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Donnerstag, 29. Januar 2015

Der edle Ritter

Ich wollte stets der Ritter im Märchen sein.

Für die Frauen kämpfen, sie befreien von ihren Gefängnissen, sie aus ihrem Turm herausholen, koste es, was es wolle, koste es das Leben des edlen Ritters!

Die Liebe und Hingabe der edlen Maid wollte ich mir so erkämpfen.

Dass es da aber auch noch mich gab, vergaß ich.
Ich blicke auf meine Rüstung, auf meine Waffen. Sie sind völlig verrostet. Sie sind mehr Last denn Schutz.

Heute werfe ich meinen Blick zu mir, auf meine rostige Rüstung, das stumpfe gewordene Schwert. Ziehe die alte Rüstung aus, deren Schutz nur noch Trug war.

Ohne eine vernünftige Rüstung kann ich nicht einmal die Treppen zum Turm nach oben gehen, geschweige denn einen Drachen bezwingen.

Und so beginne ich, entkleidet, nackt und verletztlich, mir ein neues Schwert zu schmieden. Ein neues Kleid zu nähen. Eine neue Rüstung anzulegen. Und zu pflegen.

Dann kann ich dem Drachen begegnen. Dann, dann kann ich der holden Maid in meiner Kraft begegnen und sie tragen.

Andernfalls bin ich nicht einmal in der Lage, mich selbst zu tragen.

So spricht die Seele: Rüste Dich, um Dich selbst tragen zu können!

29.01.2015 Entwanderer

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