwankte nach eigener Lust, mal praktisch No-Carb bis Low-Carb.

Bestandteile

Insgeheim bestand die Ernährung vorwiegend aus folgenden Komponenten:
  • weitgehend gekochte Gemüse
  • Kokosmilch/Öl
  • Blattsalate
  • Fleisch, Innereien
  • Fisch
  • geringe Mengen Obst
  • Eier nur sehr selten gelegentlich
Diese bestanden bei Fleisch und Innereien immer aus Bio- oder guter regionaler Weideware oder Lamm von überall. Salate und Gemüse ebenso weitgehend Bio.

Kokosmilch (aus Dosen) stets ausschließlich solche, die nur aus Kokosnuss und Wasser bestand.

Strikt gemieden habe ich:
  • jegliche Milch(produkte) und Produkte, die Milch in jeglicher Form enthalten
  • jegliche glutenhaltigen Getreide
  • Mais
Reis war bei sozialem Anlass vereinzelt mal vorgekommen, ebenso bei sozialem Anlass dabei waren mal Hülsenfrüchte. Andere Getreide oder Pseudo-Getreide kamen gar nicht in Frage oder Betracht.

Mandeln und Mandelmus fand phasenweise immer wieder mal Verwendung.

Nüsse (Kokosnüsse zähle ich nicht dazu ;-)) habe ich bis auf wenige Versuche in der Anfangszeit oder mal Pistazien bei Anlass überhaupt keine gegessen.

Verwendung und Zubereitung

Anfangs legte ich viel Gewicht auf Kokosprodukte, nebst Kokosmilch waren das Kokosfett, Creamed Coconut.
Creamed Coconut konnte ich nach anfänglichem Genuss nie wieder in großen Mengen sonderlich schmackhaft einsetzen.

Kokosfett und Kokosmilch waren immer wieder phasenweise stärker und weniger vertreten.

Die Gemüse habe ich stets nur in Wasser bzw. direkt in Kokosmilch gedünstet, je nach Laune mit etwas Salz. Dabei handelte es sich je nach Lust (durchaus auch mal gemischt) um Rosenkohl, Broccoli, Blumenkohl, Karotten, vereinzelt mal etwas Süßkartoffel oder Kartoffel. In Gesellschaft war dann auch mal Reis dabei.

Selten mal Rotkohl oder Sauerkraut.

Häufig habe ich inmitten des Gemüses auch gleich das Fleisch oder den Fisch mitreingepackt und mitgedünstet. Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine Tendenz hin zu deutlich mehr Fisch und deutlich weniger Fleisch.

Fleisch und Innereien waren in dieser Phase überwiegend vom Rind und Lamm. Es gab vereinzelt mal Geflügel. Einmal probierte ich nochmals (Bioland-)Schwein, als ich von diesem einen schön fetten Bauch ausliegen sah, musste mich davon aber dann Stunden später übergeben. Schwein taugt mir einfach nicht.

Beim Fisch waren überwiegend Wildlachs und Lachs im Spiel. Häufig TK-Ware. Vereinzelt Schellfisch, nur einmalig Kabeljau oder Seelachs. Ab und wann Hering. Räucherware habe ich bis auf wenige Ausnahmen gemieden. Gegen Ende, wo der Fischanteil stieg, machte ich einige Forellenzuchten in der Umgebung aus. Deren Qualität war so beeindruckend, dass ich viel davon pur roh aß.

Fleisch aß ich praktisch nur in Form von Rinderhack roh, oft mit in den Blatt-Salat gemischt. Gern dann mal mit Eigelb.

Eier aß ich nur selten, da sie mir sonst kein Wohlgefühl brachten.

In der Anfangszeit aß ich noch relativ viel Knochenmark, da die Quelle jedoch wegbrach, hatte sich das dann gelegt.

Ich habe praktisch nie in Fett gebraten oder gegrillt. Stets in Wasser oder Kokosmilch gedünstet, wenn nicht roh.

Salate bereitete ich überwiegend aus Romana zu, vereinzelt Eisberg und Endivien oder Pflücksalat, oder selten mal ein bisschen Rucola.


Beim Dressing griff ich ggf. zu Olivenöl, einem Spritzer pasteurisierter (Bio)Zitrone, manchmal ein Schuss Leinöl und/oder Fischlebertran dazu. Gegen Ende öfters mal mit Senf oder Tamari verfeinert.

Zusätzlich gern mal mit Paprika angereichert. Tomaten habe ich nach anfänglichem Versuch komplett gestrichen. Gurke taugte ebenfalls nur selten als Beilage.

In manchen Zeiten aß ich gehäuft Avocados.

An Obst gab es unregelmäßig mal eine Hand voll Heidelbeeren.
Im Winter bei Saison die ein oder andere Kaki.

Ketose-Status

Ich befand mich seit August 2013 in Ketose. Es gab auch wenige Tage, wo ich mit den KH über 100g am Tag kam, diese waren mich jedoch, wie ich mit Ketostix testete, nicht aus der Ketose - ich betrieb auch entsprechend Laufsport um diese gleich zu verbrauchen.

Erstmalig aus der Ketose fiel ich dann nach 3 Monaten in der (Vor-)Weihnachtszeit, als ich mir mit Marzipan und Edelbitterschokolade weihnachtlichen Genuss verschafft habe.

Aus diesem KH-Hoch kam ich erst wieder gegen Neujahr in Schritten - und musste auch - weil es mir gesundheitlich mit den KH wieder schlechter ging, es an mir zehrte.

Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel nahm ich vor dem Experiment bereits immer wieder ein und auch weiterhin: Magnesium , Calcium, Zink , B-Vitamine/Folsäure , vereinzelt Eisen . Im Winter habe ich diesmal erstmalig auch auf Vitamin D3 zurück gegriffen.

Auswirkungen

Die positiven Auswirkungen in und mit der Ketose, bzw. oben beschriebener Diät, waren vielseitig. Ich denke nicht, das Ketose allein hier ausschlaggebend war, sondern auch der Ausschluss von Milch- und Gluten-/Mais-Lebensmitteln eine markante Rolle gespielt haben dürften.
  • Meine sonst immer wieder mal zu Trockenheit neigende Haut wurde sehr weich und zart, geschmeidig
  • Schuppenbildung korellierte mit KH-Anteil, schon früher bemerkte ich, dass hier bei mir die Gluten-Getreide besonders "mitwirkten"
  • Die Haare sind wie von selbst gepflegt, fetten nicht mehr so stark, analog zu den Schuppen
  • Stabile geistige Klarheit, Verbesserung des Gedächtnisses und der Konzentrationsfähigkeit (komplexes Denken), keine Durchhänger
  • Ich schlafe abends einfach ein, wenn ich schlafen mag
  • Mehr innere Ruhe, das Gefühl nicht (mehr) so getrieben zu sein
  • Gewichtszunahme - ich neigte eher zu Auszehrung, endlich baut mein Körper etwas auf
  • "Geschlechtsreife" - habe den Eindruck, mehr Mann geworden zu sein - mein Bart wächst kräftiger, meine Stimme scheint mir etwas kräftiger und tiefer. Und mein kleiner Freund macht mühelos gern "harte Arbeit"
Negative Auswirkungen habe ich eigentlich keine verspürt, manchmal erschien mir jedoch mein Motor nicht richtig anzuspringen, hier lag jedoch wohl meist ein Eiweiß-Defizit vor, wenn ich mich zu sehr auf Fette konzenztrierte, da ich von der Eiweißüberlastungs-Phobie angesteckt worden war.

Eigene Einschätzung von Low-Carb/Ketose und dem Experiment an sich

Aufgrund der gemachten Erfahrung, strebe ich weiter an, Getreide (Ausnahme Reis selten) und Milchfrei zu bleiben. Das ist vor Low-Carb die für mich subjektiv wichtigste Ernährungsbasis geworden, fast ebenso wichtig jedoch ein Geringhalten an Kohlenhydraten.

Mein Gefühl war stets, dass, wenn Kohlenhydrate gegessen wurden, diese auch entsprechend mit körperlicher Betätigung verbraucht werden sollten, andernfalls stellte sich tendenziell ein Unwohlfühlsein ein.

Vom Ansatz Fett, fett, fett um jeden Preis bin ich abgekommen. Subjektiv darf auch Eiweiß einen guten Anteil ausmachen. Jedoch habe ich mich von saurem Obst praktisch ganz verabschiedet, die dürften nur in geringen Mengen, Anlässen da und dort unerwähnenswert vorkommen.

Ich hatte glücklicherweise nie das Gefühl, mich einzuschränken, sondern mir etwas Gutes zu tun. Das ist der wichtigste Faktor, um eine Ernährung langfristig durchführen zu können. Dadurch, dass ich mir nur Milch und Getreide (bis auf Reis) als Grenze setzte (OK, Geschmacksverstärker und Süßstoffe wie Aspartam & Co sind auch auf der schwarzen Liste), alles andere theoretisch denkbar blieb, musste ich mir auch keinen zu großen Kopf mehr machen, solange die gute Basis stabil hielt. Ich merkte eben, das mir Tomaten nicht gut taten, ebenso Lauch nicht gut tat... ich ließ es weg... und vermisste es dann auch gar nicht. Tomate wurde durch gelegentlich Paprika ersetzt, die besser ging, statt Zwiebel gab es Senf, Tamari und zuletzt probierte ich auch Fischsoße.

Mir gelang es zu vergessen, dass ich eigentlich ein Experiment treibe, Ernährung gelangte bezüglich Aufmerksamkeit in den Hintergrund und ich widmete mich anderen Dingen. Von der neuen Kraft angetrieben, zog ich im November um, begann anderswo ein neues Leben, entdecke mich neu. Daneben machte ich eine eigens initierte Rückschulung zum Linkshänder - die hier womöglich auch unbekannt viel angenehmes beigetragen hat.

Völlig beiseite ist die Ernährung nicht, mich führt sie, vom inneren Gefühl geleitet hin zu mehr Fisch, gerade die superfrischen, rohen (Lachs-)Forellen direkt vom regionalen Züchter haben es mir angetan.

Es ist nicht Aufgabe, eine Ernährungsphilosophie "richtig" umzusetzen, sondern, Deine eigene, spaßige, gangbare Ernährung durch Ausprobieren, Beobachten zu gestalten, und sich im Einklang mit Dir zu wandeln, anzupassen... und selbstverständlich werden zu lassen. Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, der Mut zu Weiterentwicklung und Veränderung, der Blick nach vorne, sind hiervon von Nöten.

Wer meiner Ernährungsweise dennoch einen Namen verpassen möchte... dem mögen folgende Stichwörter dienen: Paläo, frei von Milch und Getreide, deutliche Low-Carb-Tendenz, Gemüse-Basis, Obst-vermeidend, Kokosmilch, Fisch bevorzugend, Blattsalate, Säurearm, Locker, Spaßig.

Kommentare:

  1. Hey Entwanderer!
    Es freut mich sehr für dich, dass es dir besser geht und du dein Leben nun so führen kannst, wie es dir gefällt =)
    Liebe Grüße,
    yacurama

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  2. Hallo Entwanderer,
    Sieht so aus als ob du auf dem richtigen Weg wanderst ;-)
    Liebe Grüße von
    Christian und Olga

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  3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  4. Ketose pro Steinzeitbakterien >>> http://goo.gl/ITN1SZ

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  5. Update zum entfernten Post vom 27. Juli 2015
    Da sieht man mal wieder, was es bringt, wenn man die genetisch korrekte Kost (tinyurl.com/genetisch-korrekte-kost) für sich entdeckt :-) Befreiung pur! Wie tief würde die Menschheit durchatmen, wenn das global die Runde machen würde? Der Zucker, wie er auch in den orientalischen Ländern zu Hauf konsumiert wird befeuert auch die südländischen Temperamente und schürt Aggression. In einer Ketosegesellschaft würden alle Leckereien zu Luxus und es könnten leckere enthusiastische Feste damit gefeiert werden (Ausnahmen für die Ketose-Regel). Zumal auch diverse funktionale Lebensmittel existieren, welche eine stabile Psycho und allg. Gesundheit fördern. Die Welt ist gross, man muss es nur ausprobieren...

    LG Krux

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